Lokales

Die "magische Zahl" überschritten

Mit dem Thema Kläranlage und Abwasser beschäftigte sich der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Wir liegen günstig bei den Kosten für den Klärschlamm", konnte Notzingens Bürgermeister Flogaus berichten. Die Kosten seien rückläufig, was in heutiger Zeit äußerst selten und somit umso erfreulicher für die Bodenbachgemeinde sei. Insgesamt beliefen sich die Kosten für den beim Gruppenklärwerk Wendlingen abgelieferten Klärschlamm auf knapp 72 000 Euro. Davon entfallen rund 55 000 Euro für den Klärschlamm, was rund 16 Euro pro Kubikmeter entspricht. "Insgesamt wurden knapp 3400 Kubikmeter dort abgerechnet", erklärte der Schultes. Rund 16 500 Euro fielen für den Transport von Notzingen nach Wendlingen an.

Wenig spektakulär sei das Betriebsergebnis der Kläranlage Notzingen, erklärte Rainer Hauff vom Gruppenklärwerk in Wendlingen, der bei der Sitzung des Gemeinderates zu Gast war. "Zu 70 Prozent ist die Kläranlage ausgelastet gewesen", so der Fachmann. Dem Gemeinderat erläuterte er den Zusammenhang zwischen dem Grenzwert der einzelnen chemischen Stoffe wie beispielsweise Stickstoff oder Phosphor und den damit verbundenen Kosten. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Grenzwert angegeben wird, desto geringer sind auch die Kosten. Wer jedoch den selbst gewählten Wert überschreitet, wird dafür aber auch ordentlich zur Kasse gebeten. "In Notzingen haben sie sehr stramme Werte. Ich sehe keine Möglichkeit, sie nach unten zu korrigieren", sagte Rainer Hauff nach der dementsprechenden Frage von Jochen Flogaus.

Bei der Einleitung von Niederschlagswasser in die Kläranlage hat Notzingen die "magische Zahl" von 50 Prozent überschritten. "Entsprechend den Messergebnissen liegt der Fremdwasseranteil bei über 56 Prozent", teilte Jochen Flogaus dem Gremium mit. Eine Reduzierung muss deshalb unbedingt angestrebt werden. Wo möglich, soll Oberflächenwasser statt in den Kanal in einen Bachlauf geleitet werden. "Wenn das Oberflächenwasser aus dem Bereich Eichert über das Baugebiet Letten II in einem offenen Entwässerungsgraben geführt werden kann, sollten wir dies erreichen", so der Schultes.

Die Abwasserabgabe beläuft sich für die Bodenbachgemeinde auf rund 19 000 Euro. Da jedoch der Oberflächenwasserkanal in der Hermannstraße mit rund 5000 Euro verrechnet werden kann, sind rund 14 000 Euro fällig. Im Haushaltsplan sind für dieses Jahr zwar nur 8000 Euro eingestellt, da jedoch ein Haushaltsrest von 2004 besteht, ist die Finanzierung gesichert.