Lokales

Die Kunstherapeuten bleiben in Nürtingen

Die Fachhochschule für Kunsttherapie (FHKT) bleibt in Nürtingen. Diese Entscheidung traf der Senat der Hochschule in einer internen Konferenz. Der seit letzten Herbst im Raum stehende Umzug nach Schwäbisch Hall und die Fusion mit der Hochschule für Gestaltung ist damit vom Tisch.

ANNELIESE LIEB

Anzeige

NÜRTINGEN Nach Abwägung vieler Argumente, die durchaus für einen Zusammenschluss gesprochen hätten, sei die Entscheidung letztlich aus inhaltlichen Gründen gefallen, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. "Die FHKT will sich im Rahmen ihrer Entwicklungsplanungen bei der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse nicht auf einen Standort Schwäbisch Hall festlegen", so Rektor Professor Hartmut Majer. Die Synergien im künstlerischen Bereich, die ein durchaus bestechendes Argument für eine Zusammenlegung beider Hochschulen gewesen wäre, stehe einer Berufsorientierung der Kunsttherapeuten im klinischen und sozialpädagogischen Bereich entgegen. In diesem Bereich sei die FHKT auf ein soziales Ballungsgebiet angewiesen.

"Die Entscheidung fiel uns schwer", räumt Rektor Professor Hartmut Majer ein, da die Konditionen, die Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Pelgrim in Aussicht gestellt habe, sehr großzügig gewesen seien und zu einer finanziellen Entlastung geführt hätten. Im Gespräch waren die Räume der ehemaligen Landes-Justizvollzugsanstalt in Schwäbisch Hall und eine großzügige finanzielle Ausstattung. Die Haller Kollegen hätten darüber hinaus ein innovatives Hochschulkonzept entwickelt "und die gemeinsame Arbeit auf hohem fachlichem Niveau wäre sicherlich für beide Seiten eine Bereicherung gewesen", so Majer. Die gute kollegiale Zusammenarbeit wollen beide Seiten fortführen.

"Ich freue mich sehr darüber, dass unsere intensiven Bemühungen erfolgreich waren", kommentierte Oberbürgermeister Otmar Heirich die Entscheidung der FHKT. Offensichtlich sei es gelungen, rüberzubringen, wie wichtig die Hochschule für Nürtingen sei. Die Stadt, so versprach Heirich, werde die FHKT auch künftig im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen. Mit ausschlaggebend für das Bekenntnis zum Standort Nürtingen sei wohl auch das gute Umfeld im Raum Nürtingen und Stuttgart gewesen. Hier bieten sich der Hochschule gute Entwicklungsmöglichkeiten. Der Aufregung um den Verbleib der Hochschule in den zurückliegenden Monaten kann Heirich auch etwas Positives abgewinnen: Die Hochschule stand im Mittelpunkt des Interesses und das war gut für die Stadt und die FHKT.

Das große Engagement von Oberbürgermeister Otmar Heirich und die positiven Signale des Nürtinger Gemeinderats, der eine Resolution verabschiedet hatte, stimmen die Hochschulleitung der FHKT, die den Großraum Stuttgart als ideales Umfeld für ein Studium der Kunsttherapie einschätzt, zuversichtlich. Dennoch sei die endgültige Entscheidung offen, wie es nach 2008 weitergehe, wenn der äußerst ungünstige Mietvertrag für die Räume im Nürtinger Jenisch-Gebäude ausläuft.

Erste Gespräche mit allen Beteiligten, so Oberbürgermeister Heirich, hätten bereits stattgefunden. "Wir sind daran interessiert, schnell und nachhaltig eine Entlastung hinzukriegen", hofft Heirich, der in diesen Verhandlungen als Moderator fungierte, auf eine akzeptable Lösung. Neben dem Jenisch-Gebäude gibt es allerdings noch Alternativen. "Wir beraten derzeit die unterschiedlichen Standortkonzepte. Unser wichtigstes Anliegen als private Hochschule ist die exzellente Qualität der künstlerisch-therapeutischen Ausbildung", so Professor Hartmut Majer.

Alle Angebote will die FHKT dahingehend prüfen, wo dieses Ziel am besten umgesetzt werden kann.