Lokales

Die Ex-Reserveteams sind in der Überzahl

13 13 14 12 13: Keine Safekombination, sondern die Zahl der Mannschaften, die in den vergangenen fünf Spielzeiten in der Kreisliga B, Staffel 6 (ehemals 3) auf Punktehatz gingen. Kurios: Von den 14 in der anstehenden Saison mitmischenden Teams sind mehr als die Hälfte "zweite" Garnituren.

Ein Trend macht Schule: Nachdem Vereine wie der SV Nabern und der FC Unterensingen im vergangenen Jahr den Schritt wagten, ihre Reservemannschaften für den regulären Spielbetrieb zu melden, scheinen ein Jahr später auch andere Clubs die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. So bekommt die Kreisliga B 6 gleich vierfachen Zuwachs in Form von zweiten Mannschaften: Neben dem TV Neidlingen und dem TSV Weilheim schicken auch der SV Reudern und der TV Unterboihingen ihre "Zweiten" ins Rennen.

Was prinzipiell begrüßenswert ist, ruft jedoch auch Skepsis hervor: Zu frisch ist noch die Erinnerung an die schlechten Erfahrungen der vergangenen Saison, als mit der SGEH II allwöchentlich eine personell ausgedünnte Rumpftruppe auflief, die mangels Spieler in der Rückrunde sogar ganz abgemeldet werden musste nicht wenige sprachen von Wettbewerbsverzerrung und unfairem Verhalten. Um dem einen Riegel vorzuschieben, hat der WFV beschlossen, Mannschaften künftig komplett aus der Wertung zu nehmen, wenn sie drei Mal nicht antreten. Eine Regelung, die zeigen wird, was den Vereinen ihre zweiten Mannschaften wert sind.

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Die Erfahrung zeigt, dass die ungeliebte "Reserve" allzu stiefmütterlich innerhalb so manchen Clubs behandelt wird zu stark liegt der Fokus auf dem Abschneiden der jeweiligen ersten Mannschaften. Diese sind in der Saison 2006/07 in der B6 allerdings in der Minderheit: Nur sechs der 14 Teams stellen sozusagen den alleinigen Stolz ihrer Fußballabteilungen dar, die einstigen Reserve-Elfs sind mit acht an der Zahl in der Mehrheit.

Einen weiteren Trend stellt die vermehrte Verstärkung der Teams durch eigene Jugendspieler dar. Die größte Ernte im Juniorenbereich konnten der TSV Ötlingen (zehn Spieler), der TV Unterlenningen (neun) und der TSV Jesingen II (sechs) einfahren. Leer gingen lediglich der TSV Ohmden, der TSV Owen und der VfL Kirchheim II aus, der sich in Sachen Saisonziel (einmal mehr) weit aus dem Fenster lehnt: Den Aufstieg haben Rainer Ziegelin & Co. anvisiert ein Vorhaben, dessen Gelingen auch von der Kooperationsbereitschaft der Kirchheimer Verbandsligatruppe um deren Trainer Michael Rentschler abhängen dürfte. Ohne schlagkräftige Unterstützung der VfL-Ersten drohen dem Reserveteam ähnlich unwürdige Szenarien, wie beim Teckbotenpokal-Turnier in Weilheim, als Kommunikationsprobleme zwischen "Erster" und "Zweiter" dazu führten, dass die Kreisliga-Truppe ohne Ersatzspieler auflaufen musste mit entsprechender Außenwirkung, denn wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen.

Kandidaten für das Meisterschaftsrennen sind angesichts der Vielzahl an Ex-Reserveteams schwer auszumachen, gerade die Leistungsfähigkeit der Neulinge ist nicht einzuschätzen. Als heißeste Tipps werden die TG Kirchheim und der TSV Ötlingen gehandelt nicht zuletzt wegen der beim Teckbotenpokal gezeigten Leistungen, die vor allem den TSVÖ als spielstarke, kämpferisch gute und vor allem in der Leistungsdichte homogen auftretende Truppe ins Gedächtnis vieler gebrannt haben. Auch die TG Kirchheim hinterließ trotz der oft bemängelten fehlenden Disziplin unter dem Strich einen starken Eindruck.

Das hinter diesen beiden Teams klaffende Loch sollten angesichts der Erfahrungswerte der vergangenen Jahre am ehesten Teams wie der TSV Jesingen II, der TSV Ohmden und (Personalquerelen hin oder her) der VfL Kirchheim II füllen können.