Lokales

Die Demografie klopft an

In Unterensingen hat der Kreisfeuerwehrverband seine Hauptversammlung abgehalten. Fester Bestandteil dieser Versammlung der 44 Feuerwehren mit 83 Abteilungen im Kreis Esslingen ist eine Dienstbesprechung der Kommandanten.

UNTERENSINGEN Das Gespenst des Nachwuchsmangels, das derzeit viele Teile des Landes heimsucht, bereitet im Kreis Esslingen noch keine Sorgen. Kreisjugendwart Uwe Steck aus Nürtingen konnte sogar eine positive Entwicklung melden. Die Jugendfeuerwehr im Kreis zählt 51 Abteilungen, 1045 Mitglieder, darunter 152 Mädchen. Das Bild, das er entwarf, hätte freundlicher nicht sein können. Die Ausführungen von Bürgermeister Frank Buß aus Kohlberg, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, waren denn auch von einem vorsichtigen Optimismus gekennzeichnet. Es gibt im Kreis fast 3400 Feuerwehrleute. Das Ehrenamt, das sie bekleiden, ist durch nichts zu ersetzen. Landrat Heinz Eininger kam in seinem Grußwort auch auf die Terroranschläge in London zu sprechen und nahm sie zum Beweis für die Notwendigkeit, auf alle Fälle vorbereitet zu sein. Leider zeigten solche Vorkommnisse auch die Unmöglichkeit einer absoluten Sicherheit. Auf jeden Fall habe der Kreis die einschlägigen Fördermittel nicht gekürzt, trotz der höchsten Kreisumlage weit und breit. Der Landrat und Frank Buß konnten drei Ehrungen vornehmen. Die Chemiefachberater Dr. Wolfgang Schwarz aus Nellingen und Hermann Sailer aus Lenningen, die aus Altersgründen ihr Amt zur Verfügung stellten, wurden mit dem Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes erfuhr Kreisoberverwaltungsrat Hans-Joachim Bosse vom Landratsamt Anerkennung. Der Geehrte, der demnächst ebenfalls in den Ruhestand tritt, hat viel für die Wehren des Kreises getan. Die neuen Chemiefachberater sind Johannes Steinhilber aus Nellingen und Normann Metzger, der Kommandant der Flughafenfeuerwehr.

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Bezirksbrandmeister Frieder Lieb nahm die Ehrungen zum Anlass, auch auf die Änderung des Aufgabenbildes der Feuerwehr einzugehen. Hinsichtlich der Finanzierung des Feuerwehrwesens stellte er fest, dass die wichtigsten Anträge aus dem Kreis mit Zuschüssen rechnen können. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich kam auf die demografische Entwicklung zu sprechen und stellte fest: "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir müssen uns auf den Tag einstellen, wo wir mit geringerem Personal die gleiche Einsatzbereitschaft zu erbringen haben." Der Kreisbrandmeister befasste sich deshalb intensiv mit Ausbildungsfragen. Sein umfangreicher Jahresbericht war gespickt mit Zahlen. Im Berichtszeitraum waren im Kreis 26 Großbrände zu bekämpfen. Den insgesamt 707 Bränden standen 1963 Hilfeleistungen gegenüber. Schon ein Vergleich dieser zwei Zahlen mache die Verschiebung des Aufgabenspektrums der Feuerwehren deutlich.

Frank Buß, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, ging ausführlich auf die Denkschrift des Landesrechnungshofes und dessen Forderung ein, die Kooperation zwischen den Feuerwehren zu intensivieren. Der Sprecher mochte die Stuttgarter Vorschläge keineswegs rundheraus ablehnen. "Jeder Schritt zu Verbesserung der Zusammenarbeit ist wichtig", sagte er. Frank Buß ist für die Anwendung innovativer Konzepte, "besonders bei der schwierigen Tagesverfügbarkeit". Ein weiteres Thema, das er behandelte, war die Brandschutzsteuer. Mit ihr könne, meinte er, das Land schon in diesem Jahr seine finanzielle Zusagen erfüllen, ohne eigene Mittel einzusetzen.

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