Lokales

Die Hände für andere schmutzig gemacht

"Jobben für einen guten Zweck" unter diesem Motto gingen am gestrigen Aktionstag "Mitmachen Ehrensache" kreisweit wieder mehrere hundert Schüler in Betriebe, um in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Das erwirtschaftete Geld wandert nicht in die Lohntüte, sondern wird sozialen Projekten im Kreis Esslingen gespendet.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN Auch für Maximilian Paech aus Notzingen war es gestern Vormittag Ehrensache, statt wie sonst an der Wernauer Realschule die Schulbank zu drücken, fünf Stunden lang in einem Betrieb zu jobben. Die Idee lag nahe, beim Arbeitgeber der Mutter, bei Eloxal Barz in Notzingen, nachzufragen. Bei Günter Barz, einem Geschäftsführer der Firma, stieß er mit seinem Ansinnen auf offene Ohren. Erfahren hatte der 16-Jährige von der Aktion über jugendliche "Botschafter", die an seiner Schule die Werbetrommel für den Aktionstag gerührt hatten. "Da war für mich klar, dass ich mitmache", sagte Maximilian Paech.

Ausschließlich von Hand werden in dem 50 Mitarbeiter zählenden Betrieb Aluteile aller Art an Titanträger gehängt, die fein säuberlich aufgereiht verschiedene Bäder durchlaufen. Der Zehntklässler steckte während des Vormittags Hunderte von Aluminiumdruckgussteilen für Scheibenwischer an Halterungen. Die vom Abrieb des Metalls geschwärzten Hände sprachen schon nach kurzer Zeit Bände vom Einsatz des Schülers.

Wieviele Schüler sich im Landkreis Esslingen an dem Projekt beteiligt haben, konnte Steffi Ehrhardt vom Aktionsbüro des Kreisjugendrings (KJR) gestern noch nicht genau sagen. Sie bat um Verständnis: "Mancher Vertrag kommt erfahrungsgemäß erst in letzter Minute zustande."

Kreisweit fand "Mitmachen Ehrensache" unter der Schirmherrschaft von Landrat Eininger zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr wurden an dem Aktionstag 12 500 Euro erarbeitet. Der Erlös ging an elf Initiativen und Projekte, darunter der Verein Anna, der krebskranke Kinder und deren Familien unterstützt. Wer das gestern erarbeitete Geld bekommt, steht derzeit noch nicht fest. Um die Mittel können sich Vereine, Organisationen, Initiativen und Schulen bewerben, die soziale Projekte im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Landkreis Esslingen fördern.

Maximilian Paech ist froh, dass er sich engagiert hat. "Es gehört sich einfach, dass man im sozialen Bereich etwas macht", so lautet seine Einstellung. "Außerdem weiß keiner, ob er nicht auch mal auf Hilfe angewiesen ist." Dass er sich die Hände für andere schmutzig gemacht hat, bereut der 16-Jährige jedenfalls nicht. Im Übrigen waren die schwarzen Spuren dank Kernseife am Nachmittag bereits restlos verschwunden.