Lokales

Die einzige Schraube an der wir drehen ...

Die einzige Schraube an der wir drehen können?

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Zum Artikel "Kirchheimer Verwaltung begründet, warum sie die Gewerbesteuer für unumgänglich hält", im Teckboten vom 26. Oktober:

Ist man so fantasielos oder gar so handlungsunfähig in Kirchheims Stadtverwaltung, dass man die Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes tatsächlich als einzig verbleibende, beeinflussbare Größe im kommunalen Haushalt sieht? Da sprießt nun endlich einmal wieder das zarte Pflänzchen Konjunktur und welches Signal sendet man an die Kirchheimer Betriebe und potentielle Interessenten? Es ist Zeit zuzugreifen, es passt ja ohnehin nie, wie die Oberbürgermeisterin feststellt. Alles halb so schlimm, es trifft ja die Hälfte der Kirchheimer Betriebe gar nicht. Ob das allerdings die andere, zahlende Hälfte oder gar die Betriebe, die Interesse an einer Ansiedlung in Kirchheim haben, beruhigt? Sicher nicht.

Fakt ist, dass man mit der Erhöhung des Hebesatzes den Kirchheimer Betrieben in 2007 und 2008 knapp 1 Million Euro Finanzkraft entzieht, Geld, das dann weder für Investitionen oder Löhne zur Verfügung steht. Erst wird eine Wirtschaftsförderin eingestellt was ja bitter nötig war und nun passt man den Hebesatz für die Gewerbesteuer mit 380 auf einen Wert an, der dann auf gleicher Höhe mit standortgünstigeren Städten wie Leinfelden-Echterdingen oder Ostfildern liegt. Unsere Nachbarstädte Nürtingen und Göppingen freuen sich dann eines niedrigeren Steuersatzes als Kirchheim und Esslingen ist mit 390 auch in greifbare Nähe gerückt.

Wollen wir das wirklich? Eine Erhöhung des Hebesatzes ist kontraproduktiv, wenn man Kirchheim im Wettbewerb der Städte vorteilhaft positionieren möchte. Vielmehr gehören alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Kruichling endlich vollends an gewerbesteuerzahlende Unternehmen zu vermarkten und Gewerbebrachen zu schließen. Und sollte das noch nicht helfen, die finanziellen Lücken in der Gemeindekasse zu füllen, sollte man auch mal die eigene Verwaltung auf Einsparpotentiale untersuchen und Geld nur da ausgeben, wo es dem Bürger tatsächlich nützt.

Thomas Auerbach Kirchheim, Theodor-Körner-Straße

Regelschulen fördern undLehrerstand unterstützen

Zum Artikel "Land nimmt Schulen unter die Lupe", im Teckboten vom 18. Oktober:

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Schule zum Thema gemacht wird: Qualitätskontrolle, Abschaffung der Hauptschule, Gerangel um das Geld für Elite-Einrichtungen, die Lehrer . . . Um die Qualität an Schulen kontrollieren zu können, sollten erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Im Kommentar "Schulbewertung" wurde mit Recht festgestellt, dass Schulen zum Teil "Baustellen übereifriger Schulpolitik" sind.

Die Schlagzeilen über Streitereien um Millionenvergaben für Elite-Einrichtungen zeigen die Priorität unserer Politiker. Nicht ein Mal in den vergangen 30 Jahren wurde um die Vergabe von solchen Summen für die Regelschulen gesprochen. Welcher Prozentsatz der Bevölkerung geht in eine Elite-Schule beziehungsweise Universität? Der Großteil besucht "normale" Schulen, in denen der Alltag hart ist: Stundenausfälle, zu wenige Lehrer, keine Förderstunden und Zusatzangebote, Reduzierung praktischer Fächer und das besonders in Hauptschulen.

Da hört und liest man, die Akzeptanz der Hauptschule sei zu gering ist das ein Wunder? Wer schickt schon gern sein Kind in Schulen, die nicht gefördert werden und in denen auch noch Bereiche gekürzt wurden, in denen Hauptschüler ihre Stärken haben. Die Hauptschule hat ihre Berechtigung, denn würde bei dieser Schulart (aber auch Grundschulen, Realschulen und Gymnasien) der gleiche Maßstab angelegt wie bei Elite-Einrichtungen, hätten wir keinen Frust unter Hauptschülern, Eltern und Lehrern.

Durchführung der Qualitätskontrolle: Wer kontrolliert die Eltern, wenn sie teilweise ihrer Erziehungspflicht nicht nachkommen? Qualitätskontrolle ist berechtigt, wenn Regelschulen intensiv gefördert werden, alle Eltern ihrer Erziehungspflicht nachkommen und wenn Politiker beziehungsweise Medien den Lehrerstand nicht ständig zum "Buhmann" machen, sondern auch unterstützen.

Helga Löwa

Weilheim, Heimensteinweg

Wann folgen den Wortenendlich auch Taten?

Zum Artikel "Land nimmt Schulen unter die Lupe", im Teckboten vom 18. Oktober.

Endlich, die Schulen im Ländle werden ab dem Schuljahr 2008/2009 einer externen Evaluation einer Schulinspektion unterzogen. Durchgeführt von speziell geschulten Lehrern, werden Stärken-/ Schwächen-Analysen durchgeführt. Schwächen kann man jetzt schon feststellen. Die für die externe Evaluation zur Verfügung stehenden Lehrer werden nicht zusätzlich eingestellt, sondern dem Personalbestand entzogen. Schwach Stundenausfälle gibt es bereits genug.

Alle sechs Jahre wird jede Schule von Externen untersucht. Schwach welcher Betrieb könnte es sich leisten, "nur" alle sechs Jahre Bilanz zu ziehen, um aus Fehlern und Schwächen oder auch Stärken zu lernen und entsprechend darauf zu reagieren. Fehler oder Schwächen Einzelner dürfen nicht benannt werden. Schwach was bringt die Analyse, wenn ich das Kind nicht beim Namen nennen darf? Hat ein Lehrerkollegium kollektiv den Kopf hinzuhalten, wenn Einzelne nicht mehr ihren Bildungsauftrag erfüllen?

Im Moment ist es nicht vorgesehen, Elternvertreter an der Evaluation zu beteiligen. Schwach ohne Worte. Vielleicht sollte man unsere Politiker einer externen Evaluation unterziehen, um ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen und zu bewerten. Ergebnis: Durchgefallen. Über 500 Lehrerstellen werden entgegen allen Aussagen im Landtagswahlkampf eben nicht mehr neu besetzt. Angesichts immenser Stundenausfälle, in einer Kirchheimer Realschule im Schuljahr 2005/2006 knapp 60 Stunden allein im ersten Halbjahr, ist dies für die Eltern nicht mehr nachvollziehbar. Die Kinder freuen sich sie können es allerdings noch nicht abschätzen, dass ihnen später wichtige Grundlagen zum Beispiel zum Besuch einer Elite-Uni fehlen, oder aber am anderen Ende die Qualifikation nicht ausreicht, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Wann folgen den Worten vom "Kinderland Baden Württemberg" endlich entsprechende Taten? Bildung ist eine grundlegende Investition in die Zukunft unserer Kinder und der ganzen Gesellschaft, hier darf nicht gespart werden.

Hans Kiefer

Stellvertretender

Vorsitzender GEB

Kirchheim, Argonnenweg

Nicht alles was neu ist,muss auch besser sein

Zum Artikel "Vier VVS-Verbundlandkreise bezahlen über die Hälfte der ÖPNV-Kosten im Land Stuttgart 21 und der fehlende Hebel zum Verhandlungserfolg", im Teckboten vom 5. Oktober:

Dass der Bus vom Bahnhof Wendlingen zur Schule voll ist, gilt als normal. Eine Frage muss jedoch erlaubt sein: Warum können die Kinder nicht diesen Weg laufen? So weit ist es zur Schule nicht. Das wäre schon mal ein Ausgleich für den oft ausfallenden Schulsport. Und der Bus könnte wirklich nur für die "Fußschwachen" beziehungsweise Behinderte verwendet werden. Meine Tochter hat in Wendlingen grundsätzlich den Fußweg vom Bahnhof zur Schule bevorzugt. Dass sich Züge verspäten oder auch mal ausfallen, ist durchaus zu akzeptieren. Schon 25 Jahre fahre ich täglich mit der Bahn von Kirchheim nach Stuttgart. Natürlich gab es da auch verschiedene Unannehmlichkeiten. Jedoch auf die gesamten Jahre gesehen, bin ich bestimmt besser, ausgeruhter und zufriedener mit der Bahn gefahren. Mir sind zum Beispiel die Waggons der angeblich "alten Stinkbahn" durchaus lieber, als die Neuen. Denn im Sommer lassen sich wenigstens die Fenster öffnen und das Platzangebot ist bequemer. In den neuen Waggons fehlen oft die Klimaanlagen und die Fenster lassen sich nicht öffnen oder sind sehr klein. Dann herrscht Saunaklima. Nicht alles, was neu ist, ist besser. Auch nicht die S-Bahn.

Übrigens ist der herkömmliche Fahrkartenautomat nicht weniger ekelhaft als der "Touchscreen"-Automat, nur dort gibt es optisch keine Fingerabdrücke. Es sind jedoch die gleichen Bediener. Der "Touch-screen"-Automat ist allerdings weniger Reparaturanfällig. Und wer regt sich auf, wenn der Automat mal nicht geht? Aus Erfahrung: Reisende die hin und wieder mal die Bahn benutzen. Kein Reisender hat Verständnis, wenn die Bahnsteige und das Drumherum verschmutzt sind. Doch jeder sollte Verantwortung zeigen und die entsprechenden Personen zur Ordnung mahnen, welche einfach alles wegwerfen. Wegsehen ist die falsche Einstellung. Das Familienauto ist in der Regel nur bei voller Besetzung und als Zeitfaktor im Nahverkehr eine Überlegung wert. Sonst freuen sich nur die Autoindustrie und Ölmultis.

Hans Roth

Kirchheim, Bachstraße

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