Lokales

Die Herren der Kochtöpfe und der Goldbarren

ESSLINGEN Im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule" fuhren wir, die Klasse 8c von der Kirchheimer Teck-Realschule, nach Esslingen zur Kreissparkasse. Da wir eine große Gruppe waren, wurden wir aufgeteilt: Ein Teil ging in die Großküche, der andere in die Münzabteilung.

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In der Großküche wurden wir von Chefkoch Martin Fuchslocher erwartet. Da strenge Hygienevorschriften gelten, mussten wir alle eine Plastikhaube auf den Kopf setzen und uns auch eine über die Straßenschuhe stülpen, was mit viel Gelächter und Gespött erledigt wurde.

Im Eingangsbereich der Küche befinden sich das Lager und das Kühlhaus. Dort lagern alle wichtigen und frischen Zutaten für die Menüs. Bevor aber das große Arbeiten in der Küche beginnen kann, muss erst eingekauft werden. Martin Fuchslocher kauft im Großmarkt Stuttgart, aber auch in einheimischen Geschäften ein. Dabei legt er Wert auf frische Zutaten für den aktuellen Speiseplan. Die Masse an Nahrungsmitteln muss anschließend dann noch bis in den fünften Stock des großen Gebäudes befördert werden.

In der Großküche wird am Tag für circa 300 Personen gekocht. Insgesamt arbeiten dort zwölf Personen, zwei davon sind Köche. Gearbeitet wird in der Küche von 7 bis 16 Uhr. Chefkoch Martin Fuchslocher muss immer eine Woche im Voraus den Essensplan zusammenstellen, zu dem die Beschäftigten der Kreissparkasse auch ihre Wünsche anmelden können. Es gibt ein "normales" Menü, eines für Vegetarier und eines für die "schlanke Linie".

Das Essen ist immer pünktlich um 11.30 Uhr fertig. Der Speisesaal, der sich ebenfalls im fünften Stock befindet, hat nur 100 Plätze, deshalb essen alle Mitarbeiter zu verschiedenen Zeiten. Die Mitarbeiter dürfen zwischen 11.30 Uhr und 13 Uhr zum Essen hochkommen. Damit die Gäste immer zufrieden sind, wird das Essen vor dem Verkauf immer von bis zu drei Personen getestet.

Zwischen der Großküche in der Kreissparkasse und einer "normalen" Küche gibt es Unterschiede. Das Essen wird nicht bar, sondern mit einer Geldkarte gezahlt. Dies ist zweckmäßig, denn die Pausenzeit der Mitarbeiter ist begrenzt und diese soll nicht überschritten werden. Der Preis des Essens wird mit dieser Karte verrechnet.

In der Großküche gibt es natürlich riesige Töpfe und Herde sowie riesige Schöpflöffel. Falls Martin Fuchslocher mal weniger kochen muss, hat er zehn kleine tragbare Kochplatten. Martin Fuchslocher hatte schon immer Koch werden wollen, und deshalb steht er auch jeden Tag aufs Neue mit voller Begeisterung hinter den riesigen Kochtöpfen am heißen Herd.

Falls durch diesen Bericht ein Schüler dazu angeregt werden sollte, ein Praktikum in der Großküche der Kreissparkasse zu machen, dann ist das kein Problem, denn die Kreissparkasse Esslingen nimmt gerne Praktikanten an, was für uns in der 9. Klasse im Rahmen von BORS interessant wird.

Außer in die Welt der Großküche tauchten wir auch in die Welt der Münzen ein. Jörg Tropschuh, der Leiter der Abteilung, zeigte uns einen Gold- und einen Silberbarren und erklärte, was die beiden Barren jeweils wert sind. Es war schon ein tolles Gefühl, Gold in der Hand zu halten.

Auf mehreren Münzen, die er uns nacheinander zeigte, waren Bilder von berühmten Leuten, wie zum Beispiel von wichtigen Staatsmännern, abgebildet. Zu jeder Münze, die er uns zeigte, erzählte er lebhaft eine kleine Geschichte, denn die Abbildungen haben einen historischen und kulturellen Hintergrund.

Als er fast fertig mit seiner Präsentation war, zeigte er uns eine "Münze", die sehr krumm und verbeult war. Die Schrammen wiesen darauf hin, dass es keine Münze, sondern eine Medaille war. Diese Medaillen wurden damals von Königen und Kaisern bei bestimmten Festen und Feiern als Souvenir unter den Gästen verteilt. Da der "normale" Bürger zu diesen Feiern nicht eingeladen war, wurden natürlich wenige Medaillen herstellt. Jörg Tropschuh bewies uns, dass man über manche Münzen viel über Geschichte erfahren kann und dies war für uns sehr interessant.

Klasse 8c,

Teck-Realschule Kirchheim