Lokales

Die ersten „Botschafter“ sind schon da

Auftakt zum bevorstehenden Jubiläumswochenende: Freihof-Realschule begrüßt Gäste aus Kalocsa

Am Wochenende feiern die Städte Kirchheim und Kalocsa das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Die ersten „Botschafter“ aus Ungarn sind bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag eingetroffen: 14 Schülerinnen und Schüler der Kertvárosi Általános Iskola.

Andreas Volz

Kirchheim. Seit nunmehr sieben Jahren betreiben die Grund- und Hauptschule „Kertvárosi“ aus Kalocsa und die Kirchheimer Freihof-Realschule einen Schüleraustausch, der schon zu vielen Verbindungen zwischen den jungen Einwohnern der beiden Partnerstädte in Deutschland und Ungarn geführt hat. Eine der wichtigsten Kräfte aus Kalocsa ist die Deutschlehrerin Gabriella Angeli, die bei allen offiziellen Begegnungen auch wertvolle Dienste als Dolmetscherin leistet. An ihrer Schule gibt es immer einen Klassenzug, der sich von der Einschulung an für Deutsch entschieden hat. In diesem Zug haben die Kinder von Klasse 1 bis 8 jeden Tag eine Deutschstunde auf ihrem Stundenplan. Die Parallelklasse lernt Englisch, allerdings nicht ganz so intensiv: nur drei Stunden pro Woche.

Gestern morgen hat zunächst die Freihof-Realschule im alten Seminargebäude die Austauschschüler aus Kalocsa willkommen geheißen – „mit einer Schülerversammlung zu Ehren unserer ungarischen Gäste“, wie Schulleiter Eberhard Schweizer sagte. Auch wenn sie nicht die gleiche Sprache sprächen, sei es dennoch wichtig, dass sich Menschen begegnen und verstehen. „Dieses Verständnis über Sprach- und Ländergrenzen hinweg dient unser aller Zukunft. Es ist notwendig, solche Freundschaften zu pflegen“, sagte der Rektor der Freihof-Realschule, dessen Grußworte von der Bläserklasse mit imposanten Big-Band-Klängen und von der Mädchentanzgruppe einer sechsten Klasse begleitet wurden.

Etwas später am Vormittag stellten sich die Sechstklässler aus Kirchheim und Kalocsa im Rathaus ein, wo ihnen Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker für ihren Einsatz für den Partnerschaftsabend am Samstag dankte: Gemeinsam werden sie bis dahin nämlich noch die Tischdekoration basteln. Anschließend führte die Oberbürgermeisterin ihre Gäste im großen Sitzungssaal im Schnelldurchlauf durch die Kirchheimer Geschichte – bis hin zur Neuzeit, in der Kirchheim sich als „europäische Stadt“ präsentiert, mit zwei bewusst ausgesuchten Partnerschaften.

Die 43 Jahre alte Partnerschaft mit Rambouillet sei entstanden, weil es um Versöhnung zwischen den Völkern nach zwei Weltkriegen ging. Bei der Partnerschaft mit Kalocsa habe es sich um einen „Brückenschlag ins östliche Europa“ gehandelt. Als 1987 die ersten Gespräche aufgenommen wurden, war Europa noch durch den „Eisernen Vorhang“ geteilt. „Zum Glück wissen das die jungen Menschen von heute nicht mehr“, stellte Angelika Matt-Heidecker fest.

Die Schüler aus Kirchheim wie aus Kalocsa zeigten sich sehr interessiert, sei es am Haushaltsplan, an den Sitzungen des Gemeinderats oder an der Kanalsanierung. Und schließlich entlockten sie der Oberbürgermeisterin sogar eine entscheidende Nachricht: Auf die Frage, ob sie 2011 wiedergewählt werde, antwortete Angelika Matt-Heidecker mit „Ich hoffe es“. Damit hatte sie erstmals in der Öffentlichkeit bekannt, dass sie bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl wieder antreten will.

Die nächste große Herausforderung ist aber das Jubiläumswochenende. Es beginnt am Samstag, 8. Mai, um 10 Uhr mit einem Festakt auf dem Martinskirchplatz.

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