Lokales

Die fetten Jahre sind vorbei

Dettingens Haushalt 2008 schließt gut ab – Krise trifft Gemeinde im laufenden Jahr hart

Das vergangene Jahr war für Dettingen finanziell ein gutes Jahr. In den nächsten vier Jahren fehlen der Gemeinde dagegen rund sechs Millionen Euro.

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Antje Dörr

Dettingen. „Das Haushaltsjahr 2008 schließt gut ab“, sagte der Dettinger Kämmerer Jörg Neubauer bei der Vorstellung der Haushaltsrechnung im Gemeinderat. Die Zahlen zeigen, dass es Dettingen im Jahr 2008 sehr gut ging. Der Verwaltungshaushalt, auch als Kern- oder Pflichthaushalt bezeichnet, erwirtschaftete einen satten Überschuss in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Dieser Überschuss wird dem Vermögenshaushalt zugeführt, aus dem die Gemeinde Investitionen tätigt.

Der Schuldenstand im Kämmereihaushalt konnte 2008 weiter reduziert werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Dettingen beträgt nun rund 629 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt bei 766 Euro. Die Allgemeine Rücklage war Ende 2008 mit rund 2,7 Millionen Euro gut gefüllt. „Das ist auch dringend nötig, um die Finanzlöcher in den kommenden Haushaltsjahren zu schließen“, sagte Jörg Neubauer. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Rücklage Ende 2010 nur noch den gesetzlichen Mindestbestand von rund 185 000 Euro aufweisen wird.

„Über solche Finanzen wie 2008 werden wir nicht mehr so schnell verfügen“, so Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann. Seiner Berechnung nach fehlen in den kommenden vier Jahren rund sechs Millionen Euro im Gemeindesäckel. Grund ist die Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch Dettingen stark getroffen hat. Die Folge sind Ausfälle bei der Gewerbesteuer und steigende Sozialausgaben. Einsparungen seien unausweichlich, sagte der Schultes. „Wir müssen strukturell ran, uns verschlanken.“

Am Dienstag, 3. November, um 19 Uhr veranstaltet die Gemeindeverwaltung eine Bürgerversammlung in der Dettinger Schlossberghalle. Die Veranstaltung trägt den Titel „Gemeindeentwicklung Dettingen 2020“.