Lokales

Die Krux mit der Topografie

Die grobe Planung für den Bau eines behindertengerechten Eingangs am Rathaus in Notzingen ist gefunden. Der Weg führt entlang des Gehwegs an der Wellinger Straße und dann an der Hausfront zum Eingang.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Mit dieser Art Rampe ist es möglich, ohne größere Eingriffe in Treppe und Mauerwerk einen behindertengerechten Eingang zum Rathaus zu schaffen. Die zwei Stufen, die vom Parkplatz auf eine Art Zwischenpodest führen, würden recht schmal werden. In der vorherigen Sitzung des Gemeinderats wurde angeregt, für behinderte Menschen einen direkten Zugang vom Parkplatz her zu planen.

"Die nun von der Firma Fahrion vorgestellte Lösung bedeutet den geringsten Eingriff", erklärte Notzingens Bürgermeister Flogaus. Nur ein Teil der Treppen-Stützmauer müsste durchbrochen werden, allerdings auch ein neues Plätzchen für Mai- oder Christbaum gefunden werden. Zwar wird ein Stellplatz wegfallen, dafür soll der erste als Behindertenparkplatz ausgewiesen werden, damit der Weg für die Rollstuhlfahrer nicht noch länger wird. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf etwa 8500 Euro. "Wenn wir eine größere Lösung wollen und den gesamten Eingangsbereich neu gestalten würden, müssten wir mit dem vier- bis fünffachen rechnen", ist Jochen Flogaus überzeugt.

"Wir haben einen guten und kostengünstigen Kompromiss gefunden. Der Weg ist zumutbar und hundertprozentig besser als zuvor", so Eduard Bosch. Herbert Hiller ist der Ansicht, dass die Kosten für einen Architekten gespart werden können. "Die Planung ist sinnvoll und notwendig und mit einem Parkplatz weniger können wir leben", sagte er weiter.

Schwierigkeiten könnte lediglich das Gefälle machen, denn Rudolf Kiltz geht davon aus, dass der Gehweg die für behindertengerechte Gehwege und Rampen vorgeschriebenen sechs Prozent überschreitet. Der Vorschlag von Herbert Hiller, notfalls noch mal einen Parkplatz zu opfern, bringt seiner Ansicht nach nichts. "Auch der Hof ist schräg", wies Rudolf Kiltz auf die weitere topografische Problematik hin.

Die Firma Fahrion soll nun gemeinsam mit dem Ausschuss für Technik und Umwelt die Höhen genau untersuchen. Stehen diese fest, wird auf Rollstuhlfahrer zugegangen, und deren Meinung dazu gehört. "Wenn die angestrebte Lösung nicht funktioniert, müssen wir eben nochmals darüber diskutieren", so Jochen Flogaus.