Lokales

Die Gedenkstätte vermittelt "mehr als alle Bücher"

Als Abschluss der Unterrichtseinheit "Nationalsozialismus" fuhren die Klassen 10 der Kirchheimer Teck-Realschule in die KZ-Gedenkstätte Dachau. Dort wurden sie von ihren Fremdenführerinnen empfangen und marschierten klassenweise los.

DACHAU Das ehemalige Konzentrationslager liegt in der kleinen Stadt Dachau, nördlich von München. Es war das erste in Deutschland, ein "Vorzeigelager", das außerdem als einziges zwölf Jahre lang in Betrieb war. Heinrich Himmler gab die Eröffnung am 20. März 1933 bekannt. Gedacht war das Lager für zirka 5 000 Häftlinge (ein reines Männerlager). 1945 wurden über 30 000 Menschen von ihrer Gefangenschaft befreit.

Anzeige

Sogar innerhalb des Konzentrationslagers gab es noch ein spezielles Gefängnis und Standzellen mit einer Grundfläche von 75 auf 75 Zentimeter, was die Zehntklässler an Hand eines auf den Boden gelegten Tuches nachvollziehen konnten. Der längste Aufenthalt eines Häftlings in einer solchen Zelle war zehn Tage. Die Gefangenen waren in 34 Baracken untergebracht, ihr Alltag bestand aus Arbeit und Schikanen durch die Aufseher. Zwei nachgebaute Baracken zeigen, wie eng es dort zuging, da ja das Lager immer überfüllt war.

Kleinste Vergehen wurden mit brutalen Schlägen bestraft. Auch gab es "medizinische Versuche", was an den Schautafeln im Museum zu sehen und zu lesen ist. Das Durchschnittsgewicht der Gefangenen betrug 45 Kilogramm. Am einzigen Tor steht der Spruch "Arbeit macht frei". Jeder Häftling, der durch dieses Tor ging, verlor seine Würde und seine Individualität. Jeder bekam eine Nummer, gestreifte Kleidung und teilweise Holzschuhe, die sommers wie winters getragen wurden. Eine überlieferte Originalbegrüßung durch den Kommandanten begann mit "Kreaturen" dies zeigt schon die menschenverachtende Behandlung der Gefangenen.

Die Kirchheimer Schüler haben in der KZ-Gedenkstätte die Erfahrung gemacht, dass solche Exkursionen viel von der damaligen Zeit vermitteln können, mehr als alle Bücher. Sie sollten deshalb fester Bestandteil des Unterrichts sein.

Annika und Tanja, 10b