Lokales

Die Hälfte der Wegstrecke ist zurückgelegt

Seit 2001 läuft in Bissingen der zweite Teil der Ortskernsanierung. Bisher beteiligten sich daran 18 Privatleute und die Gemeinde mit dem Rathausneubau sowie der Gestaltung der Vorderen Straße um Waaghäusle und "Lamm". Das Land steuerte zu den Investitionen in Höhe von insgesamt etwa 4,3 Millionen Euro, rund 703 000 Euro bei.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Die Hälfte der Wegstrecke ist bereits zurückgelegt, wie Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle in seinem Zwischenbericht versicherte, und mehr als die Hälfte der Ortskernsanierung Teil II konnte erledigt werden. Dazu zählt das neue, moderne Verwaltungsgebäude der Seegemeinde mit seinem Vorplatz ebenso wie die "Schneck" am Waaghäusle und der Bereich vor der Gaststätte Lamm, der ein neues Gesicht erhielt. Insgesamt 3,25 Millionen Euro investierte die Gemeinde dafür. Vom Land erhielt sie Zuschüsse in Höhe von 358 000 Euro. Für Planungen, Vermessungen und Honorare bezahlten die Bissinger rund 194 000 Euro. Hierfür flossen vom Land ebenfalls Zuschüsse von rund 108 000 Euro.

Die 18 privaten Häuslesbesitzer, die ihre Gebäude verschönerten und modernisierten, steckten insgesamt zirka 1,1 Millionen Euro in die Sanierung. Auch sie erhielten Fördermittel, wobei Land und Seegemeinde bei einem Verteilungsschlüssel von 60 zu 40 insgesamt 237 000 Euro beziehungsweise 158 000 Euro zuschossen. Die Verwaltung hatte zuvor die für das betreffende Gebiet infrage kommenden Eigentümer der Gebäude in der Gemeindehalle über die Ziele und Fördermöglichkeiten der Ortskernsanierung informiert, und an die 92 Hausbesitzer auch Informationsblätter verteilt. Wie Verwaltungschef Kümmerle mitteilte, stehen von den für den zweiten Teil der Ortskernsanierung bewilligten Landesfördermitteln in Höhe von 1,278 Millionen Euro noch rund 575 000 Euro zur Verfügung. Ursprünglich rechnete die Gemeinde mit höheren Fördergeldern, musste dann aber das Sanierungsgebiet um Teile der Hinteren Straße verkleinern, sodass auch der förderfähige Investitionsrahmen etwas enger wurde.

In einem Ausblick erklärte der Bürgermeister, die Gemeinde sehe für den zweiten und dritten Bauabschnitt der Vorderen Straße Süd, der auch die Buswendeschleife um die Linde unterhalb des Sees beinhaltet, Investitionen in Höhe von 500 000 Euro vor. In gleicher Höhe bewege sich auch der Investitionsrahmen für private Modernisierungen. Auch hier könnten Gemeinde und private Sanierer mit Fördermitteln durch das Land beziehungsweise Land und Gemeinde rechnen. Zuschüsse gibt es aber nicht nur für Umbauten und Neugestaltungen, sondern auch für Abbrüche.

Auf Grund der miserablen Finanzsituation wird die Gemeinde den zweiten Bauabschnitt der Ortskernsanierung in diesem Jahr noch nicht anpacken. Dies ist für die Bissinger insofern nicht tragisch, da die Fördermittel bis 2009 fließen. Darüber hinaus könnte die Verwaltung, wenn nötig, beim Land auch einen Verlängerungsantrag stellen.

In ihrem Förderantrag 2001 ging die Gemeinde davon aus, das alte Rathaus öffentlich zu nutzen und dafür 500 000 Euro zu investieren. Das Land hätte dann 195 000 Euro beigesteuert. Wird das alte Fachwerkrathaus jedoch privat genutzt, so fließen hierfür keine Zuschüsse.

Der Gemeinderat nahm den Bericht des Bürgermeisters zur Kenntnis.