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Die Instandsetzungist begrüßenswert

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Zum Artikel "Im ländlichen Idyll hält die Moderne Einzug", im Teckboten vom 23. November:

Als Bewohner der letzten ländlichen Idylle Weiler Schafhof finde ich die Instandsetzung der "Schlaglochpiste" begrüßenswert. Die Dimension des Ausbaus mit der Sicherheit zu begründen erscheint mir und allen anderen betroffenen Anwohnern allerdings sehr zweifelhaft. Seit Jahrzehnten hat sich kein Unfall ereignet. Der Grund liegt wohl eher in der Erschließung des Gebietes des neuen Bebauungsplans.

Entgegen den Aussagen von Herrn Dr. Oediger erhält dieser nämlich nicht den dörflichen Charakter des hinteren Teils des Weilers. Schon bisher waren nur Einzel- und Doppelhäuser erlaubt, aber jetzt könnten auf deutlich vergrößerten Baufenstern Mehrfamilienhäuser in Blöcken entstehen. Nicht nur ich frage mich, welche Interessen hinter diesen Planungen stehen. Sicher nicht die Gestaltung des alten Dorfkerns, sondern eher wirtschaftliche Interessen von Banken und Bauträgern. Warum wird das vom Stadtplanungsamt unterstützt?

Das ist der Grund, warum fast alle Einwohner des Weiler Schafhofs sowohl gegen den Straßenausbau als auch gegen die Änderung des Bebauungsplanes sind.

Hermann Bruhn

Weiler Schafhof, Kirchheim

Spekulationenum die "villa rustica"

Zum Artikel "Römerfunde Anhand von Wünschelrutengängen haben Karl Oesterle und Jochen Weber einen antiken Gutshof auf Owener Gemarkung vermessen", im Teckboten vom 9. November:

Das Ausnahmetalent Karl Oesterle werte ich als einen Glücksfall für die Erhellung der Lokalgeschichte, der Unterstützung verdient. Das Ehepaar Karl und Anneliese Oesterle hat sich mit einem enormen Aufwand der Erfassung des großen Siedlungsgebietes unterhalb der "Baßgeige" gewidmet. So wurde eine Vielzahl von Grundrissen mit einem regulären Ausmaß erfasst. Nach Benachrichtigung der Fachbehörden wurden die Befunde auch im Internet unter www.winkelruten-erdstrahlen.com dargestellt.

Der Hinweis auf Negativ-Beispiele, die Herr Laskowski vor Jahren erfahren musste, kann seriöserweise nicht verallgemeinert werden. Die Winkelruten-Sondierung ist mit einem Feinmess-Verfahren vergleichbar, bei dem sorgfältig darauf geachtet werden muss, dass störende Einflüsse unterbleiben, um das Messergebnis nicht zu verfälschen.

In den vergangenen Monaten hat Herr Oesterle bei den Grabungsarbeiten auf dem Merowinger-Friedhof in Dettingen mitgeholfen. Hierbei konnte sich die Grabungsleitung des Landesdenkmalamtes mehrfach von der hohen Trefferquote seriöser Rutengänger überzeugen. Auch zuvor hat Herr Oesterle anderweitig Gelegenheiten zur Überprüfung seiner Sondierungen genutzt, meist mit beeindruckendem Ergebnis.

Anstelle von Mutmaßungen über die Arbeit dieses Rutengängers, könnten die Profis den interessanten Befund eines ausgedehnten Siedlungsgebietes mit seinen unterschiedlichen Gebäude-Typen wenigstens stichprobenartig mit heutigen Bodenradar-Geräten überprüfen. Damit wäre ohne einen Spatenstich ein weiterer Beitrag zur Aufhellung unserer Lokalgeschichte erbracht. Jochen Weber Aichelbergstraße, Kirchheim

Schmerzliche Erinnerungen

Zum Leserbrief "Damit war niemend gedient", im Teckboten vom 15. November:

Ich habe Enkel aller Altersstufen. Allen gemeinsam ist, dass sie gerne zuhören, wenn ich erzähle, was in meinen Jugendjahren für mich wichtig war. Erfreulich ist, dass Einiges hängen bleibt im Gedächtnis der Enkel und vielleicht ein Bezug zum Heute entsteht. Zum Beispiel: Hunger und Überfluss oder Zwang und Freiheit. Das ist ja wohl auch der Sinn von Gedenktagen, politischen oder kirchlichen, einen Bezug zum Heute zu erhalten oder wieder herzustellen.

Nun gibt es einen arbeitsfreien politischen Gedenktag, den 3. Oktober. Ja, was war denn da? Ich bin sicher, dass ein Großteil der Bundesbürger darauf keine Antwort weiß. Es war auch nichts, was erinnerungswürdig wäre. Auch ein gutes Lexikon kann man nicht befragen, denn da steht auch nichts über ein besonderes Geschehen. Über den 17. Juni 1953, bis 1990 Tag der Deutschen Einheit, konnte man schon etwas erzählen, nicht nur den Enkeln. Aber Herrn Zimmermann geht es ja um den 9. November 1938 und den 9. November 1989. Ganz herausragende Daten in der deutschen Geschichte.

Weil ich eine Generation älter bin als Herr Zimmermann, habe ich vom Geschichtsunterricht noch weitere 9. November in Erinnerung. Den 9. November 1918: Ende des Kaiserreiches und Ausrufung der Republik, den 9. November 1923: Marsch auf die Feldherrnhalle Putschversuch Hitlers 16 Tote Hitlers Festungshaft "Mein Kampf", den 9. November 1938: Reichspogromnacht. So sagte man damals nicht, sondern Rache für den Mord an einem Deutschen in der Botschaft in Paris, von einem Juden verübt? und schließlich den 9. November 1989: Ganz toll und für viele unfassbar. Die Mauer ist gefallen. Also, vier Mal 9. November, die nicht gerade die Welt, aber unser aller Umfeld verändert haben.

Es ist erfreulich, dass Herr Zimmermann schreibt: "Ich könnte mir den 9. November sehr gut als Nationalfeiertag vorstellen, denn dieser Tag verbindet schmerzliche Erinnerungen mit großer Freude und macht uns zwei Seiten unserer Geschichte deutlich." Gut ausgedrückt, bitte geben Sie Ihre Meinung nach oben weiter. Friedrich Blum Lange Morgen, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.