Lokales

"Die Angst vor fremden Genen"

An genveränderten Lebensmitteln scheiden sich die Geister. Mit den neuen Vorschriften zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ist die Debatte um die Grüne Gentechnik neu entbrannt.

WERNAU Am Mittwoch, 16. März, findet von 13 bis 17 Uhr im Jugend- und Bildungshaus Wernau eine Informationsveranstaltung unter dem Titel "Die Angst vor fremden Genen Was Befürworter und Gegner gerne verschweigen" statt. Zunächst steht ein Programm im Foyer auf der Tagesordnung. Spiele für Kinder und Erwachsene werden vorgestellt und es gibt Infomaterial. Ab 14 referiert der Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer. Veranstalter sind die Bezirkslandfrauenvereine Esslingen, Geislingen, Göppingen und Nürtingen, die Moderation hat Christl Hess vom Landfrauenverband Württemberg-Baden.

Anzeige

Forschung und Agrochemiekonzerne sehen in der Gentechnik auch großen Nutzen für die Verbraucher. In Zukunft sollen nicht mehr die agronomischen Methoden im Vordergrund stehen, sondern jetzt soll die Qualität der Pflanzen selbst verändert werden. Mehr Vitamine, gesündere Fette und ein höherer Anteil an Ballaststoffen lauten die Ziele der Industrie.

Die Gegner befürchten irreversible Folgen für das ökologische Gefüge und beschreiben die unzureichende Erforschung von Nebenwirkungen in der Umwelt und im Ernährungsbereich. Dabei wird gerne übersehen, dass die Geschichte der Züchtung gesäumt ist von Experimenten, deren Ausgang nicht vorhersehbar war. Vor der Entwicklung der Gentechnik war es üblich, neue Sorten durch Mutationszüchtung, das heißt, durch radioaktive Strahlung zu erzeugen. Damit wurden nicht nur künstliche Gene hervorgebracht, die heute in praktisch allen Nutzpflanzen enthalten sind, sondern zugleich nachhaltige Umstrukturierungen am Genom vorgenommen. Da dies mit der Gentechnik bisher noch nicht möglich ist, kehren viele Unternehmen wieder zur traditionellen Mutationszüchtung im Atomreaktor zurück. Gleichzeitig bedarf es hier ganz im Gegensatz zur Gentechnik keinerlei begleitender Sicherheitsforschung oder Zulassung.

"70 Prozent der Verbraucher lehnen die Gentechnik im Ernährungsbereich ab und reden damit der mindestens ebenso riskanten Züchtungsmethoden das Wort", so die Landfrauen. Letztendlich müsse sich die Gesellschaft entscheiden, ob sie in Zukunft gentechnisch veränderte Lebensmittel auf ihren Tischen will oder lieber ihre Zukunft in der Züchtung per Atomreaktor sieht. Dazu braucht es einen breiten Dialog. Die Veranstaltung soll dazu einen Beitrag leisten.

Anmeldungen nimmt Ingeborg Roser, Telefon 0 70 21/80 06 80, entgegen.

pm