Lokales

Die Faszination des Fliegens ausprobiert

WENDLINGEN / KIRCHHEIM Beieiner kurzweiligen Einweisung in die Theorie der Aerodynamik lernten die zwölf Teilnehmer im Alter von 15 bis 54 Jahren, warum ein Flugzeug sich vom Boden abhebt, in der Luft fliegt und wie es dort gesteuert werden kann. Zahlreiche praktische Versuche halfen beim Verständnis der Theorie. Ein Besuch auf dem Turm gab einen Überblick über die Hahnweide. Nach dem gemeinsamen Aushallen der Flugzeuge wurde der Sicherheitscheck des Motorseglers sowie der Segelflugzeuge durchgeführt. Danach wurden die Segelflugzeuge an den Start geschoben und der Startplatz aufgebaut. Ein Besuch der Seilwinde rundete die Theorieausbildung ab.

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Alle Teilnehmer flogen dann nacheinander mit dem Motorsegler und hatten dabei eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, die heimatlichen Gefilde ausgiebig von oben zu betrachten und zu erkennen. Denn in der Luft sind keine Verkehrszeichen aufgestellt, auf denen die Ortsnamen stehen. Nun folgte der spannendste Teil des Tages: Das Fliegen mit dem Segelflugzeug. An der Seilwinde starteten dann alle mit einem doppelsitzigen Schulungssegler, um die erlernte Theorie in der Praxis zu testen.

Die beiden Piloten konnten in der Ferne die Seilwinde erkennen. Das Blinken der Warnleuchten deutete auf den kurz bevorstehenden Start hin. Das Rascheln im trockenen Gras, das durch das Straffziehen des Stahlseiles entstand, das von der Winde bis zum Segelflugzeug von einem Seilrückholfahrzeug ausgelegt wurde, steigerte die Spannung noch mehr. Dann die Kommandos: "Seil straff, fertig", und mit einer atemberaubenden Beschleunigung ging es los, man fühlte sich wie im Sitz eines Sportwagens beim Formel-1-Rennen. Man wurde kräftig in den Sitz gepresst. Das Holpern des Seglers über die Bodenwellen bemerkte man nur am Rand. Auf einmal war man in der Luft und wurde steil nach oben gezogen. Wie in der Achterbahn ging es nach oben. Doch kaum hatte man sich daran gewöhnt und halbwegs zurechtgefunden, senkte sich die Nase des Flugzeuges wieder, die Erde konnte auch bei einem Blick nach vorne aus dem Cockpit wieder erkannt werden. Ein neuer Zustand war erreicht. Es klackte dreimal, das Seil wurde vom Piloten ausgeklinkt und man schwebte in der Luft. Eine plötzliche Ruhe trat ein, ein völlig anderes Fliegen als im Motorsegler, nur noch das leise Rauschen der Luft war zu hören. Der Pilot, ein erfahrener Segelfluglehrer, den man vor sich sitzen hatte, leitete verschiedene Kurven ein und lenkte das Flugzeug sicher durch die Luft. Beim zweiten Flug wurden auch "die Sensoren im Hintern" des Piloten angesprochen. Die Thermik konnte ausgenutzt und so auch höhere und weitere Flüge realisiert werden.

Am Ende des Flugtages waren alle ziemlich geschafft vom Erlebten und von der Hitze des hochsommerlichen Fühlingstages. Gemeinsam wurden die Flugzeuge abgewaschen und in der Halle wieder eingeschachtelt. Beim gemeinsamen Grillen wurden dann die Erlebnisse und Adressen ausgetauscht und beschlossen, sich in Kürze wieder zu treffen, um dieses Hobby noch intensiver kennenzulernen.

Im Internet auf der Homepage der Segelfliegergruppe Wendlingen www.sgw.info/schnupperfliegen können sich alle Interessenten selbst einen bildlichen Eindruck von der Faszination dieses Tages machen. Mit der E-Mail-Adresse anmeldungen@sgw.info oder bei Wolfgang Schuler, Telefon 0 70 24/71 37, können sich Interessenten bei der Segelfliegergruppe Wendlingen für einen weiteren Schnuppertermin anmelden.

pm