Lokales

Die Kälte kurbelt das Geschäft an

Der Schnee kommt dem Einzelhandel entgegen – Immer weniger wird nach Weihnachten umgetauscht

Der Schneefall nach Weihnachten ist gut für das Geschäft mit Winterartikeln. Der Umsatz der Geschäfte in Kirchheim brummt derzeit aber auch, weil viele Geschenkgutscheine eingelöst werden. Umgetauscht wird hingegen immer weniger.

Überraschungen unter dem Christbaum werden immer seltener: Während das Umtauschgeschäft von Jahr zu Jahr zurückgeht, erfreuen si
Überraschungen unter dem Christbaum werden immer seltener: Während das Umtauschgeschäft von Jahr zu Jahr zurückgeht, erfreuen sich Geschenkgutscheine großer Beliebtheit.Foto: Jörg Bächle

Kirchheim. Die Ankunft der weißen Pracht kurz nach Weihnachten hat das Geschäft in der Kirchheimer Innenstadt noch einmal angekurbelt, auch wenn sich die Straßen für den Einkaufsbummel später füllen als gewohnt. Karl-Michael Bantlin, Inhaber des gleichnamigen Kirchheimer Modehauses, stellt fest: „Der Schnee hält Kunden von außerhalb davon ab, vormittags in die Geschäfte zu kommen. Da geht es eher ruhiger zu, bis am Nachmittag wieder deutlich mehr los ist.“

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Die Kälte kommt den Händlern aber trotzdem sehr gelegen. „Für uns sind die geschäftsreichen Tage auch nach Weihnachten nicht vorbei“, sagt beispielsweise Ralf Gerber vom Modehaus Fischer. Die ersten Schneeflocken dieses Winters haben vor allem das bis zu diesem Zeitpunkt eher verhaltene Geschäft mit Winterartikeln noch einmal ordentlich angekurbelt: „Es ist deutlich zu spüren, dass warme Mäntel, Jacken, Mützen und Handschuhe jetzt deutlich gefragter sind als sie es vor den Feiertagen waren“, sagt Gerber. „Von mir aus hätte der Schnee ruhig schon zwei Wochen früher einsetzen können – aber das Leben ist kein Wunschkonzert“, ergänzt er. „Wir können auch jetzt noch zufrieden sein.“

Philip Renken von Intersport Räpple in Kirchheim bestätigt: „Der Schnee hat den Umsatz definitiv kräftig befeuert.“ Auch er hatte sich das Winterwetter etwas früher erhofft. Gerade im Bereich Skizubehör sei man besonders abhängig von den Witterungsbedingungen in der Region. „Sobald auf der Alb der erste Schnee liegt, macht sich das für uns deutlich bemerkbar“, betont Renken, der sich über den wetterbedingten Zulauf freut. Beginnend mit dem ersten Verkaufstag nach den Weihnachtsfeiertagen seien vermehrt Skibrillen und weiteres -zubehör über die Ladentheke gewandert. Doch auch ohne den Segen von Frau Holle sei das Weihnachtsgeschäft zufriedenstellend verlaufen. Der Renner sei zum Beispiel das DFB-Trikot gewesen. Aber auch an Geschenkgutscheinen war das Interesse ungebrochen groß, fügt Renken hinzu. „In der Zeit vor Weihnachten verkaufen wir mehr Gutscheine als im gesamten restlichen Jahr.“

Ralf Gerber und Karl-Michael Bantlin können zwar nicht mit Skiern aufwarten, doch auch bei ihnen werden im Nachweihnachtsgeschäft viele Artikel bargeldlos mit einem zum Fest erhaltenen Gutschein bezahlt. Das klassische Umtauschgeschäft hingegen ist bei allen befragten Händlern in diesem Jahr eher in den Hintergrund gerückt. „Früher kam es viel häufiger vor, dass Artikel umgetauscht wurden“, stellt Renken fest. Bantlin vermutet, dass diese Tatsache mit der Beliebtheit der Gutscheine zusammenhänge: Viele Kunden würden so „auf Nummer sicher gehen“. Der Beschenkte könne sich auf diese Weise etwas aussuchen, das ihm gefällt.

Gerber hat indes eine andere Beobachtung gemacht: „Es wird viel gezielter auf Kleidungsstil und -größe der Beschenkten geachtet.“ Wenn die Präsente nicht schon im Vorfeld gemeinsam ausgesucht werden, so werde zumindest oft ein genauerer Blick in den Kleiderschrank des Partners geworfen, weiß Gerber. „Und selbst wenn dann trotzdem ein Umtausch notwendig wird, kommt es nicht selten vor, dass zum neuen Pullover oder Mantel noch spontan ein weiteres Kleidungsstück oder Accessoire dazugekauft wird – wenn man schon mal im Laden ist.“