Lokales

"Die Feuerwehr ist der Garant für die Sicherheit der Bürger"

"Kirchheim verfügt über eine leistungsfähige Feuerwehr", betonte Bürgermeister Günter Riemer während der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Kirchheim. Die Kirchheimer Feuerwehr musste allein im vergangenen Jahr zu 238 Einsätzen ausrücken, berichtete Abteilungskommandant Michael Grininger.

KIRCHHEIM Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Feuerwehrabteilung Kirchheim stellte Abteilungskommandant Michael Grininger die 238 Feuerwehreinsätze im Jahr 2004 in der Übersicht dar. Zwar sei ein leichter Rückgang gegenüber 2003 (271 Einsätze) festzustellen, doch habe die Aufgabenvielfalt zugenommen. Der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze liege weiterhin im Hilfeleistungsbereich. So mussten allein mit dem Vorausrüstwagen, einem auf Verkehrsunfälle spezialisiertem Fahrzeug, 30 Einsätze gefahren werden. "Gemeinsam mit dem Rettungsdienst konnten wir hierbei 52 Personen aus ihren verunglückten Fahrzeugen befreien", betont Grininger und weist darauf hin, dass neben dem Stadtgebiet die Autobahn ein Haupteinsatzgebiet dieses Fahrzeuges sei.

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Neben Verkehrsunfällen umfassen Gefahrgutunfälle, Türöffnungen bei Notlagen, Ölunfälle, Einsätze im Umweltbereich sowie Einsätze durch Sturm, Hochwasser und andere Unwetter einen großen Teil der insgesamt 140 Hilfeleistungseinsätze. Diesen stehen 98 Feueralarme gegenüber. Hierunter fallen neben den spektakulären Einsätzen auch Kleinbrände und zahlreiche Brandmeldungen in Firmen und öffentlichen Einrichtungen. Im Frühjahr 2003 beschäftigten zwei Lastkraftwagenbrände auf der Autobahn innerhalb kurzer Zeit die Floriansjünger. Ihrem raschen Eingreifen war es zu verdanken, dass die 20 Tonnen Käse, die ein Lastwagen verladen hatte, unbeschadet ihr Ziel erreichen konnten. In beiden Fällen war der Anhänger des Lastzuges, vermutlich auf Grund heiß gelaufener Bremsen, in Brand geraten.

Darüber hinaus erwähnte der Kommandeur die Überlandhilfe der Kirchheimer Feuerwehr beim Brand einer Lagerhalle in Dettingen im Sommer 2004. Ebenso ging Grininger auf die Einsätze der Drehleiter ein, die nicht selten von den umliegenden Feuerwehren angefordert werde.

Der Abteilungskommandant führte die abnehmende Zahl der Brandeinsätze insbesondere auf die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren und die dadurch entstandene Sensibilisierung der Bevölkerung zurück. Die Aktion der Feuerwehr "Rauchmelder retten Leben" hätte viele Bürger angeregt, Rauchmelder für den Einbau in Schlaf- und Wohnräumen zu beschaffen. Darüber hinaus sei die Brandschutzerziehung für Kindergärten und Schulen ein wichtiges Feld des vorbeugenden Brandschutzes.

"238 Feuerwehreinsätze pro Jahr bedeuten nahezu fünf Einsätze pro Woche", errechnete Michael Grininger. Dabei sei die Kooperation mit den Arbeitgebern der Feuerwehrangehörigen wichtig.

In seinem Jahresbericht ging Michael Grininger auf den Personalstand ein. Von 178 Angehörigen, davon 26 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr, 38 Angehörige des Spielmannszugs und 29 Mitglieder der Altersfeuerwehr, würde ein starkes Team von 85 Frauen und Männern in der Einsatzabteilung für die Sicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner sorgen. "Die Feuerwehr ist somit ein Garant für die Sicherheit in unserer Stadt", so der Abteilungskommandant.

Im Weiteren stellte er das umfangreiche Aus- und Weiterbildungsprogramm des vergangenen Jahres vor.

Ein wichtiges Anliegen war es Grininger, auf die anstehende Ersatzbeschaffung des Gerätewagens Transport hinzuweisen. Dieses Fahrzeug sei sehr wichtig, da dadurch der Transport wichtiger Gerätschaften ermöglicht würde und diese somit flexibler einsetzbar seien.

Unterstützung erhielt der Kommandant von Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, der an den Gemeinderat und die Stadtverwaltung appellierte, im Haushaltsplan 2006 Gelder zur Ersatzbeschaffung des momentan knapp 40 Jahre alten Lastwagens zur Verfügung zu stellen. Schultheiß ging in seinen Ausführungen auf die Einführung des digitalen Sprechfunkverkehrs und die Beibehaltung des Strahlenschutzstützpunktes Kirchheim ein. Darüber hinaus kündigte er an, die Fahrzeugkonzeption der Gesamtfeuerwehr für die nächsten Jahre fortschreiben zu wollen. Den "Dank der Stadt für das bürgerschaftliche Engagement" überbrachte Bürgermeister Günter Riemer in Vertretung von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Er verwies einerseits auf die schwierige Haushaltslage der Stadt, stellte aber auch dar, dass durch die Einrichtung eines eigenen Haushaltsrahmens die Feuerwehr in eigener Verantwortung "ökonomisch, zweckmäßig und flexibel" wirtschaften könne. Die Einhaltung des Budgets in den vergangenen Jahren zeige, dass die Feuerwehr wirtschaftlich handle. Kirchheim verfüge über eine sehr leistungsfähige Feuerwehr.

Die Nachwuchsförderung und Jugendarbeit stellte bereits im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt der Feuerwehrarbeit dar. So konnte Stefan Scherrer, Leiter der Jugendfeuerwehr, darüber berichten, dass die 26 Mädchen und Jungen umfassende Truppe im vergangenen Jahr die Jugendleistungsspange mit Bravour abgelegt hatten. Das Ergebnis sei gar so gut gewesen, dass das Video des feuerwehrinternen Wettkampfes nun als Lehrfilm verwendet werde. Für den Spielmannszug stellte Frank Eberle ein umfangreiches Jahresprogramm vor, das neben der Aufstellung des Maibaumes auch das Laternenfest für die Kirchheimer Bevölkerung enthielt. Auch der von Hans Engelhardt für die Altersfeuerwehr verfasste Jahresbericht enthielt eine Fülle an Programmpunkten. Nachdem er beabsichtigte, sein Amt in jüngere Hände zu legen, tritt nun Wilhelm Kurz seine Nachfolge als neuer Leiter der Altersabteilung an. Dem Kassier Michael Adler bescheinigten die Kassenprüfer Kerstin Schmid und Frank Schweizer eine vorbildliche Kassenführung, was sich in der einstimmigen Entlastung und einem Dankesapplaus der Versammlung niederschlug.

Unter dem Punkt "Neuwahl des Abteilungskommandanten" wurde der amtierende Abteilungskommandant Michael Grininger für weitere fünf Jahre gewählt. Seine Verpflichtung durch den Gemeinderat soll in einer der nächsten Sitzungen erfolgen. Den glanzvollen Abschluss der Hauptversammlung bildeten die Beförderungen. So konnte Abteilungskommandant Grininger an Michael Adler, Hans-Peter Jüstel, Andreas Schwarz und Oliver Sohn die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann überreichen. Markus Hauser wurde zum Löschmeister, Dieter Adler zum Hauptlöschmeister, Michael Eiting zum Brandmeister sowie Michael Briki, Klaus Holder und Ulrich Schmid zum Oberbrandmeister befördert.

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