Lokales

Die Planungen werden langsam konkret

Die Hauptstraße der Gemeinde Schlierbach gleicht immer mehr einem Flickenteppich. Dazu hat der vergangene strenge Winter mit seinen unübersehbaren Frostschäden nochmals beigetragen. Aber Probleme lauern auch unter der Oberfläche: Abwasserleitung und Hausanschlüsse müssen saniert werden.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Auch im Bereich des Rathauses werden umfangreiche Sanierungsarbeiten fällig, denn die hier verlegten Betonpflastersteine beginnen sich aufzulösen. Viele Gründe also für Verwaltung und Gemeinderat, sich über ein umfassendes Sanierungskonzept für die Hauptstraße und den Rathausvorplatz Gedanken zu machen.

Bürgermeister Paul Schmid denkt jedoch ein Stück weiter und möchte die fälligen Sanierungsarbeiten mit einer Aufwertung des Schlierbacher Ortskerns verknüpfen. "Ein verbessertes Konzept soll auch dazu dienen, den Ortskern attraktiver zu machen", so der Rathauschef. Er möchte Rahmenbedingungen schaffen, die den Ortskern für Geschäftsleute wieder zu einem interessanten Investitionsstandort machen. Klar ist ihm aber auch, dass die Gestaltungsmöglichkeiten auf Grund der räumlichen Enge sehr eingeschränkt sind.

Manfred Mezger vom Boller Planungsbüro mquadrat stellte dem Gemeinderat eine erste Bestandsaufnahme und Umsetzungsideen für die Gestaltung von Hauptstraße und Rathausvorplatz vor. Größtes Problem im Bereich der Hauptstraße, so der Planer, sei die enge Bebauung am Straßenrand und die geringe Breite der zur Verfügung stehenden Fläche. Diese ist nur rund zehn Meter breit, davon entfallen auf die Fahrbahn etwa sieben Meter, auf denen auch noch wie jetzt schon Stellplätze untergebracht werden müssen.

Konkret schlägt Mezger vor, die Stellflächen mit einem anderen Belag optisch von der Fahrbahn abzugrenzen und durch so genannte Baumtore einzurahmen. Dadurch könnten die auf der nördlichen Straßenseite schon reichlich vorhandenen Bäume in das Konzept mit einbezogen werden. "Wir richten uns im wesentlichen nach den bereits markierten Stellflächen", führte Mezger aus. Für den Verkehr auf der Hauptstraße verbliebe nach dem nun vorgestellten Konzept eine Fahrbahn von 5,20 Metern Breite, so der Planer, der auch die Einführung eines Tempolimits von 30 km/h vorschlägt.

Für den Rathausvorplatz hat Mezger verschiedene Gestaltungsvarianten erarbeitet. Nach diesen Vorschlägen soll auf jeden Fall die Verkehrsinsel zwischen Rathaus und Kirche wegfallen, um eine bessere Ausnutzung des Platzes möglich zu machen. Für den Platz selbst reichen die Vorschläge für eine komplette Pflasterung von Gehweg und Fahrbahn bis hin zu einer Ausführung der Fahrbahn mit Asphaltbeton. Aufgelockert werden soll der Platz durch Bäume, die um die Zebrastreifen herum platziert werden sollen.

Die Vorschläge von Planer Mezger stießen bei den Gemeinderäten auf große Zustimmung. Kurt Moll von der CDU träumt gar schon von einem kleinen Straßencafé auf dem Dorfplatz. Gleichzeitig regte er auch an, zu untersuchen, inwieweit der Durchgangsverkehr aus der Ortsmitte herausgehalten werden könnte: "Sonst haben wir keinen Dorfplatz, sondern eine gepflasterte Straße." Sabine Hiedels von den Freien Wählern brachte auch ein Durchfahrverbot für Lkw ins Gespräch. Bürgermeister Schmid sagte zu, diese Fragen schnell mit der zuständigen Straßenbaubehörde abzuklären.

Nach kurzer Beratung einigte sich der Gemeinderat darauf, die Planungen weiter zu konkretisieren. Die Neugestaltung des Dorfplatzes soll zu einem späteren Zeitpunkt nach Klärung der offenen Punkte mit der Straßenbaubehörde und einer ausführlichen Diskussion mit der Öffentlichkeit besprochen werden.