Lokales

Die Euphorie an der Jesinger Allee ist verflogen

Bonjour Tristesse am letzten Samstag war an der Jesinger Allee fast alles durchwachsen. Bei herbstlichem Schmuddelwetter unterlag Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim mit einer ebensolchen Leistung gegen die TSF Ditzingen 0:2 (0:0).

EBERHARD EINSELEN

Anzeige

KIRCHHEIM Die Euphorie, die nach dem tollen Auftaktsieg vor zwei Wochen gegen Laupheim beim VfL herrschte, ist endgültig verflogen. Gegen die TSF Ditzingen kassierten die Kirchheimer die zweite Niederlage in Folge. Die Optimisten verstummen angesichts der aktuellen Leistungen. Dafür sind die Realisten quasi wieder "in Mode". Beide Trainer waren sich nach der Partie einig: der Sieg der Gäste war verdient.

Es war alles andere als eine mitreißende Begegnung. Jens-Uwe Zierer, der Coach der Ditzinger: "Spielerisch war es keine Augenweide." Doch letztendlich juckte dies den Coach der Gäste wenig: "Wir wollten die drei Punkte und die haben wir bekommen." Michael Rentschler: "Auf Grund der besseren Chancen ist der Sieg verdient." Der VfL-Trainer hatte sich übrigens erstmals in dieser Saison wieder selbst aufgestellt. Dafür rückte Guido Fuchs aus der Abwehr auf die rechte Außenbahn. Die Hoffnung des sportlichen Leiters Norbert Krumm erfüllte sich indes nicht: "Ich hoffe, dass der Guido sein erstes Tor schießt."

Schon in den ersten 15 Minuten hatten die Ditzinger zwei hochkarätige Möglichkeiten. Doch sowohl Björn Matthies (2.) als auch Andreas Kocijan (14.) scheiterten an VfL-Keeper Norman Volber. Der 18-Jährige zu seiner Leistung: "Es bringt halt nichts, wenn ich gut halte und wir trotzdem verlieren." Den ersten Schuss von Emrah Polat auf das Gästetor nach einem Freistoß aus gut 25 Metern parierte TSF-Goalie Andreas Geser (16.). Mehr (echte) Chancen hatten die Einheimischen im ersten Spielabschnitt nicht. Die Ditzinger Abwehr stand gut und Antonino Singh war als "Alleinunterhalter" im VfL-Sturm total überfordert. Ditzingens Übungsleiter Zierer freute sich: "Wir wollten die Null halten und das haben wir geschafft."

Der Führungstreffer der Gäste war dann trotzdem einer der Kategorie "Glückstor". Nach einer weiten Flanke von Manuel Georgopoulos entwickelte sich ein regelrechtes Gewusel im VfL-Strafraum. Torwart Volber: "Ich ging raus ins Getümmel. Irgendwie kam dann ein Ditzinger zum Schuss." Mario Klotz, der 20-jährige Neuzugang von den Stuttgarter Kickers schob das Leder über die Linie (54.). Sieben Minuten später dann die Entscheidung. Beim Tor von Paulo Bayrak nach einem Konter sah die gesamte Innenverteidigung schlecht aus (61.).

Das war's. Der VfL hatte nicht mehr das Zeug für eine Wende obwohl die Kirchheimer nach einer Gelb-Roten Karte für Bayrak (hatte sich nach seinem Tor nicht "regelkonform gefreut") eine halbe Stunde gegen zehn Ditzinger spielten. Spielertrainer Michael Rentschler: "Uns fehlte der Wille, ein Tor zu erzielen."

VfL Kirchheim: Volber Eisenhardt, Sipoidis, Rentschler, Er Fuchs, Grimm, Polat, Kutscher (58. Korkmaz), Isci Singh (62. Erenler)TSF Ditzingen: Geser Klotz, Matthies, Schweizer (46. Georgopoulos), Hufnagel Bayrak, Antonov, Calderon (81. Kuhn), Weinmann (67. Gallo), Kloeren KocijanTore: 0:1 Klotz (54.), 0:2 Bayrak (61.)Gelbe Karten: Grimm, Polat, Coskun Matthies, Schweizer, Kloeren, Bayrak, GeorgopoulosGelb-Rote Karte: Bayrak (61./Unsportlichkeit)Zuschauer: 300Schiedsrichter: Christian Merkle (Wangen/Allgäu) leitete das Spiel ordentlich.