Lokales

Die Chöre zeigten viel Lust auf "Singen mit Freunden"

Herbstliches Wetter draußen und herbstliche Dekoration drinnen in der Gemeindehalle in Ohmden machte so richtig Lust auf "Singen mit Freunden", zu dem die Liederlust Ohmden im Rahmen ihres 100-jährigen Jubiläums eingeladen hatte. Die Freunde waren 14 Gesangvereine, 19 Chorgruppen und ungefähr 500 Sängerinnen und Sänger, die zu Ehren des Jubilars gekommen waren, um ein Ständchen zu bringen.

HEIDE BRÖSAMLEN

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OHMDEN Es wurde ein richtiges Sängerfestival daraus. "Freunde, die Ihr seid gekommen, herzlich reichen wir die Hand", so begrüßte die Liederlust Ohmden unter der Leitung des Dirigenten, Bertram Schattel, musikalisch am Sonntagmorgen ihre Gäste, während der Erste Vorsitzende Johann Steffl mit den Worten die Besucher willkommen hieß: "Wie im richtigen Leben haben wir zur Geburtstagsfeier Freunde eingeladen." Was wäre die Liederlust Ohmden ohne Hans Herzinger, der humorvoll und informativ durch das Programm führte und sehr zur Auflockerung zwischen den einzelnen Chorvorträgen beitrug. Er ging kurz auf die Geschichte des Vereins ein, berichtete über die verschiedenen Veranstaltungen, die bis jetzt schon im Jubiläumsjahr stattgefunden haben. Und warb für folgende Veranstaltungen: Ein Jubiläumsabend am 23. November mit der Verleihung der Zelterplakette, die eine Anerkennung für 100 Jahre aktive Chorarbeit darstellt, und zum Abschluss noch das Konzert "Ohmdener Sternengesänge" im Kurhaus in Bad Boll am 14. Dezember.

So facettenreich wie die verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen des Liederkanzes Ohmden waren, so facettenreich wurde auch dieses Liederfestival mit seinen verschiedenen Chören und Vereinen. Herbstlich begann der Gesangverein Weilheim mit "Bunt sind schon die Wälder" unter der Chorleitung von Yvonne Feuchter. Personelle Verbindung haben die Ohmdener Sängerinnen und Sänger zu Hattenhofen sie hatten eine Zeitlang denselben Chorleiter. Mit ihrem jetzigen Chorleiter, Edmund Dollinger, brachten sie klassisch und fetzig ihr Ständchen für den Jubilar. Auch mit dem Männergesangverein Bissingen hatten die Gastgeber lange Jahre zusammen den gleichen Dirigenten und so war es klar, dass auch Bissingen beim Festival mitwirkte. Unter ihrem Dirigenten Christian Vogt brachten sie mit klassischen Liedern dem unverkennbaren "Sound" eines reinen Männerchores eine gelungene Abwechslung ins Programm. Christian Vogt ist auch der Chorleiter der Eintracht Jesingen, die als Nachbarn eingeladen waren und schmissig "die Bettelleute tanzen" ließen. Der Liederkranz Schopfloch, der zusammen mit Ohmden und fünf anderen Vereinen rund um die Limburg zur Limburgvereinigung gehört, brachte unter der Leitung von Martina Sturm Lebensfreude und Wanderlust zum Ausdruck mit seinen Liedern.

Der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung getragen hat der Frohsinn Holzmaden. Er hat sich dem Zeitgeist angepasst und sich einen neuen Namen zugelegt: "Der Holzmadener Chor". Außerdem hatte der Chor noch eine Premiere. Er trat zum ersten Mal mit seiner neuen Dirigentin Katrin Grab auf und be-eindruckte das Publikum mit klarer Intonation, frischen Stimmen und neuer Literatur. Die Eintracht Dettingen war gleich mit drei Chorgruppen und ihrem Chorleiter Franz Hanicz angereist. Der Männerchor erzählte von "Südlichen Nächten", der Frauenchor "Pariser Geschichten". Der Junge Chor "All Generations" brachte dann mit "Mamma Maria" und Rock-'n'-Roll-Party Queen richtig Stimmung und bekam dafür auch reichlich Beifall.

Nach so viel Gesang war Kullinarisches angesagt und ein Viertele am Weinprobierstand oder Kaffee und Kuchen vom reichhaltigen Buffet. Am Nachmittag kamen neue Freunde zum Singen. Diesmal übernahmen die Jüngsten die Begrüßung. Gerade mal sieben Kinder vom Kinderchor Ohmden überzeugten die Gäste mit ihrem Lied: "Hört mal her, singen ist ja gar nicht schwer." C.I.A. steht für "Chor in Action". Und Action brachte der eigene Nachwuchs der Ohmdener Liederlust in die Gemeindehalle unter der Leitung von Sandra Geiselhart. Mit Action ging es weiter, als der Liederkranz Zell unter der Leitung von Gabriele Grabinger die Bühne betrat. Obwohl sehr dezimiert durch Krankheit, begeisterten die Sängerinnen und Sänger die Zuhörer mit ihren Vorträgen. Mit Freude und alles auswendig singend gingen sie auf ihre temperamentvolle "Chorleiterin in action", wie sie von Hans Herziger genannt wurde, ein. Chorleiter Reiner Hiby war auch mit zwei Chören vertreten. Mit dem Lie-derkranz Gutenberg brachte er Seemannslieder zu Gehör. "My fair Lady" hatte der Liederkranz Reudern im Repertoire. Originell verkleidet war der Chor, Heike Tomschi als Solistin verkörperte das Blumenmädchen Eliza fast professionell und erntete viel Beifall. Am Klavier begleitete Reiner Hiby selbst.

Der Männerchor Hepsisau, ebenfalls mit Ohmden verbunden durch die Limburgvereinigung, ist auch einer der seltenen reinen Männerchöre, die es noch im Karl-Pfaff-Gau gibt. Unter seiner Dirigentin Daniela Wolff erzählten sie den Gästen von Kosaken und Räubern. Die Eintracht Kirchheim, auch unter dem Dirigat von Daniela Wolff berichteten musikalisch: "I han a schöns Häusle", und "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Der Gemischte Chor der Eintracht Schlierbach brachte den "Zauber der Südsee" in die Gemeindehalle. Dirigiert wurde er von Christa Keßler. Der Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt des Sing out Chors aus Kirchheim. Unter ihrem Dirigenten Bertram Schattel entführten sie ihr Publikum unter anderem "in die Bar zum Krokodil" ausdrucksstark, temperamentvoll, dynamisch. Viel Applaus war ihnen sicher, doch eine Zugabe konnte es nicht geben, da jetzt das große Finale anstand, bei dem sich der Liederkranz Ohmden und der Sing out Chor gemeinsam unter der Leitung von Bertram Schattel präsentierten.

"Ein unwahrscheinlicher Tag, ganz im Zeichen des Chorgesangs geht zu Ende", so verabschiedete sich Johann Steffl von seinen Gästen.