Lokales

Die Finanzen bestimmen das Tempo

Rund 20 Kilometer lang ist das Kanalnetz der Gemeinde Schlierbach, und im Untergrund werden in den kommenden Jahren nicht nur Abwässer verschwinden. Die notwendige Sanierung von rund elf Kilometern des Kanalnetzes wird auch eine größere Geldsumme aus dem Gemeindehaushalt wegspülen.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Nach heutigen Berechnungen werden die Maßnahmen mit mindestens zwei Millionen Euro zu Buche schlagen. Über das weitere Vorgehen hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu entscheiden. Seit Anfang der 90er-Jahre gilt die so genannte Eigenkontrollverordnung. Sie verlangt von allen Gemeinden eine Überprüfung des Kanalnetzes mittels einer Videokamera. 1999 war die Kontrolle des damals existierenden Kanalnetzes abgeschlossen; seither neu gebaute Kanalstrecken wurden vor der Inbetriebnahme ebenfalls geprüft.

In den letzten Jahren war die Gemeinde vornehmlich damit beschäftigt, die schwersten Schäden am Kanalnetz zu beseitigen. Insgesamt wurden so bereits mehr als vier Kilometer des Netzes saniert. Nun, so der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, sollen die weiteren Sanierungsmaßnahmen abschnittsweise angegangen werden.

Um die jährlichen Belastungen im Rahmen zu halten sollen die Maßnahmen auf die nächsten Jahre verteilt werden. Maßgeblich für die zeitliche Abarbeitung des Sanierungsplans soll jeweils die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde sein. Dieses Vorgehen fand einstimmige Zustimmung im Gremium. Immerhin können die meisten Arbeiten am Kanalnetz durchgeführt werden, ohne dass dazu die Straßen aufgegraben werden müssen, erläuterte Fachingenieur Rolf Vogelsang. Je nach Schwere der Beschädigungen können die Rohre entweder mit einer abdichtenden, flexiblen Innenhaut ausgekleidet, mit einer "Stuttgarter Hülse", also einem Edelstahlrohr verstärkt, oder mit einem Roboter repariert werden.

Erfreut zur Kenntnis nehmen konnte das Gremium die vorliegenden Ergebnisse der Niederschlagsabflussmodellrechnungen. Als Reaktion auf die Hochwasserschäden im Filstal vor einigen Jahren auf dringende Bitte des Landratsamtes Göppingen hin durch die Universität Karlsruhe erstellt, zeigt die Modellrechnung für Schlierbach ein positives Bild, zeigen die Ergebnisse doch im Vergleich mit den Berechnungen des Schlierbacher Hochwasserschutzkonzepts, dass seinerzeit bei der Erstellung nicht zu knapp gerechnet wurde. Allerdings müsse, so Bürgermeister Paul Schmid, auch in Zukunft darauf geachtet werden, dass der Schlierbach zum Beispiel an der Brücke der Seestraße regelmäßig ausgebaggert wird und keine zusätzlichen Hindernisse an den Uferböschungen den Abfluss erschweren.

Zum Thema Hochwasserschutz beschloss der Gemeinderat auch, das Regenüberlaufbecken an der Seestraße an die Fernüberwachung der Kläranlage anzuschließen, um bei einer plötzlich auftretenden Verstopfung des Abflusses schnell reagieren zu können. Ebenfalls durch einstimmigen Beschluss verabschiedete der Gemeinderat den Bebauungsplan "Im Schopf" als Satzung sowie die Vergabe der Landschaftsbauarbeiten im Baugebiet "Vor der Sommerweide". Hier wird auch ein Spielplatz eingerichtet werden. Die Kosten der Landschaftsbauarbeiten werden sich laut Angaben der Verwaltung auf rund 57 000 Euro belaufen.