Lokales

Die Kälte bremst

Nach dem schweren Unfall eines Gefahrgut-Transporters auf der Ausfahrt der B 10 Richtung Esslingen-Stadtmitte ist die Fahrbahn noch immer stark beschädigt. Wegen der eisigen Kälte verzögert sich die Erneuerung des Asphalts.

MIRIAM HESSE

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ESSLINGEN Das war Glück im Unglück, ist das einhellige Urteil der Straßenmeisterei und des Tiefbauamtes in Esslingen. Nach dem schweren Unfall eines Gefahrgut-Transporters am Freitagnachmittag auf der Ausfahrt der B 10 Esslingen-Stadtmitte waren etwa 29 000 Liter Diesel auf die Fahrbahn gelaufen. Die Polizei schätzte den Schaden auf 250 000 Euro. Dennoch scheint dieser sich vergleichsweise in Grenzen gehalten zu haben.

Nichts ins Erdreich"Ich konnte es erst selbst nicht glauben", sagt Wolfgang Schäffer, Leiter der Stadtentwässerung beim Tiefbauamt. "Aber der Tanklaster ist genau so umgekippt, dass das Öl nur auf die Fahrbahn geflossen ist." Es sei ausgeschlossen, dass etwas davon ins Erdreich gedrungen sei. Das bestätigt auch das Straßenbauamt. "Der Sprit ist komplett auf der Straße ausgelaufen", sagt Betriebsleiter Klaus Ullrich. "Dadurch hatten wir das Unglück gut im Griff." Bis Mitternacht seien die Einsatzkräfte am Freitag zugange gewesen.

Auch in den Neckar ist offenbar kein Diesel geflossen. Über die Straßeneinläufe ist er nicht in den Fluss gesickert, sondern wurde in das vorgelagerte große Pumpwerk geleitet. Bei Regen hätte es dagegen kritisch werden können, wenn das Becken übergelaufen wäre, sagt der Leiter der Stadtentwässerung. Die Pumpe wurde am Freitag aber sofort abgestellt, 13 Kubikmeter reiner Diesel blieben in dem Auffangbecken. Von dort könne er jetzt "quasi schadlos entfernt werden", so Schäffer. Verzögern wird sich die Aufschüttung des Asphalts. 1500 Quadratmeter der obersten Schicht der Fahrbahn waren vom Kraftstoff zersetzt und mussten abgefräst werden. Für den neuen Belag brauchen die Straßenarbeiter Plusgrade. "Wir müssen noch ein bis zwei Wochen warten, bis es wärmer ist", sagt Ullrich.

Tempo 30Einstweilen dürfen Autofahrer auf der einspurigen Ausfahrt statt 70 nur noch 30 Stundenkilometer fahren. Für eine dauerhafte stärkere Geschwindigkeitsbegrenzung sieht Polizeisprecherin Christine Menyhart keinen Anlass: "Das ist keine Stelle, an der besonders viele Unfälle passieren." Außerdem sei noch unklar, ob der Unfallfahrer, der mittlerweile das Krankenhaus verlassen konnte, tatsächlich zu schnell unterwegs war. Zeugen hätten beobachtet, dass er beim Einfahren in die Kurve mit den Rädern auf den Bordstein kam.