Lokales

Die Kinder nicht "bis zur Schultüre fahren"

Alle Schüler und Eltern sind zum Aktionstag "Sicherer Schulweg" eingeladen, den der ADAC Württemberg am Samstag, 15. Oktober, gemeinsam mit der Polizei, der Stadt Kirchheim und der Alleenschule auf deren Schulhof in der Jahnstraße 12 veranstaltet. Besonders wichtig ist den Verantwortlichen die Selbstständigkeit der Kinder im Straßenverkehr.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Die Experten von Schule, Stadt, Polizei und ADAC sind sich einig: Die Zustände, die morgens vor den allermeisten Schulen herrschen, haben mit Verkehrssicherheit nicht mehr viel zu tun. Besonders die elterlichen Autotransporte zwischen Wohnung und Schule sind den Verantwortlichen ein Dorn im Auge. "Behütung ist völlig falsch verstanden, wenn man meint, man müsste die Kinder dadurch vor Gefahren schützen, dass man sie bis zur Schultüre fährt", spricht Uwe Häfele, der Rektor der Kirchheimer Alleenschule, das Problem in aller Deutlichkeit an.

"Wenn Eltern bei uns auf den Schulhof fahren, entsteht für alle anderen Kinder dort eine gefährliche Situation." Jedes Schuljahr appelliert Uwe Häfele an die Eltern, solche unnötigen Gefahren zu vermeiden. Er kann allerdings nicht gerade behaupten, "dass die Appelle in der Breite gefruchtet hätten". Auch die Hinweisschilder zeigten bislang nicht die entsprechende Wirkung.

Deshalb rät Werner Wiesenfarth, Verkehrspädagoge beim ADAC in Stuttgart, zu drastischeren Maßnahmen: "Prävention allein reicht nicht mehr aus. Nach einem gewissen Abstand braucht es die Repression durch die Polizei. Sonst kapiert es nicht jeder." Thomas Pitzinger, Leiter des Kirchheimer Polizeireviers, verweist darauf, dass bei einem Verstoß gegen das Halteverbot vor einer Schule 15 Euro Verwarnungsgeld fällig werden können. Zugleich betont er aber, dass es auch viele vorbildliche Eltern gibt, die ihre Kinder zu Fuß in die Schule schicken und sie zur notwendigen Selbstständigkeit im Straßenverkehr erziehen.

Letzteres ist auch für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ein wichtiges Anliegen für den Aktionstag: "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, dass Schüler sicher in die Schule kommen. Wir müssen auch die Eltern unterrichten, wie sie ihre Kinder anleiten sollen."

INFOBeim Aktionstag "Sicherer Schulweg" am Samstag, 15. Oktober, gibt es zwischen 9.30 und 12 Uhr an der Alleenschule Informationen über kindliches Verkehrsverhalten, Kindersicherung im Auto und über den Anhalteweg eines Pkw. Ein Höhepunkt ist das Mitmachtheater "Das kleine Zebra": Die Aufführungen beginnen um 10 und um 11 Uhr.