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Die Marktscheune hat ihre Feuertaufe bestanden

Ihre Feuertaufe hat sie schon mal bestanden. Auf der ganzen Linie zufriedene Gesichter unter Marktbeschickern wie unter Kunden. Reger Betrieb herrschte am Samstag beim ersten Markttag in der neuen Marktscheune im Herzen Neuffens. Jetzt liegt es an den Käufern, ob das Angebot der Stadtverwaltung ein Dauerbrenner wird.

GABY KIEDAISCH

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NEUFFEN Hell und freundlich wird man als Kunde in der Halle der neu errichteten Marktscheuer zwischen historischem und saniertem Gemäuer in der Neuffener Innenstadt, die Ortskernsanierung liegt in den letzten Zügen, empfangen. Sieben Erzeuger, überwiegend aus Neuffen sind zum ersten Markt gekommen und haben gleich eine Überraschung erlebt: Die ersten Produkte waren schon in den ersten Stunden ausverkauft und mussten nachgeholt werden, wie die Schlangengurken vom Biohof. "Ich bin angenehm überrascht", zeigte sich Norbert Edlmayer vom Biolandhof zufrieden über die positive Resonanz, mit der der Markt bei den Neuffenern aufgenommen wurde. Das bestätigte auch Werner Schall, Mosterei und Brennerei: "Es läuft besser als erwartet."

Eier, Nudeln, Sträuße, eingedoste Hausmacherwurst, Brände, Schnäpse, Wein, Süßmost, Obst, Gemüse, Marmeladen und Deko fürs Heim, die Angebotspalette bietet eine gute Grundversorgung an. Und alles aus heimischen Erzeugnissen direkt um die Ecke. Eine Besonderheit, die immer mehr Verbraucher zu schätzen wissen. Die Neuffener nahmen das Angebot, viele Erzeuger an einem Ort zu haben, jedenfalls gerne an.

Die Hoffnung, dass der Markt auf Akzeptanz stößt, hegt auch Stadtkämmerer Albrecht Klingler, der am Samstag das Markttreiben von Amts wegen genau in Augenschein nahm. Sein Wunsch: der Markt soll sich etablieren und zur festen Einrichtung in der Bevölkerung werden. "Ich hoffe, dass die Neuffener zum Markt stehen und er nicht Schiffbruch erleidet." Wie schon einmal in den 1980er-Jahren. Damals scheiterte ein regelmäßig eingerichteter Wochenmarkt auf dem Kelterplatz allerdings am geringen Interesse der Marktbeschicker.

Klinglers Wünsche für den Markt betreffen auch das Angebot, das noch erweitert werden könnte. Platz gibt es vor allem vor der Marktscheune. Dann könnten auch die Freiflächen mit einbezogen werden. Und das würde auch noch mehr Leben in die sanierte historische Altstadt bringen. Am Samstag ließen sich die Kunden schon mal Kaffee und Kuchen vor der Marktscheune an gemütlichen Holztischen munden. Ob der Ruf nach einem Käsestand, der bislang noch fehlt, erhört wird, das wird sich an den nächsten Markttagen zeigen.

Mit der neuen Marktscheune hat die Stadt Neuffen außerdem ein öffentliches Bedürfnis verwirklicht: nämlich eine öffentliche Toilette, die vom rückwärtigen Teil des Gebäudes auch nach Ende des Marktes an allen Tagen betreten werden kann.

Nicht alles an der Marktscheune ist neu: so hat man einen Teil der alten Stadtmauer geschickt in den Neubau, der direkt an der Stadtmauer liegt, integriert. Genutzt werden soll die Scheune auch über die Markttage hinaus: zum Beispiel zum Stadtfest oder fürs Sommerferienprogramm oder wie derzeit mit einer Ausstellung zur Stadtsanierung, mit der das gesamte Sanierungsgeschehen seit 1978 bis 2005 im Obergeschoss der Scheune dokumentiert wird.

Übrigens: der Markt wird nun jeden Samstag von 6 bis 14 Uhr geöffnet sein. Die Stadt hat die Anregung dazu von den Bürgern und aus dem Gemeinderat aufgenommen.