Lokales

Die Jugend hat den Brand im Griff

"Wasser marsch!" hieß es am Samstag in Reichenbach für rund 70 Jungfeuerwehrleute aus der Umgebung. Gemeinsam bekämpften mehrere Jugendabteilungen einen imaginären Waldbrand, unter- stützt vom Jugendrotkreuz und der THW-Jugend Kirchheim. Hinterher gab's großes Lob für die gute Teamarbeit.

KARIN AIT ATMANE

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"Der Countdown läuft", sagt Hans Müller von der Reichenbacher Feuerwehr kurz nach 14 Uhr: Der Alarm ist ausgelöst. Am Waldrand stehen schon an die 100 Bürger, darunter viele Kinder, die zuschauen wollen. Sie werden per Lautsprecher begrüßt und über das Szenario informiert, demzufolge mehrere Blitze lokale Brände im Waldstück oberhalb des Schafhauses verursacht haben.

Sich das auszumalen, erfordert beim feuchtkalten Novemberwetter einige Fantasie. Ziemlich realistisch wirkt dagegen der eingedellte Pkw im Unterholz, in dem sogar ein "Verletzter" sitzt und darauf wartet, befreit zu werden eine Puppe. Es dauert keine fünf Minuten, bis das erste Löschfahrzeug aus Reichenbach eintrifft. Auch die Verstärkung lässt nicht lange auf sich warten. Die Jugendfeuerwehren Hochdorf, Lichtenwald und Ebersbach kommen aus verschiedenen Richtungen an und kreisen das Waldstück ein, ebenso das Technische Hilfswerk.

Der Nachwuchs der Löschkräfte geht flott an die Arbeit, öffnet Schächte, schließt Schläuche an Hydranten an, Verteiler an Schläuche, Schläuche an Verteiler . . . Jede Menge Handgriffe müssen sitzen, bevor es ans (in diesem Fall fröhliche) Spritzen geht. Im Unterholz kämpft der Nachwuchs des THW Kirchheim, um den Verletzten aus dem Unfallfahrzeug zu retten. Die Jugendlichen müssen Scheiben einschlagen und aufsägen, mit Schere und Spreizer hantieren die Tür geht einfach nicht auf. Schließlich schneiden sie und stemmen das Dach des Fahrzeuges komplett nach oben. Währenddessen wird der Insasse mit einer Wolldecke gewärmt, ein Helfer hält ihm die Ohren zu. Vor allem die jungen Zuschauer verfolgen begeistert, wie der THW-Nachwuchs die fast 60 Kilogramm schwere Puppe vorsichtig aus dem Wald trägt und dem Jugendrotkreuz übergibt. Die Beobachter, zu denen Verteter von Polizei, Landkreis und Bürgermeister gehören, loben später das gute Zusammenspiel der einzelnen Jugendabteilungen, die reibungslos ihre Positionen bezogen und ihren Teil erledigt haben. "Ich bin äußerst zufrieden, wie das ganze gelaufen ist", sagt der Jugendwart der Reichenbacher Feuerwehr, Andreas Nitsch, der die gemeinsame Übung initiiert hat. "Ich denke, es hat allen Spaß gemacht. Es ist für die Jungs immer schön, wenn sie ihr Wissen zeigen können."