Lokales

Die Owener Wehr ist auch mit Erdgas vertraut

Nicht nur das frühlingshafte Wetter Ende Oktober war am Samstag dafür verantwortlich, dass es den zahlreich versammelten Zuschauern im Laufe der Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Owen warm wurde; vielmehr stand diesmal ein Gasbrand und seine Bekämpfung im Mittelpunkt der von der Owener Wehr gemeinsam mit dem Energieversorgungsunternehmen EnBW durchgeführten Veranstaltung.

PATRICK ROTHE

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OWEN Neben Erdöl und Elektrizität spielt auch Erdgas eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung. Deshalb wählte die Freiwillige Feuerwehr Owen für ihre diesjährige Hauptübung das Szenario eines Gasbrandes, um zu demonstrieren, wie die Feuerwehr im Ernstfall dabei vorgehen würde. Ebenfalls mit an der Übung beteiligt war der Gasversorger EnBW, der im Fall der Fälle ebenfalls an einem solchen Einsatz beteiligt wäre. Vor dem eigentlichen Beginn der in drei Abschnitte untergliederten Übung gab ein Vertreter von der EnBW ein paar allgemeine Informationen zur Energieversorgung mit Erdgas und der oft weit überschätzten Gefährlichkeit dieses ungiftigen Energieträgers weiter.

Gegen 16.15 Uhr waren die Vorbereitungen für die Übung an einer nachgestellten Baugrube mit Gasleitung abgeschlossen und es erfolgte die Alarmierung der Einsatzleitstelle in Esslingen. Wenig später ertönten dann auch die Owener Sirenen und innerhalb weniger Minuten war die Freiwillige Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen bereits am Einsatzort eingetroffen. Damit begann der erste Teil der Übung, der zeigen sollte, wie beim Austreten von Gas aus einer defekten Leitung von Seiten der Feuerwehr her vorgegangen wird. Mittels eines Explosionsmessgerätes wird die Einsatzstelle erkundet, um zu überprüfen, ob sich in der Luft ein explosionsfähiges und damit hochgefährliches Gasgemisch gebildet hat. Parallel dazu wird eine Wasserversorgung errichtet, um im Ernstfall einer Explosion sofort mit einem Löschangriff beginnen zu können.

Sobald der Notfalldienst des Gasversorgers, ebenfalls mit modernen Messequipement ausgerüstet, vor Ort eintrifft und die defekte Leitung schließt, was im Fachjargon als Abschiebern bezeichnet wird, ist im Normalfall für die Feuerwehr der Einsatz beendet. Dies stellt die häufigste Art von Gasnotfällen dar.

Zum zweiten Teil der Übung leitete der das Geschehen kommentierende Owener Feuerwehrkommandant Taxis mit den Worten "hier fängt jetzt der spektakuläre Teil der Übung an" über. Es wurde dabei gezeigt, wie das Vorgehen der Floriansjünger in dem Fall aussehen würde, dass die Gasleitung in Brand geraten ist und auch weiterhin Gas aus der Leitung nachströmt. Auch in einem solchen Fall kann erst die Schließung der Gasleitung und damit die Beendigung des Nachströmens von brennbarem Gas zum Ende des Feuers führen. Aus diesem Grund verzichtet die Feuerwehr bei solchen Gasbränden in der Regel auf einen direkten Löschangriff auf das Feuer und beschränkt sich vorerst auf die Personenrettung sowie den Schutz und die Kühlung der Umgebung mittels Wasserwänden.

Wie sich das Ganze allerdings gestaltet, wenn Personen im unmittelbaren Bereich des Feuers in Gefahr geraten sind und die Feuerwehr damit dazu gezwungen ist, das Feuer zur Rettung dieser Personen zu bekämpfen, wurde im dritten Übungsabschnitt von den Owener Feuerwehrleuten demonstriert.

Hierbei galt es einen Dummy, der die verletzte Person darstellte, in Sicherheit zu bringen. Unter Zuhilfenahme von Pulverlöschern wurde das Feuer zurückgedrängt und die verletzte Person aus der Gefahrensituation befreit. Ein zweiter Löschtrupp hielt sich gleichzeitig zum Einsatz bereit, um in dem Fall, dass es zu einer Rückzündung des nachströmenden Gases kommen sollte, die ebenfalls simuliert wurde, sofort eingreifen zu können.

Als die Übung kurz vor 17 Uhr zu Ende ging, wies Kommandant Taxis nochmals darauf hin, dass es sich bei den gezeigten Szenarien um relativ selten auftretende Einsätze der Feuerwehr handle. Er hoffe, dass es mit dieser Hauptübung, die sich in erster Linie an die interessierte Bevölkerung gewandt habe, gelungen sei, die Auswirkungen und auch die Bekämpfung eines Gasbrandes anschaulich zu demonstrieren.