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"Die Fakten sprechen für den Neubau"

Die Freihof-Realschule ist marode. Eine Reihe von Besichtigungsterminen und fachkundige Begutachtungen haben dies schon mehrfach bestätigt. Besonders schwer wiegt die Tatsache, dass der Brandschutz massiv zu wünschen übrig lässt. Wie so oft käme eine umfassende Sanierung des Gebäudes teurer als ein Neubau. Die Tage des 30 Jahre alten Gebäudes sind daher gezählt.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM An gleicher Stelle soll eine dreizügige Realschule mit Ganztagsbetreuung entstehen, wie bereits im Schulentwicklungsplan skizziert. Bisher verfügt die Freihof-Realschule in den Klassenstufen fünf und sechs über jeweils drei Parallelklassen, in den höheren Stufen ist sie noch vierzügig. Als Termin für den Baubeginn schwebt den städtischen Planern Anfang 2007 vor. Zunächst wird nämlich noch ein begrenzt offener Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Für diese Vorgehensweise hat sich der Kirchheimer Gemeinderat mit sechs Enthaltungen aus den Reihen der CDU entschieden.

7,2 Millionen Euro, so die Schätzung des Architekten, würde die Sanierung kosten, wobei ein "Restrisiko" bliebe. Der Neubau dagegen schlägt mit 5,8 Millionen Euro zu Buche. Für das Projekt wurden bereits Zuschüsse seitens des Stuttgarter Oberschulamtes zugesagt. Für eine Sanierung gäbe es hingegen keine Unterstützung.

Die Summe trifft die Stadt Kirchheim nicht unvorbereitet, schließlich beschäftigt die marode Gebäudesubstanz das Ratsrund schon seit Monaten. Der Stadtkämmerer hat deshalb das Projekt schon im Investitionsplan für die nächsten Jahre verankert, mit Billigung der Räte bei der Haushaltsplanverabschiedung im März. 100 000 Euro sind bereits im aktuellen Haushalt für Planungen eingestellt.

Doch Zuschuss und langfristige Planung hin oder her 5,8 Millionen Euro sind beileibe kein Pappenstiel in heutigen Zeiten. Deshalb machte sich die CDU-Fraktion auf die Suche nach Sparmöglichkeiten. "Sicherheit und Brandschutz müssen gewährleistet sein", betonte Oliver Riethmüller, doch sollte eine Diskussion über Standards stattfinden. Riethmüller regte an, über den Einbau einer Sprinkleranlage nachzudenken. Diese preisgünstige Variante werde im Ausland in Schulen häufig angewandt.

Den Vorschlag wehrte SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Aeugle ab, mit dem Hinweis, jegliches Restrisiko von vornherein ausschließen zu wollen: "Die Fakten sprechen für einen Neubau." "Es kann nur auf einen Neubau hinauslaufen", ergänzte auch Andreas Schwarz von den Grünen Alternativen, der ganz dringenden Handlungsbedarf sah und vorab schon Maßnahmen wie den Einbau von Brandmeldeanlagen im bestehenden Gebäude vorschlug. Zudem regte er an, anlässlich der Baumaßnahme das gesamte Quartier konzeptionell zu überdenken.

Städtebauliche Impulse durch den Wettbewerb erhofft sich die Stadt für das Quartier durchaus, wie Hochbauamtsleiter Wolfgang Zimmer betonte. Hoffnungen, mit einer Sprinkleranlage könne das Problem bewältigt werden, zerschlug er unter Hinweis auf den Brandschutzbeauftragten. Ihm zufolge könne eine Sprinkleranlage allenfalls Teil eines Gesamtkonzeptes sein. Da Leitungen durchs ganze Gebäude gezogen werden müssten, wäre der Aufwand erheblich. Außerdem löst die Sprinkleranlage bei 70 Grad Celsius aus. Die Freihof-Realschule ist jedoch so beschaffen, dass ein Schwelbrand nicht auszuschließen sei, der das ganze Gebäude verrauche, ohne die erforderlichen 70 Grad zu erreichen.

Aufgeschnappt"Wir stellen das Denken nach der Ausschuss-Sitzung nicht ein!" CDU-Stadtrat Waggershauser auf den Vorwurf, warum seine Fraktion das Thema Sprinkleranlage nicht schon während der Vorberatung im Technischen Ausschuss angesprochen habe.