Lokales

Die "Milch-Straße": Vom Stall auf den Tisch

RICHARD UMSTADT

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LENNINGEN Rund 16 Landwirtschaftsbetriebe aus der Region, die ihre Erzeugnisse direkt vermarkten, boten ihre Produkte zum Probieren und zum Verkauf an. Unter dem Motto "Vom Stall auf den Tisch" zeigte das Landwirtschaftsamt Nürtingen die "Milch-Straße", den Weg der Milch, auf. Dass die leckere, weiße Flüssigkeit aus der Kuh kommt und nicht vom Tetra-Pak erzeugt wird, konnten Jung und Alt beim Milchbauern erfahren. Und nicht nur das. Wer selbst einmal versuchen wollte, wie das Melken einer Kuh funktioniert, konnte dies an einem wirklichkeitsnahen Modell tun. Immer umringt war auch der Käser Bernd Schnabel von der Ziegelhütte, wenn er erläuterte, wie die Löcher in den Käse kommen.

Ziel des Bauernmarktes, der vom Landwirtschaftsamt und Naturschutzzentrum gemeinsam veranstaltet wird, ist es, die Nähe zum Verbraucher herzustellen und im Gespräch die Erzeugungswege transparent zu machen, sagte der stellvertretende Leiter des Landwirtschaftsamtes Nürtingen, Dr. Reinhold Klaiber. Doch es gehe nicht nur um die Förderung der Absatzmöglichkeiten, sondern auch darum, den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und der Erhaltung der Kulturlandschaft deutlich zu machen.

Sichtlich zufrieden mit dem Besuch zeigte sich Dr. Wolfgang Wohnhas, der Leiter des Naturschutzzentrums. Zwar werde höchstwahrscheinlich der Rekordbesuch von 2003 mit über 2 500 Gästen nicht ganz erreicht, aber das Interesse am Bauernmarkt sei groß. "Das Publikum ist an guten Produkten aus der regionalen Landwirtschaft interessiert." Nicht der Kauf des billigen Schaffleisches aus Neuseeland helfe der Kulturlandschaft weiter. Wichtig sei es, einen guten Absatz des heimischen Schaffleisches zu schaffen. Dieses Beispiel mache einmal mehr deutlich, dass Landwirtschaft und Naturschutz in einem Boot sitzen, meinte der Leiter des Naturschutzzentrums Schopfloch. So gab es auf dem Bauernmarkt auch Heidschnucken Fleischkäs, Schäferstecken und Schinkenwurst aus Schaffleisch zu kosten.

Zum achten Mal präsentierten Landwirtschaftsbetriebe aus der Region auf dem Gelände des Naturschutzzentrums ihre heimischen Erzeugnisse.