Lokales

Die Geldhaie schnappen zu

Angesichts der jüngsten Zahlen über 3,1 Millionen überschuldeter Haushalte warnt die Polizei vor betrügerischen Kreditvermittlern. So machen sich die kriminellen Geldhaie oft die ausweglos erscheinende Zwangslage ihrer Opfer zunutze.

KREIS ESSLINGEN "Bargeld ohne lästige Bankgespräche", "Geld im Handumdrehen" oder "Sofort schuldenfrei" mit diesen oder ähnlich vollmundig klingenden Versprechungen locken unseriöse Kreditvermittler in Zeitungsanzeigen ihre potenziellen Opfer. Die Betrüger zielen einzig und allein darauf ab, ihren Opfern rechtswidrige Gebühren, Provisionen oder sonstige Vorauskosten aus der Tasche zu ziehen.

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Dazu werden beispielsweise bei so genannten "Beratungsgesprächen" den Hilfesuchenden manchmal bis zu zehn Formulare auf einmal zur Unterschrift vorgelegt. Hat der Kunde die dubiosen Vorausgebühren (im Schnitt 200 bis 300 Euro) zumeist in bar bezahlt, spielen die Betrüger auf Zeit. Sie versprechen die Auszahlung des Kredits in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen, halten die Opfer aber mit immer neuen Ausreden hin. Der Gipfel der Dreistigkeit: Um den Fortgang des Falles vermeintlich zu beschleunigen, bieten die kriminellen Vermittler eine "Schnellbearbeitungsgebühr" an, bei der die Opfer dann noch einmal geprellt werden. Der sehnlichst erhoffte Kredit bleibt freilich aus und der Vermittler verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, rät die Polizei:

Bezahlen Sie nicht im Voraus. Kein Kreditvermittler hat Anspruch auf Vermittlungsprovision vor der Auszahlung des Kredits.

Bezahlen Sie nur Aufwendungen, welche konkret für die Bemühungen in Ihrer Angelegenheit entstanden sind Pauschalen sind unzulässig.

Vorsicht bei der Aufforderung, zur Verbesserung der Bonität oder als Voraussetzung für die Kreditgewährung weitere Verträge, wie etwa Versicherungen, Sparverträge oder Firmenbeteiligungen, abzuschließen.

Grundsätzlich ist das Eingehen neuer Zahlungsverpflichtungen nicht geeignet, die Bonität zu erhöhen. "Bei Rechtsgeschäften im Ausland ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Selbst für erfahrene Kaufleute bedeutet dies ein erhöhtes Risiko." Besondere Vorsicht ist beim Anrufen von 0190-, 0900- oder 118-Nummern geboten. Schon eine einminütige Verbindung oder Warteschleife kann mehrere Euro kosten.

Wie man sich wirkungsvoll vor solchen Betrügereien schützen kann und woran kriminelle Kreditvermittler zu erkennen sind, zeigt das neue Faltblatt der Polizei "Vorsicht, Geldhaie". Es liegt bei jeder Polizeidienststelle kostenlos bereit. Nähere Informationen dazu sind auch im Internet unter www.polizei-beratung.de abrufbar. Mehr Informationen zum Thema "Betrug" enthalten auch die Faltblätter "Schutz vor Geldanlage-Betrug" und "Timesharing" sowie die Merkblätter "Vorauszahlungsbetrug/Nigeria-Briefe," "Offertenbetrug" und "Gewinnbenachrichtigungen." Diese sind ebenfalls unter der Internetadresse www.polizei-beratung.de downloadbar.

lp