Lokales

Die Macht der Mittelschicht

Auf dem Neujahrsempfang der Mittelstandsvereinigung des CDU-Kreisverbands Esslingen war Franz Josef Radermacher zu Gast. Der promovierte Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler referierte über die Zukunft des Mittelstands, die soziale Marktwirtschaft und die Bedeutung der Mittelschicht.

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Esslingen. „Ohne Wirtschaft ist alles nichts“, sagte Professor Radermacher. Es gebe aber auch andere Dinge, die eine funktionierende Gesellschaft brauche, zum Beispiel Freiheit und Gerechtigkeit. In der momentanen Wirtschaftskrise müsse der Staat eingreifen. Professor Radermacher sagte, er vertraue darauf, dass die Bundeskanzlerin die richtigen Entscheidungen treffe.

Für Deutschland sei die soziale Marktwirtschaft die richtige Wirtschaftsordnung, sagte Radermacher. Diese funktioniere jedoch nur mit einer möglichst großen Mittelschicht. In Staaten, wo die Mittelschicht nicht vorhanden sei, würden weniger Steuern gezahlt. Dementsprechend hoch müssten die Steuern sein. Deshalb müsse Europa dafür sorgen, dass die Mittelschicht erhalten bleibe.

Nicht die große Zahl der Sozialhilfeempfänger und Geringverdiener sei das Übel, sondern das falsche Verhalten einiger Spekulanten an den internationalen Finanzmärkten. Die Regierenden dieser Welt müssten die soziale Marktwirtschaft regulieren. Nur so könne sich Reichtum entfalten. Das Ziel sei Wohlstand für alle Menschen.

Nach der Rede hatten die Mittelständler viele Fragen an Professor Radermacher. Unter anderem wollten sie wissen, welchen Einfluss China habe. Laut Radermacher macht China eine saubere Politik. Das Land sei besser aufgestellt als Indien. Indien sei wegen seines weniger geordneten Staatssystems größeren Schwankungen unterworfen. Zurzeit blicke die Welt nach Amerika. Präsident Obama sei nicht zu beneiden. Er stehe vor schwierigen Problemen. „Diese Zeit ist unglaublich spannend“, sagte Franz Josef Radermacher abschließend. pm