Lokales

Die Lücke ist geschlossen

Der 61-jährige Realschulrektor Werner Bauer aus Filderstadt ist Landtagskandidat der SPD

Der Erfolg bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wirkt wie Balsam auf die Seele der Sozialdemokraten. Auch für die SPD im Landkreis Esslingen tut sich eine neue Perspektive auf. Denn die Lücke, die Nils Schmid nach seiner Wahl zum SPD-Landeschef gerissen hat, ist geschlossen: Walter Bauer tritt im März 2011 als Kandidat im Wahlkreis Nürtingen/Filder an.

Harald FlöSSer

Leinfelden-Echterdingen. Auf dem traditionell CDU-dominierten Terrain dürfte es der 61-jährige Filder­städter trotz seiner kommunalpolitischen Verwurzelung schwer haben. Dennoch gehe er optimistisch ins Rennen, sagte der Realschulrektor bei seiner Vorstellung. „Schwierig, aber nicht ausgeschlossen“, so beurteilt SPD-Kreisvorsitzender Michael Wechsler die Chancen Walter Bauers. „Wir wollen auf jeden Fall ein gutes Ergebnis einfahren.“

Wechsler ist froh, mit dem 61-Jährigen einen Bewerber aufbieten zu können, der im gesamten Wahlkreis hohes Ansehen genieße und vor allem die Kommunalpolitik aus dem Effeff kenne. Drei Mal holte Bauer bei der Kommunalwahl in Filderstadt die meisten Stimmen. Außerdem gehört er seit 1994 dem Kreistag an. Er ist in vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert und hat einen prominenten älteren Bruder. Ulrich Bauer war eine Amtsperiode OB in Esslingen und danach Geschäftsführer der Projektgesellschaft „Neue Messe“.

Seit 1997 vertritt Nils Schmid den Wahlkreis Nürtingen/Filder im Landtag. Als er im November 2009 zum SPD-Landeschef gekürt wurde, musste für ihn parteiintern ein sicherer Wahlkreis gefunden werden. Als Parteichef dürfe er sich nicht auf ein waghalsiges Experiment einlassen, sagt Schmid. Ihm soll es nicht ergehen wie der früheren Landesvorsitzenden Ute Vogt, die 1996 bei ihrer Landtagskandidatur Schiffbruch erlitten hatte. Ein Unsicherheitsfaktor ist auch, dass der Wahlkreis um die Kommunen Wolfschlugen, Unterensingen und Oberboihingen verkleinert wird. Nils Schmid wurde mittlerweile in Reutlingen nominiert. Dort dürfte es für ihn keine Probleme geben, in den Landtag gewählt zu werden. Er verlasse seinen Wahlkreis nur ungern, sagt Schmid. Denn Nürtingen und der Filderraum seien seine politische Heimat. Doch als Landeschef habe er eine besondere Verantwortung gegenüber der Partei.

Eine sechsköpfige Findungskommission hatte nach einem Nachfolger für Schmid gesucht. Das Gremium habe sich einstimmig für Bauer entschieden, berichtet Wechsler. Das letzte Wort hat allerdings am 29. Juni die Mitgliederversammlung. Mit 61 Jahren fühle er sich jung genug, um noch einmal etwas Neues anzufangen, sagt Bauer. Als Realschulrektor liegt ihm natürlich vor allem das Thema Bildung am Herzen. Aber auch für die Kommunen will er sich verstärkt einsetzen, denen in den vergangenen Jahren die Luft zum Atmen genommen worden sei. Bauer will einen Wahlkampf ohne Aggressionen führen. Ziel sei nicht persönliche Profilierung, es müsse vielmehr um Inhalte gehen. „Politik muss Vertrauen zurückgewinnen“, sagt Bauer. Das erreiche man nur mit ehrlicher und seriöser Politik. Als Zweitkandidatin will Bärbel Kehl-Maurer antreten. Die 56-jährige Nürtingerin ist seit fünf Jahren Konrektorin an der Teck-Realschule in Kirchheim und engagiert sich seit Jahrzehnten im Bereich der Behindertenhilfe.

Walter Bauers Konkurrenten im Wahlkreis stehen bereits fest: Für die CDU bewirbt sich Kreisvorsitzender Thaddäus Kunzmann. Die Grünen schicken erneut Winfried Kretschmann ins Rennen. Die FDP setzt auf Hosam el Miniawy.

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