Lokales

"Die Kunst des Verzeihens"

Die im Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen (BRH) in den Bezirken Kirchheim und Nürtingen zusammengeschlossenen Ruheständler und ihre Angehörigen waren zu einer adventlichen Feier in den Silchersaal der Schlossberghalle in Dettingen gekommen, wo sie einen sehr ansprechenden Nachmittag erlebt haben.

DETTINGEN Kirchenmusikdirektor a. D. Ernst Leuze führte in feiner, passender und gekonnter Weise musikalisch am Klavier durch die allzu schnell verfliegenden Stunden, wobei Mitsingen besonders groß geschrieben war und gerne angenommen wurde. Eine abwechslungsreiche Tafel an festlich geschmückten Tischen, bewirtet von Frauen aus Dettingen unter der Regie von Doris Bopp, brachte herzliche Atmosphäre, und ein Beitrag über "Engel der Wärme" von Rosemarie Rieker wurde sehr aufmerksam angenommen.

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"Die Kunst des Verzeihens" war das faszinierende Thema des Nachmittags, zu dem die Psychologin und Theologin Dr. Beate Weingardt Lebenserfahrenes, Mutiges und Verständliches ausführte. Menschen verletzen andere oft schnell. Meistens nicht absichtlich, aber oft voreilig und gedankenlos. Gekränkte haben nach ihrer Vorstellung mit allem und allen Frieden, auch mit Gott, aber nicht mit denen, die sie gekränkt haben. Diese müssen sich vorhalten lassen, weder offen noch ehrlich zu sein, denn im "Vaterunser" bekennen sie sich zur Vergabe "an unseren Schuldigern". Verzeihen, das bedeute auch Größe und vermag, ein Leben neu zu beflügeln.

Viel beachtete und nachdenklich machende Gedanken über "Unsere Hände" konnte Rosemarie Rieker geben, bevor der BRH-Landesvorsitzende Uwe Mayer ein Grußwort des Gesamtverbands überbrachte. In die harmonische Feier mischte sich zum Schluss ein herber Wermutstropfen, denn der Vorsitzende der beiden Bezirksgruppen Kirchheim und Nürtingen, Ulrich Rieker, dem die Vorbereitung und Leitung des Nachmittags oblag, hat zu verstehen gegeben, dass er aus anderer zeitlicher Inanspruchnahme heraus und auch aus persönlichen Gründen seine Tätigkeit schweren Herzens aufgeben muss.

Landesvorsitzender Mayer hat dazu festgestellt, dass die Arbeit der Ruhestandsvereinigung sehr wesentlich vom umsichtigen Tun und Handeln in den jeweils einzelnen Bezirken abhängig ist und davon lebt. So wie jetzt Kirchheim und Nürtingen bereite es landesweit größte und oftmals unlösbar erscheinende Schwierigkeiten, neu in die Verantwortung Tretende zu finden.

Die BRH hofft, dass für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin in den beiden Bezirken im Albvorland in einer für das zeitige Frühjahr geplanten Zusammenkunft Namen genannt und Personen gewählt werden können. Bei dieser Gelegenheit wird es dann auch aktuelle Ausführung zum Versorgungsrecht geben, das in Anpassung an die allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage schon lange nicht mehr das ist, was es einmal war, oder zumindest von Außenstehenden so gesehen worden ist.

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