Lokales

"Die Klassenunterschiede sind nicht mehr so groß"

Rund 5 500 Zuschauer zog es während der acht Turniertage auf die Anlage des TSV Weilheim. Fünf davon teilten uns in einer Umfrage mit, was sie von der Veranstaltung halten und warum sie den Weg zu den Spielen ins Lindachstadion gefunden haben.

WEILHEIM Das meiste Lob ernteten die TSVW-Macher für die beiden Spielfelder, vor allem der Stadionrasen ließ so manchen ins Schwärmen geraten.

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"Wir hätten uns früher glücklich geschätzt, auf so einem Rasen zu spielen", sagt Wolfgang Mall aus Schopfloch. Als Dauerkartenbesitzer war er bis auf einen Tag immer in Weilheim zugegen. "Das ist im Vergleich zu früher ein richtiges Event geworden", so der 56-Jährige, der die gezeigten Leistungen nur schwer einzuordnen vermag. "Daraus Rückschlüsse für die anstehende Runde zu ziehen, ist schwer." Enttäuscht sei er jedoch vom Abschneiden der Bezirksligisten. "Bis auf Notzingen waren die schlecht."

Ebenfalls fast kein Spiel ausgelassen hat Hans Gienger. "Ich bin ein richtiger Fan des Teckbotenpokals", sagt der 66-Jährige, der seit dem 99er-Turnier in Jesingen alle Spiele mit dem Fahrrad besucht hat wobei er es dieses Jahr als Weilheimer naturgemäß nicht so weit hat. Besondere Sympathien für eine bestimmte Mannschaft hegt er nicht. "Ich will einfach nur gute und faire Spiele sehen." Als langjähriger Beobachter will Gienger festgestellt haben, dass die Leistungsdichte größer geworden ist: "Die Klassenunterschiede zwischen Bezirksliga und Kreisliga B sind nicht so groß, wie man annimmt."

Vom Turniergelände angetan ist Heidi Szeili ("alles ist schön hergerichtet"), die mit der TG Kirchheim eine unter der Woche harsch kritisierte Mannschaft anfeuert Nexhat Salihu war nach einem Ausraster aus dem Team suspendiert worden. "Diesen schlechten Ruf haben wir schon seit Jahren", weiß die lange Jahre bei der TGK als Mitglied aktive Szeili, die jedoch betont: "Wenn Einzelne ausrasten, darf man nicht gleich über die gesamte Mannschaft herziehen." Die 44-Jährige, deren Tochter selbst aktiv bei der Turngemeinde an den Ball tritt, trauert nur dem guten Wetter etwas nach. "Wirklich schade, dass es so viel geregnet hat."

Wo andere den (zu) weitläufigen Charakter des Turniergeländes kritisieren, kann Thomas Neuhäusler nur den Kopf schüttlen: "Nein, ich empfinde das eher als Vorteil", sagt der 39-Jährige aus Zell. "Vergangenes Jahr in Jesingen war es zwischen den beiden Spielfeldern zu eng, hier hat man mehr Platz." Er, der sich selbst als "nur" Fußball interessiert bezeichnet, geht während der Saison auch schon mal auf den Sportplatz zur TSG Zell über deren Abschneiden beim diesjährigen Turnier zeigt er sich enttäuscht. "Die sind zu Recht ausgeschieden, jetzt können sie sich in Ruhe auf die Runde vorbereiten."

Als wählerischer Gucker outet sich Ernst Russegger: Erst seit den Viertelfinalspielen kommt der 49-Jährige nach Weilheim. "In der Vorrunde sind die meisten Spiele nicht so besonders", sagt der Kirchheimer, "wenn die Spreu sich vom Weizen getrennt hat, sind die Spiele meist besser." Das sportliche Niveau ordnet er im Vergleich zu den vergangenen Jahren aber dennoch als "gleich geblieben" ein. Vor den Organisatoren zieht er den Hut. "Die haben das Beste draus gemacht."