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Die Privatkunden wagen sich wieder aufs Börsenparkett

Trotz anhaltend scharfem Wettbewerb auf dem Bankensektor schlägt sich die Raiffeisenbank Teck als kleines Kreditinstitut überaus wacker: Im vergangenen Jahr konnte die genossenschaftliche Bank ihre führende Stellung rund um die Teck weiter ausbauen und das Kundenvolumen um drei Prozent auf 517 Millionen Euro steigern.

FRANK HOFFMANN

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OWEN

"2006 war für uns ein erfolgreiches Jahr". Die beiden Raiba-Vorstandsmitglieder Bruno Foldenauer und Rainer Kaiser ziehen angesichts der ordentlichen Zuwächse in allen Bereichen eine durchweg positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs. "Trotz scharfen Wettbewerbs konnten wir unsere Marktstellung als führender Finanzdienstleister rund um die Teck weiter ausbauen." Vor allem, seit auch die Großbanken die Privatkunden und Kleinanleger wieder entdeckt haben und mit Schnäppchenangeboten um Neukunden buhlen, ist der Konkurrenzkampf unter den Finanzinstituten wieder mit voller Kraft entbrannt. Umso zufriedener sind Foldenauer und Kaiser, dass die Raiba-Kunden die Arbeit und Angebote ihrer Bank offensichtlich zu schätzen wissen: Das Geschäftsvolumen der Raiffeisenbank Teck konnte im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf 240 Millionen Euro in die Höhe geschraubt werden.

"Vor allem bei den Krediten hatten wir aufgrund der wirtschaftlichen Belebung deutliche Zuwächse", freut sich Vorstandssprecher Foldenauer über die gestiegene Investitionsbereitschaft. Um 2,5 Prozent auf 184 Millionen Euro kletterte das bilanzwirksame Kreditvolumen in die Höhe. Bei den Einlagen gab es einen leichten Anstieg um 0,4 Prozent auf 195 Millionen Euro. Auch die Umsätze mit den Verbundpartnern wie Union Investment, Schwäbisch Hall oder R +V Versicherungen konnte die Raiba nochmals kräftig steigern, sodass sich das betreute Kundenvolumen um 16 Millionen auf 517 Millionen Euro erhöhte.

Ein weiterer für die Banken angenehmer Nebeneffekt des Aufschwungs ist der deutliche Rückgang der Insolvenzen. Dadurch konnten auch bei der Raiba Teck die Aufwendungen für die Risikovorsorge spürbar reduziert werden.

Die anhaltende Niedrigzinsphase und der verschärfte Wettbewerb mit vielen lukrativen Angeboten im Schlepptau erfreuen Anleger und Investoren. Bei den Banken dagegen drückt der verringerte Zinsüberschuss natürlich aufs Ergebnis. Vor diesem Hintergrund sind Bruno Foldenauer und Rainer Kaiser mit dem Betriebsergebnis der Raiffeisenbank Teck in Höhe von 2,45 Millionen Euro sehr zufrieden, auch wenn dies gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang ist. Die mittlerweile 10 232 Mitglieder des genossenschaftlichen Kreditinstituts dürfen sich voraussichtlich wieder über 5,5 Prozent Dividende freuen. Gegenüber 2005 konnte die Mitgliederzahl um 1,5 Prozent gesteigert werden.

Sehr gut bewährt hat sich die neue Immobilienabteilung der Raiba, die Mitte vergangenen Jahres an den Start ging. Das eigene Vermittlungsgeschäft hat sicher auch mit dazu beigetragen, dass bei den Baufinanzierungen eine Steigerung von fünf Prozent erzielt werden konnte. Anhaltend groß ist die Nachfrage nach Altersvorsorge-Angeboten. "Ansonsten war das Anlagegeschäft vor allem durch Umschichtungen gekennzeichnet", erläutert Rainer Kaiser. Aufgrund der attraktiven Zinsen waren die kurzfristigen Anlagen heißt begehrt, aber auch Aktien und Fonds sind bei den Privatanlegern wieder mächtig im Kommen. Die günstigen Wirtschaftsprognosen verdrängen offensichtlich allmählich die Skepsis, und viele Anleger haben sich im vergangenen Jahr wieder aufs Börsenparkett gewagt: Die Raiffeisenbank verzeichnete dadurch ein Umsatzplus im Wertpapiergeschäft von 62 Prozent auf 8,2 Millionen Euro. In diesem Jahr, so die Erwartung der Raiba-Vorstandsmitglieder, werde sich der Trend zu Aktien und Fonds fortsetzen. Trotz der kleineren Turbulenzen in den vergangenen Wochen rechnen sie angesichts der positiven Grundstimmung nicht mit gravierenden Einbrüchen, sondern eher mit stabilen oder steigenden Kursen.

Keine Veränderung gab es beim Personal. Die Genossenschaftsbank beschäftigt weiterhin 70 Mitarbeiter. Hinzu kommen derzeit sechs Auszubildende. Seit September gehört Stefan Gerlach zur erweiterten Geschäftsleitung der Bank. Vorstand und Aufsichtsrat haben den Diplom-Betriebswirt zum Prokuristen ernannt und ihm zusätzlich zu seinem bisherigen Aufgabengebiet Controlling weitere Leistungsfunktionen übertragen. Die Modernisierung der Geschäftsstellen wurde 2006 mit dem Ausbau der Niederlassung Weilheim fortgesetzt. Im Zuge der Neugestaltung der Kundenhalle wurden weitere Besprechungsmöglichkeiten und ein direkter Zugang von der Tiefgarage in die Bank geschaffen.

Die Mitglieder der Raiffeisenbank dürfen sich auch dieses Jahr wieder auf sehr interessante Veranstaltungen in der Reihe "MitgliederExklusiv" freuen. Den Auftakt macht im kommenden Monat der bekannte Klimaforscher Professor Dr. Wolfgang Seiler. Am Dienstag, 17. April, spricht er um 19.30 Uhr in der Owener Teckhalle über den globalen Klimawandel und seine Auswirkungen auf Süddeutschland. Seiler ist Professor am Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen. Auch der Termin für die Vertreterversammlung steht bereits fest: Die Bankmitglieder treffen sich am Dienstag, 26. Juni, in der Weilheimer Limburghalle.