Lokales

Die Kindergartenplätze reichen aus

Bürgermeister kann sich mit Kleinkinderbetreuung nicht durchsetzen

Einen großen Raum nahm in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die örtliche Bedarfsplanung sowie die Förderung von Freien Kindergärten ein. Auch eine geringfügige Anhebung der Elternbeiträge wurde beschlossen.

Anzeige

Rudolf Stäbler

Holzmaden. Mit dem neuen Kindergartenvertrag vom Dezember 2003 wurde in der Gemeinde auch der Kindergartenausschuss eingeführt, der sich aus Mitgliedern der Evangelischen Kirchengemeinde und der Bürgerlichen Gemeinde zusammensetzt. Die letzte Sitzung dieses Ausschusses fand am 18. Februar statt. Bei dieser Sitzung standen unter anderem die Themen mittelfristige Bedarfsplanung, Kleinkinderbetreuung und die Erhöhung der Elternbeiträge auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Jürgen Riehle berichtete dem Gremium, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr in Holzmaden zu 100 Prozent abgedeckt werden könne. Ein von ihm vorgeschlagener Versuch, bereits ab September ein bis zwei Kinder zwischen zwei und drei Jahren aufzunehmen, um dem angefragten Bedarf gerecht zu werden, wurde vom Kindergartenausschuss abgelehnt. Begründet wurde dies mit der dann herrschenden Personalknappheit. Auch im Gemeinderat fand der Bürgermeister für diesen Vorschlag keine Mehrheit.

In Kooperation mit der Familien-Bildungsstätte Kirchheim ist seit dem 1. Mai eine Spielgruppe für Kinder ab zwei Jahren eingerichtet. In dieser Gruppe sind neun Kinder (drei Kinder aus Holzmaden, die anderen sechs aus Ohmden, Weilheim, Aichelberg und Kirchheim). Die FBS stellt eine Erzieherin zur Verfügung, zusätzlich muss ein Elternteil der Kinder die Betreuung mit übernehmen. Diese Spielgruppen erhalten keine Zuschüsse des Landes. Die Gemeinde stellt den Raum im Gebäude des Kindergartens Schillerstraße zur Verfügung.

Die Aufnahmekapazität in den drei Kindergartengruppen in der Gemeinde beträgt je 28 Kinder. So können bis zu 84 Kinder aufgenommen werden. Derzeit besuchen 72 Kinder die örtlichen Kindergärten, davon 46 den Kindergarten Seestraße. Im Juni kommen dann noch sechs Kinder hinzu. 26 Kinder besuchen den „Kindi“ Schillerstraße. Ein Kind wird im laufenden Jahr noch aufgenommen. Somit ist gewährleistet, dass alle Kinder, die einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben, auch aufgenommen werden können. Die Evangelische Kirchengemeinde, als freier Träger der Kindergärten, wird entsprechend dem Kindergartenvertrag von der Bürgerlichen Gemeinde Holzmaden bezuschusst.

Die freien Kindergartenträger haben laut Gesetz einen Anspruch gegenüber den Gemeinden. So erhält die Kinderbetreuung „Rasselbande Kirchheim“ für ein vierjähriges Kind aus Holzmaden einen jährlichen Zuschuss von 1320 Euro. 840 Euro erhält der Verein für Waldorfpädagogik für ein fünfjähriges Kind. Eine gesetzliche Verpflichtung zur finanziellen Förderung der Kleinkinderbetreuung durch die Kommunen besteht dann ab dem 1. Oktober 2010. Zustimmung im Gremium erhielt die vorgeschlagene Erhöhung der Elternbeiträge. So zahlt eine Familie mit einem Kind 88 Euro (bisher 86), mit zwei Kindern unter 18 Jahren 67 (65), mit drei Kindern 45 (40), mit vier und mehr Kindern 15 (13).