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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Politikverdrossenheitwird weiter gefördert

Zum Artikel "Bundeskanzler bekräftigt Festhalten am Reformkurs / "Beugen uns Druck der Straße nicht", im Teckboten vom 9. September:

In einer Demokratie sollten Politikern die gleichen Härten zugemutet werden wie anderen Bürgerinnen und Bürgern. Wir Ökologischen Demokraten schlagen deshalb vor, den Paragraphen 18 des Abgeordnetengesetzes, der das Übergangsgeld regelt, zu ändern.

Nach Inkrafttreten des Hartz-IV-Gesetzes zum 1. Januar 2005 werden Arbeitslose schon nach einem Jahr ohne Job finanziell wesentlich schlechter gestellt als vorher. Für Politiker gilt dagegen, dass sie noch bis zu 18 Monate nach Ausscheiden aus einem Amt ein Übergangsgeld beziehen. Diese Regelung für Abgeordnete fügt der politischen Kultur in unserem Land Schaden zu. Deshalb schlage ich vor, das Übergangsgeld für Politiker bei nur noch maximal 60 Prozent des vorherigen Entgelts festzusetzen und höchstens zwölf Monate lang zu zahlen.

Falls ehemalige Abgeordnete dann noch keinen neuen Job gefunden haben, sollen auch für sie die Bezüge des Arbeitslosengelds II gelten. Westdeutsche Langzeitarbeitslose erhalten dann 345 Euro, ostdeutsche Langzeitarbeitslose 331 Euro vom Staat. Mit diesem Geld muss auch ein ehemaliger Abgeordneter auskommen. Der Bundestag muss nur noch Paragraph 18 des Abgeordnetengesetzes ändern, um Hartz IV auch für Politiker in Kraft zu setzen. Diese Änderung des Abgeordnetengesetzes wird sicher der Politikver-drossenheit vieler Wähler entgegenwirken.

Helmut Staiger

ödp-Kreisvorsitzender

Kirchheim

FragwürdigeEinsparpotenziale

Zur Meldung "Bildung ein Sorgenkind", im Teckboten vom 13. September:

Na toll . . . Wieder einmal bekommen wir Mütter von offizieller Seite bestätigt, was wir schon lange täglich erfahren: Deutschland droht, nach der "Servicewüste"eine "Lehr-Wüste" zu werden. Zumindest für Kinder unter zehn Jahren.

Da beschließt der Kirchheimer Gemeinderat, kaum dass die Kinderzahl ein wenig abnimmt, dass umgehend an den Erzieherinnen in den Kindergärten gespart werden muss. Kaum sinkt also die Gruppengröße von "proppenvoll" auf "halbwegs erträglich", wittert man Einsparpotenzial. Was folgt? Lernwillige, "brave" und intelligente Kinder schlagen sich schon irgendwie durch, weil sie sich holen, was sie brauchen. Alle anderen, die man aktiv "mitnehmen" müsste, die besonders gefördert werden müssten, damit sie nicht schon am Beginn ihrer (Vor-)Schullaufbahn den Anschluss verlieren, müssen sehen, wo sie bleiben.

Ob der Förderunterricht, die Nachhilfestunden und die sonderpädagogischen Einrichtungen, die diese Kinder später vielleicht einmal brauchen, so viel preiswerter sind, als eine 100-Prozent-Fachkraft oder gar der eine oder andere Praktikant im Kindergarten oder ein Klassenteiler von höchstens 25 in der Schule? Finnland, das aus der PISA-Studie als "Klassenbester" hervorging, hat übrigens eine durchschnittliche Klassengröße von unter 20 . . .

Ich danke hiermit allen Erziehern und Erzieherinnen, Lehrern und Lehrerinnen, die sich trotz weniger Zeit und mehr Kindern täglich bemühen,das Beste daraus zu machen.

Heike Kurtz

Kirchheim, Heimensteinstraße