Lokales

Die Dettinger SPD-Spitze setzt auf eine Unterführung

Die Dettinger Sozialdemokraten zeigen dem in Betracht gezogenen Bau eines Fußgänger- und Fahhrradstegs über die Gleisanlage und die Bundesstraße die "Rote Karte". Nach dem Beschluss des Vorstands wird das Planvorhaben der Gemeinde aufgrund mehrerer Fakten abgelehnt.

DETTINGEN Die Dettinger sollen bekanntlich zusammen mit der Landtagswahl am 26. März im Rahmen eines Bürgerentscheids zu einem lokalen Knackpunkt ihr Votum abgeben. Es geht um "Ja" oder "Nein" zur Realisierung des Stegprojekts ab dem Bahnhof in Richtung erweitertem Schulgebiet. Schon bei der ersten Veranstaltung der örtlichen SPD im vergangenen Jahr war die Brisanz des Themas offensichtlich. Schon damals zeichnete sich bei der lebhaften Aussprache eine breite Phalanx der Steggegner ab. Der SPD-Vorstand hat nun für sich einen Knopf an die Sache gemacht. Das Führungsgremium sprach sich nach Abwägung der wesentlichsten Aspekte gegen die Stegvariante aus. Der Vorstand setzt auf eine "sinnvolle Umgestaltung" des bestehenden Baukörpers.

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Bei der Entscheidung stand nicht ausschließlich der finanzielle Gesichtspunkt Pate, erwies sich jedoch als Schwergewicht in der Waagschale. "Können wir gerade in Zeiten des klammen Gemeindesäckels überhaupt solch ein Projekt schultern und brauchen wir es überhaupt?" gab Gemeinderat Dietmar Vogt zu bedenken. Genauso wurden die Folgekosten kritisch hinterfragt. Beleuchtet wurden auch Akzeptanz, Sicherheit, Ästhetik, die Nutzungsmöglichkeit für Behinderte oder auch die Probleme mit dem Winterdienst.

Bei der vorhandenen Unterführung sieht der Dettinger SPD-Vorsitzende Joachim Eberlein ein "beachtliches Potenzial", das es zu nutzen gelte. Auch für Altgemeinderat Hermann Pölkow steht eine "sinnvolle Nutzungsvariante" im Zentrum der Überlegungen. Sein Alternativentwurf sieht eine behindertengerechte Realisierung vomBahnhof her vor: In jedem baulich praktikablen Bereich wird "aufgebrochen", also nach oben geöffnet, um für eine angenehme Stimmung zu sorgen. Damit soll einer möglichen Hemmschwelle der Benutzer entgegengetreten werden. Aus dem gut belüfteten, farbenfrohen Kernstück führen Treppen ins Freigelände, um einen lockeren Charakter zu symbolisieren.

Bei der Umsetzung sieht Hermann Pölkow aus dem finanzpolitischen Blickwinkel auch noch den Vorteil einer etappenweisen Umsetzung: "Das ist ein zusätzlicher Pluspunkt angesichts der Haushaltslage." "Bei der bestehenden Infrastruktur besteht überhaupt keine Notwendigkeit, nach oben zu gehen", unterstrich der Architekt, "wir können die Unterführung nicht einfach platt machen." Und zu guter Letzt spreche für die Variante die Tatsache, dass mit ihr der optisch direkte Zugang zur Achse Kirchheimer Straße, zum Herz der Gemeinde anvisiert werde. Daher sei bis zum Bürgerentscheid den Wählern zu vermitteln, dass es eine Lösung mit vielen Vorzügen gäbe von der Gestaltung bis hin zu den Kosten.

Ihre Argumente kontra Steg wollen die Dettinger Sozialdemokraten in einem Flugblatt zusammentragen, das an alle Haushalte verteilt wird. Das Konzept wird auch an zwei Informationsständen am 11. und 25. März vorgestellt. "Wir werben für eine logische und bezahlbare Möglichkeit", betonte Joachim Eberlein. "Wir suchen den Dialog mit der Bevölkerung und wollen mit dem Modell der ,neuen' Unterführung überzeugen."

mag