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Die "Jungen" verdankenalles den "Alten" ...

Die "Jungen" verdankenalles den "Alten"

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Zum Artikel "Von Löffeln und Tassen", im Teckboten vom 5. März:

Wenn umgangssprachlich gesagt wird, "er hat den Löffel abgegeben", heißt das in der Übersetzung, "er ist gestorben". Dieser Code war mit Sicherheit auch Jan Dittrich geläufig. Er war sich der Brisanz des hinter seiner Äußerung stehenden Gedankens sehr wohl bewusst. So gesehen war es nicht "dämlich ausgedrückt", wie Wilhelm Hölkemeier in seinem Kommentar meinte.

Was Dittrich sagte, war so gemeint, es sollte, wie er sich andernorts ausdrückte, durchaus als ernstzunehmende Auffassung und Meinung ankommen. Man könnte zur Tagesordnung übergehen, wenn sich die so genannten Dämlichkeiten nicht häuf-ten: Von Hölkemeier aufgelistet, war das sozialverträgliche Frühableben vom Präsidenten der Bundesärzte-kammer empfohlen, der Vorsitzende der Jungen Union empfahl die volle Kostentragung der 85-Jährigen für Operationen und Dittrich schließlich fordert den, und dann beschwichti-gend, die Löffel abzugeben. Schließlich wäre für Hölkemeier des Nachdenkens wert, dass die heutige Rentnergeneration, auch die, die demnächst ihre Rente "verzehren" kann wie er meint, in einem Lebensalter, in dem sich heute die ehemaligen Vorsitzenden der Jungen Union und der Jungen Liberalen tummeln, längstens für ihren Lebensunterhalt und für ihre Rente gearbeitet haben anfänglich in 60-Stunden-Wochen, später 48, 40 und schließlich 35 Stunden.

Die Arbeitszeitverkürzung war letztlich das Ergebnis der ständig ge-stiegenen Ergiebigkeit, der Produk-tivität der Arbeitsleistung. Es ist die generationenlange Entwicklung zum heutigen Stand der Zivilisation, dass die Alten für die noch nicht arbeitsfähigen Jungen, die Kinder, zu sorgen haben und schließlich die Jungen für die dann nicht mehr arbeitsfähigen Alten. Die Mißfelders und Dittrichs mit ihrer neoliberalen Position "Jede Generation für sich" wären elendiglich verkommen und gestorben wer hätte sie denn gestillt und wer hätte die Windeln gewechselt? Alles was diese "Jungen" bis heute erreicht haben und sind, verdanken sie ihren Vorgängern, den Alten schon vergessen?

Albert Trettin

Jesingen, Lettenäckerstraße

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