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Die Diäten steigen Die Diäten steigen, ...

Die Diäten steigen

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Die Diäten steigen, und Herr Oettinger und seine CDU- und FDP- Abgeordneten haben dies so beschlossen. Und um dem jährlichen Ärger aus dem Weg zu gehen, werden die Diäten insbesondere an der Einkommensentwicklung der freien Wirtschaft angepasst. Richtig wäre es doch gewesen, die Diäten nur an den Einkünften der Arbeiter, Angestellten sowie der Beamten des Landes Baden Württemberg anzupassen. Aber dies wollen sie aus gutem Grund vermeiden, da sonst ihre Diäten sinken würden. Hat doch die CDU/FDP Landesregierung den Beamten die 41-Stundenwoche verordnet, das Urlaubsgeld gestrichen sowie das Weihnachtsgeld gekürzt. Alle diese Maßnahmen betreffen auch neu eingestellte Arbeiter und Angestellte des Landes.

Seit Monaten sind die Länderregierungen nicht bereit, über einen neuen Tarifvertrag mit den Gewerkschaften zu verhandeln oder das Verhandlungsergebnis von Bund und Kommunen zu übernehmen. Somit gibt es auch keine Lohnerhöhung für die Beschäftigten des Landes, die noch mehr Leistung für weniger Geld bringen sollen. Auch deshalb treten die Arbeiter und Angestellten der Unikliniken zurzeit in einen Streik. Und wenn heute die Landesregierung sagt, Lohnerhöhung bedeutet Arbeitsplatzabbau so haben wir im nächsten Jahr bei der Landtagswahl die Möglichkeit, die Arbeitsplätze dieser CDU/FDP-Regierung infrage zustellen.

Willy Haas

Owen, Wehrbachstraße

UngeschichtlicherHeimatbegriff

Zum Artikel "Böhmerwäldler feierten das 50-jährige Bestehen der Heimatgruppe Kirchheim Recht auf Heimat ist Menschenrecht", im Teckboten vom 10. Oktober:

Auf der genannten Veranstaltung der Böhmerwäldler war ich nicht, kann also nur auf den Teckboten-Bericht zurückgreifen. Vielleicht bin ich dann nicht voll informiert? Ich weiß es nicht. Unter diesem Vorbehalt eine Bemerkung. Der Satz aus der Rede des Bundesvorsitzenden des Böhmerwaldbundes, Ingo Hans, der wörtlich zitiert wird "Heimat und Heimatrecht passen nicht zu den Benesch-Dekreten" lässt in mir ein mulmiges Gefühl hochkommen. Wird hier nicht mit dem Recht auf Heimat auf gefährliche Weise ungeschichtlich gearbeitet?

Es ist für mich keine Frage, dass das Schicksal der Vertriebenen nicht vergessen werden darf, sondern im Erinnern aufgearbeitet werden muss, gerade auch im Blick auf die Einigung Europas! Aber gleichzeitig gilt für mich, dass man Geschichte nicht umschreiben kann. Das heißt: so gewiss die Benesch-Dekrete Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren, so gewiss sind sie gleichzeitig als Teil einer Geschichte zu begreifen, die schon 1919 (im Frieden von Saint Germain) begann und in Hitlers Annexion der Tschechoslowakei gipfelte.

Diese geschichtliche Einbettung rechtfertigt oder relativiert in keiner Weise die Verbrechen der Vertreibung, aber sie gehört meines Erachtens zu einer echten Aufarbeitung der Geschichte hinzu. Sonst lauert der ideologische Missbrauch des Heimatbegriffs.

Martin Brost

Dettingen, Ammerweg

Freie und sozialeMarktwirtschaft

Zum Artikel "CSU: Stoiber erklärt seinen Wechsel Platz nehmen auf dem Stuhl Ludwig Erhards", im Teckboten vom 12. Oktober:

Bei allem Respekt vor dem bayerischen Ministerpräsidenten, sich aber auch nur in die geistige Nähe und Größe Ludwig Erhards zu rücken, kommt einer Beleidigung dieses großen Mannes mit Format und unvergleichlicher Weitsicht gleich. Schon die Nähe seiner symbolischen Zigarre dürfte bei Herrn Stoiber Hustenreize auslösen, wodurch sein gelegentliches Gestammel an Mikrofonen auf beinah angenehme Weise unterbrochen würde.

So oft ist von der "sozialen" Marktwirtschaft Ludwig Erhards die Rede. Mir aber ist geläufig, dass er vehement für die "freie und soziale Marktwirtschaft" eingetreten ist. Eine "soziale" Marktwirtschaft aber setzt auch eine florierende Wirtschaft mit (nahezu) Vollbeschäftigung, nicht aber fünf Millionen Arbeitslosen voraus. Von sozialer Marktwirtschaft kann so meine ich erst dann wieder die Rede sein, wenn man in Deutschland zumindest annäherungsweise wieder von Vollbeschäftigung sprechen kann. Mit heute nahezu fünftausend Gesetzen und Regelungen dürfte von "freier" Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards auch wohl kaum mehr die Rede sein. Schon seinerzeit appellierte er an die Bundesbürger "Maß zu halten". Spötter entgegneten ihm, "Maß halten" tun wir nur im Münchener Hofbräuhaus . . .

Herbert Woyna

Bissingen, Breitensteinstraße