Lokales

Die Redaktion nimmt eine sachliche ...

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

Anzeige

Verhinderungsstrategie

Zum Artikel "Planungsrechtliche Abwehrversuche gehen weiter", im Teckboten vom 27. Oktober:

In der Diskussion um einen Bordellbetrieb schlug der "Arbeitskreis Kommunalpolitik" der CDU Kirchheim vor, dass die Stadt Immobilien für ein solche Etablissement anbieten solle. Von Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker wurde angeführt, dass es genügend Angebote an Vergnügungsstätten aller Art gebe und dass die Stadt nicht Flächen für ein Bordell zur Verfügung stellen müsse.

Dagegen ist einzuwenden, dass die Feststellung des Bedarfs an Vergnügungsstätten nicht im Ermessen der Oberbürgermeisterin liegt. Das rege Interesse zeigt, dass aller moralischen Vorbehalte zum Trotz eine über das bestehende Angebot hinausgehende Nachfrage nach solchen Dienstleistungen existiert. Dem soll durch eine Ausweitung des Angebots begegnet werden.

Auf dieses Ansinnen reagierten Verwaltung und Gemeinderat bisher stets nur mit der Festsetzung neuer Veränderungssperren für die angefragten Immobilien, eine Lösung des Problems erreichen sie damit jedoch nicht. Der Widerstand gegen die Marktkräfte erfordert immer neue Klimmzüge und letztendlich sind Verwaltung und Gemeinderat Getriebene der Entwicklung.

Die Zuweisung von Flächen für das Einrichten eines Bordellbetriebs eröffnete jedoch die Möglichkeit, eine Entwicklung, die ohnehin nicht aufzuhalten ist, aktiv zu gestalten. Zum einen könnte die Stadt Flächen anbieten, bei denen mit den geringsten Belastungen für die Nachbarschaft zu rechnen ist. Hierzu gehört sicherlich der Kruichling. Zum anderen ermöglicht die Ansiedlung eines Bordellbetriebs eine öffentliche Kontrolle. Damit wird zugleich ein Abdriften des horizontalen Gewerbes in die Illegalität mit all den negativen Folgen, sowohl für die betroffenen Frauen als auch im Hinblick auf die mit diesem Gewerbe oftmals verbundene Kriminalität, verhindert.

Die aktive Zuweisung von Flächen für einen Bordellbetrieb dient somit der Prävention von Kriminalität und sexueller Ausbeutung, während der Stadt durch die bisher angewandte Verhinderungsstrategie letztlich nur die Reaktion auf Fehlentwicklungen bliebe.

Thilo Rose

Kirchheim, Lenaustraße

Die Spitze des Eisbergs

Zum Artikel "Jede vierte Stelle wackelt", im Teckboten vom 23. Oktober:

In dem Artikel wird berichtet, dass bis zum Jahr 2015 jeder vierte Arbeitsplatz (1,4 Millionen Stellen) in Niedriglohnländer verlagert wird. Meiner Meinung nach werden es viel mehr sein.

Der Personalabbau bei Opel, Karstadt und so weiter, ist erst die Spitze des Eisbergs. Der Grund ist bekannt. Immer mehr Firmen verlagern ins billige Ausland. Viele Unternehmen kürzen Lohn, Weihnachts-, Urlaubsgeld und so weiter. Die Bürger haben weniger Geld zum Ausgeben, die Arbeitslosenzahl steigt rapide. Die Folge ist, dass sich in Deutschland immer weniger Bürger ein Auto beziehungsweise Verbrauchsgüter kaufen können. Das zwingt dann wiederum zum Personalabbau. Das Ende vom Lied ist, dass es bei uns nur noch Arm und Reich gibt. Die Mittelschicht mit einer guten Kaufkraft fällt weg. Schuld an dieser Misere sind nicht nur die Arbeiter und Angestellten, sondern vor allem die Manager, die vielfach Fehlentscheidungen treffen.

Henry Fords Motto ist hier angebracht: Gebt den Leuten etwas mehr Geld, damit sie ein Auto kaufen können. Denn Autos können keine Autos kaufen. Er hatte das getan und die Wirtschaft florierte.

Christine Masarin

Kirchheim, Weileräcker

Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.