Lokales

Die Leser schätzen "Glaubwürdigkeit, Sachlichkeit und Aktualität"

KIRCHHEIM Die Zeitungen sind nicht nur das älteste, sondern trotz mannigfaltiger und wachsender Konkurrenz nach wie vor eines der wichtigsten und erfolgreichsten Massenmedien. Zeitungen, so stellt

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FRANK HOFFMANN

die Frankfurter Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) in einer aktuellen

O:1801F710.EPSStudie fest, besitzen gegenüber anderen Medien einen deutlichen "Glaubwürdigkeitsvorsprung": Für 43 Prozent der Deutschen ist die Zeitung das glaubwürdigste Medium. Auf Platz zwei folgt mit 27 Prozent das öffentlich-rechtliche Fernsehen, andere Medien werden nur noch von einer Minderheit genannt.

Auch die Teckboten-Leser schätzen vor allem die "Glaubwürdigkeit, Sachlichkeit und Aktualität" ihrer Heimatzeitung. Im Juli und August vergangenen Jahres hat die ZMG im Auftrag des Teckboten Hunderte von Lesern mit Fragen "gelöchert", um Stärken und Schwächen der Zeitung zu ergründen. Im Zuge der repräsentativen telefonischen Befragung wurden über 500 Personen in verschiedenen Altersgruppen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet interviewt. Das Gesamturteil fällt überaus erfreulich aus: "Der Teckbote wird von seinen Lesern insgesamt sehr positiv beurteilt," schreibt das renommierte Institut in der Auswertung der Leseranalyse, "fast achtzig Prozent der Leser geben ihm als Schulnote eine ,Eins' oder eine ,Zwei'. Die positive Bewertung zieht sich durch alle Lesergruppen. Im Vergleich zu anderen untersuchten Titeln gehört der Teckbote zu den am positivsten bewerteten."

Egal, ob's um Lokalpolitik, das Freizeit- und Kulturangebot, den Lokalsport, die vielfältigen Vereinsaktivitäten oder Handel und Gewerbe geht: Der Teckbote ist das zentrale Informationsmedium in der Region. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in erster Linie anhand des Teckboten über das lokale Geschehen informieren. An zweiter Stelle folgen mit 16 Prozent die Gemeindemitteilungsblätter. Selbst in der jüngsten Altersgruppe (14 bis 29 Jahre) nutzen 57 Prozent die Lokalzeitung als Informationsquelle für das Freizeit- und Kulturangebot. Das Internet spielt offensichtlich bei der Planung von Freizeitaktivitäten bislang eine untergeordnete Rolle: Nur sieben Prozent setzen sich an den PC, wenn sie Kino- oder Konzertbesuche planen.

Der Teckbote informiert seit 175 Jahren umfassend über das aktuelle Geschehen und gehört in den meisten Haushalten in der Region zur morgendlichen Pflichtlektüre. Im Durchschnitt wird der Teckbote 35 Minuten pro Tag, am Wochenende sogar 43 Minuten gelesen. Und zwar überaus gründlich: Die meisten Leser gaben bei der aktuellen Befragung an, dass sie sich nicht nur einzelne Seiten zu Gemüte führen, sondern alle, oder zumindest dreiviertel der Text- und Anzeigenseiten lesen oder überfliegen.

Ganz oben im Leserinteresse steht der Lokalteil: Für 88 Prozent der Befragten ist die lokale Berichterstattung "sehr wichtig" oder "wichtig". Auf Platz zwei landet die Titelseite, gefolgt von Kultur und Sport. Auch bei der Bewertung der einzelnen Teile der Zeitung haben die Titelseite und der Lokalteil die Nase vorn: 74 beziehungsweise 73 Prozent geben diesen Seiten eine "Eins" oder eine "Zwei". Den höchsten Anteil an "Einsern" kann mit 21 Prozent das Lokale verbuchen.

Spannend sind für die Redaktion natürlich auch die Fragen nach der Gewichtung der Berichterstattung über die einzelnen Orte im Verbreitungsgebiet und die Themenauswahl. Ist der Lokalteil zu "Kirchheim-lastig"? Sind die Umlandgemeinden ausreichend vertreten? Interessieren die Themen nicht nur die Redakteure, sondern auch die Leser? Kommen einzelne Bereiche zu kurz?

Offensichtlich stimmt die Mischung. Der Umfang der Berichterstattung über die einzelnen Kommunen im Verbreitungsgebiet wird von den meisten Lesern positiv beurteilt. "Nur vergleichsweise wenige geben an, dass ihnen über einzelne Orte zu viel oder zu wenig berichtet wird", bilanziert die ZMG, die schon sehr viele Zeitungen in Deutschland unter die Lupe genommen hat. Ähnlich sieht es bei den Themen aus. Auf die Fragen, ob man im Teckboten bestimmte Themen und Inhalte vermisst oder ob über einzelne Bereiche zu viel berichtet wird, antworten über drei Viertel der Befragten mit "nein". Der einzige Bereich, der eine nennenswerte Zahl von Stimmen auf sich vereint, ist der Sport. Zehn Prozent sind der Meinung, dass zu viel über sportliche Ereignisse berichtet wird. Allerdings polarisiert der Sport bei allen Leserbefragungen: Für die einen kann's gar nicht genug Sport geben, andere haben den Eindruck, montags bestehe die Zeitung nur aus Sportseiten. Insofern sind die zehn Prozent "Sportmuffel" nicht verwunderlich; im Vergleich zu anderen Untersuchungen ist der Wert sogar unterdurchschnittlich.

Mit der Gestaltung und Gliederung der Zeitung sind die Teckboten-Leser ebenfalls weitgehend zufrieden. Nur der zurückhaltende Einsatz von Farbe wird des Öfteren bemängelt. 34 Prozent der Befragten wünschen sich, dass ihr Blatt bunter wird.

Die größte Stärke des Teckboten ist nach Ansicht der Leser seine Lokalkompetenz. In der ZMG-Studie über die deutschen Tageszeitungen heißt es: "Mit ihren differenzierten Kenntnissen des lokalen und regionalen Raums bietet die Tageszeitung ihren Lesern Orientierung und hilft ihnen, sich eine eigene, fundierte Meinung über ihre Lebensregion zu bilden. Die Zeitung ist mit Abstand das wichtigste Medium für Informationen über den Wohnort und die nähere Umgebung." Entsprechend hoch ist die Bindung der Leser zu ihrer Zeitung. Bundesweit sagen 74 Prozent, dass sie ihre Zeitung stark oder sogar sehr stark vermissen würden. Bei den Teckboten-Lesern sind es sogar 78 Prozent.

Die Leserbefragung zeigt: Der Teckbote kann selbstbewusst ins Jubiläumsjahr gehen, muss aber auch selbstkritisch bleiben. Die Anregungen werden selbstverständlich ebenso ernst genommen wie Hinweise auf Mängel; egal ob es um Zustellungsprobleme, den Einsatz von Farbe oder den Wunsch geht, der Teckbote möge "heiße Eisen" mutiger anpacken. Eine Arbeitsgruppe hat sich bereits intensiv im Rahmen eines Workshops mit allen Kritikpunkten und Hinweisen beschäftigt und Vorschläge für eine kontinuierliche Verbesserung des Blatts erarbeitet.

Angesichts der wachsenden Konkurrenz sollten die Lokalzeitungen noch stärker mit ihrem großen Pfund, ihrer lokalen Kompetenz, wuchern. Und sie dürfen die "Jugendarbeit" nicht vergessen. In der Leseranalyse beurteilen die 14- bis 29-Jährigen die Arbeit des Teckboten zwar erfreulich positiv, aber die abnehmende Bedeutung des Mediums Zeitung für die junge Generation ist nicht zu übersehen: 91 Prozent der über 50-Jährigen sagen, dass der Teckbote für sie die zentrale Informationsquelle für das lokale Geschehen ist, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es nur 59 Prozent.

Die Zeitungen müssen deshalb alles tun, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben und Kinder und Jugendliche beispielsweise über das Projekt "Zeitung in der Schule" mit dem Medium Zeitung vertraut zu machen. Neben dem rückläufigen Anzeigenaufkommen und der zunehmenden Zahl an Mitbewerbern auf dem Informationsmarkt ist dies sicher die größte Herausforderung der nächsten Jahre. Wenn es der Zeitung gelingt, die Heranwachsenden für sich zu begeistern, kann der Teckbote auch den kommenden Jubiläen beruhigt entgegensehen.