Lokales

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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Warten auf den Crash

Zur Meldung "Bald offen: Radweg an der Notzinger Steige", im Teckboten vom 20. November:

Mit deutlichem Nicken habe ich den Bericht über den Radweg nach Notzingen im Teckboten gelesen. Herr Holz hat vollkommen recht: der Weg ist "megasteil" und wird sich regelmäßig mit Laub und Dreck bedecken. Auch die Geschwemmselreste nach Regen werden für tolle Verhältnisse sorgen. Der Radweg nach Notzingen war auch bisher "megasteil", aber immerhin mit Leitplanke über einen Meter von der Autofahrbahn abgetrennt. Dass man den neuen Radweg aber ohne bauliche Trennung zur Autofahrbahn ausführt, grenzt für mich an Wahnsinn. Das mag in der Ebene toll funktionieren. Aber in diesem Gefälle bleibt nur das Warten auf den großen "Crash".

Ich muss bereits heute als Autofahrer aufpassen, dass ich vor lauter Kopfschütteln beim Betrachten der Bauarbeiten nicht rauf oder runter selbst einen Unfall auf dieser Strecke verursache. Hoffentlich bleibt es nur bei meiner laienhaften Schwarzseherei und es muss niemand von den Verantwortlichen gar tödliche Unfälle rechtfertigen.

Frank Schweizer

Kirchheim, Weileräcker

Bankrott-Erklärung

Zum Artikel "Das scheue Reh und die Chance für Arbeitslose", im Teckboten vom 20. November:

Leider kommt in dem Bericht über die Veranstaltung: "Hartz IV - protestieren oder gestalten" nicht deutlich zum Ausdruck, dass die Ausführungen des "Wirtschaftsexperten der grünen Bundestagsfraktion" Fritz Kuhn einer Bankrott-Erklärung rot-grüner Politik zum Thema "soziale Gerechtigkeit" gleichkommen. Mit einem Satz zusammengefasst, hat Kuhn nichts anderes gesagt als: "Weil wir an die Großen nicht rankommen, müssen wir (bei leeren Staatskassen) die Kleinen schröpfen". Das klingt natürlich nicht gut. Deswegen muss Hartz IV als "sozial ausgewogen" dargestellt werden. das heißt: es muss auch "Gewinner" geben.

Das sind die bisherigen Bezieher von Sozialhilfe, die ab 1. Januar monatlich satte 345 (statt bisher 297 ) zur Verfügung haben werden. Dass nicht einmal das stimmt, hat Regine Glück von der Obdachloseninitiative Nürtingen deutlich gemacht. (Im Teckboten fehlt ihr Beitrag leider völlig.): Dadurch, dass bestimmte Zuschüsse bei notwendigen Anschaffungen (zum Beispiel Kühlschrank) jetzt völlig wegfallen, ist für viele im Endeffekt Arbeitslosengeld II weniger als die bisherige Sozialhilfe.

Neben vielem anderen ließ Fritz Kuhn auch unerwähnt, dass gleichzeitig mit dem Inkrafttreten von Hartz IV der Spitzensteuersatz gesenkt wird. So versteht eben jeder was anderes unter "sozialer Gerechtigkeit". Im Übrigen hat der von Kuhn (unvollständig) zitierte Karl Marx eine ganz andere Konsequenz aus der Erkenntnis gezogen, dass "das Kapital ein scheues Reh" sei, als Kuhn uns suggeriert: um zu verhindern, dass "es sich in die Wälder verziehe", hielt er es für notwendig, es in Gemeineigentum zu überführen, denn dann hat es keinen Grund mehr, sich zu "verziehen".

Heinz Pötzl

Kirchheim, Am Kegelesbach

Der "Kunde Patient" mussmit einbezogen werden

Zum Artikel "Kein Rückhalt für Merkels und Stoibers Kompromiss", im Teckboten vom 16. November:

Mit Entsetzen reagieren Insider auf den "Kompromissvorschlag" von CDU und CSU zu einer erneuten Gesundheitsreform. Zu Recht. Gesundheit gilt als eines der höchsten Güter. Dieses Gut wurde zum Spielball von zwei Parteifürsten, die von den Details der komplexen Materie wahrscheinlich nur wenig verstehen, aber deren Profilierungsdrang hinsichtlich der Bundestagswahl 2006 alle Skrupel hinten anstehen lässt. Der Experte Seehofer wurde zum politischen Amoklauf getrieben. Ein Schaudern läuft mir über den Rücken bei der Vorstellung, was sonst noch für faule Kompromisse nach 2005 aus der Tasche gezaubert werden. Wenn jetzt schon beim Thema Gesundheitsreform bei fast allen Experten als untauglich eingestufte Modelle aus rein strategischen Gründen durchgedrückt werden, was passiert dann nach einem Regierungswechsel noch alles? Wir alle sollen laut Kanzler weg von einer Vollkasko-Mentalität und vom Anspruchsdenken auch bei der Gesundheit. Einverstanden. Aber erst, wenn der Kunde Patient über alle Kosten mitreden und mitentscheiden kann, besteht die Chance auf einen wirklich sinnvollen Kompromiss. Das ist schwierig, könnte aber gehen über den Weg von drastischen Beitragssenkungen, die über eine hohe Selbstbeteiligung (bis zu einem bestimmten einkommensabhängigen Maximum) gegenfinanziert wird. "Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts" dieses Zitat von Schopenhauer müsste das Denken und das Verhalten bestimmen. Wenn die persönliche Lebensführung eine gute Gesundheit begünstigt, dann sollte es sich auch am Geldbeutel günstig bemerkbar machen und umgekehrt. Alle anderen Reformmodelle sind vorwiegend kompliziert und bürokratisch sie behindern durch staatliche Subventionen das angestrebte Ziel, auch selber so viel wie möglich zu einer ordentlichen Gesundheit beizutragen. Ein Kunde Patient kann und sollte in die Fragen von Kosten ebenso einbezogen werden wie in das Abwägen von Vorteilen gegenüber Nachteilen bei allen geplanten Behandlungsmaßnahmen.

Dr. Claus-Peter Herzberg

Kirchheim, Grünewaldweg

Bürgernah?

Zum Artikel "Brief an den Landrat", im Teckboten vom 23. November:

Selbstverständlich haben auch die Kirchheimer Bürger ein Recht darauf, über die sie betreffenden Umbauwünsche der Firma Schrott-Bosch unterrichtet zu werden. Aber wäre nicht der normale Weg gewesen, dass sich unsere Verwaltungschefin zuerst bei der Firma Schrott-Bosch beziehungsweise bei ihrem Dettinger Amtskollegen erkundigt und die notwendigen Fragen stellt, bevor sie einen Brief an den Landrat schickt? Eventuell wäre dann nämlich diese Aktion gar nicht nötig gewesen, die sicher zu einem entsprechenden Verwaltungsaufwand führt.

Frau Matt-Heidecker scheint mehr Wert auf Verwaltung sprich Bürokratie zu legen, als auf ein einfaches, praktisches, bürgernahes und wirtschaftliches Vorgehen.

Hermann Kölle

Kirchheim, Klosterstraße