Lokales

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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Vertreter desganzen Volkes?

Zum Artikel "Gültigkeit steht im Vordergrund Reichenbach ist weg", im Teckboten vom 6. Dezember:

Reichenbach geht bei der Landtagswahl 2006 dem Wahlkreis Kirchheim verloren. Neue Bürokratie für die Gemeinde, die nun als einzige bei dieser Wahl nicht mehr dem Landkreis Esslingen und ihrem Gemeindeverwaltungsverband angehört. Hintergrund dieser einsamen Entscheidung der Fraktionschefs im Landtag, die sie nun zum Gesetz machen wollen, ist ein Urteil des Staatsgerichtshofes nach der Landtagswahl 2001. Anstelle ein neues und faires Wahlrecht aus einem Guss zu beschließen, wird an den "schlimmsten" Stellen ein bisschen herumgedoktert. Von Wahlgerechtigkeit keine Spur. Bei einem Wahlsystem, das so sehr von der Wahlkreisgröße abhängt, eine unfaire Angelegenheit.

Den Volksvertretern gelingt es nicht, dem Volk überall eine gleich starke Stimme zu geben. Hört man die offiziellen Begründungen, so wurde diese Entscheidung "in der Sache getroffen". Sitzt man etwas näher am politischen Geschehen, offenbaren sich die Personen, denen diese Entscheidung unmittelbar nützt. Sowohl der Fraktionsvorsitzende der FDP, Dr. Ulrich Noll, als auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Winfried Kretschmann, wurden im Wahlkreis Nürtingen gewählt. Dieser überragt die Anzahl der Wahlberechtigten in einem durchschnittlichen Wahlkreis um satte 23,2 Prozent. In Worten: rund 130 000 Wahlberechtigten im Wahlkreis Nürtingen stehen künftig beispielsweise rund 110 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis Kirchheim oder 100 000 im Wahlkreis Esslingen gleich. Gerecht und logisch? Die Herren Fraktionsvorsitzenden sichern sich ihren eigenen wohldotierten Posten auch künftig. Betrachtet man das Alter der beiden Herren, wird auch klar, warum für sie eine echte Wahlrechtsrefom noch bis 2011 warten kann . . . Dass die vielen Ehrenamtlichen an der jeweiligen Parteibasis und die um ihre Stimme beraubten Bürger diese Selbstbedienungsmentalität ihrer "Berufspolitiker" weiter goutieren, möchte ich anzweifeln.

Frank Schweizer

Kirchheim, Weileräcker

Eine Frage des Instinkts

Zum Leserbrief "Anmerkungen zu PISA", im Teckboten vom 7. Dezember:

Der Inhalt von Leserbriefen lässt mich als Hund normalerweise völlig kalt. Dieser Leserbrief veranlasst mich jedoch zu einer spontanen Reaktion.

"Es war noch halbdunkel, als ich vom Waldlauf zurück kam und an der Ecke des Schafhofs am Rande der Streuobstwiesen von wo man einen wunderschönen Blick auf die Teck hat wieder einen Jogger laufen sah. Er hatte wohl seine pubertäre Phase schon hinter sich und lief seinem Alter gemäß schwer schnaufend und schwitzend auf dem Weg neben der Wiese. Obwohl mich sich schnell bewegende Objekte von Natur aus interessieren, fielen mir rücksichtsvoll wie ich bin sofort Sätze meines Herrchens ein: "Lauf keinem Jogger hinterher und schnuppere schon gar nicht an ihnen man weiß nie, wie die auf Hunde reagieren", "Menschen, die keine Tiere mögen, mögen sich selbst nicht" und ähnliche gedankliche Verknüpfungen, die bei Zuwiderhandlung nur Ärger für mich bedeuten.

Ich blieb also brav auf der Weide und spielte weiter mit meinem Kumpel "Strolchi". Als der Jogger an mir vorbeilief, bin ich trotzdem zusammengezuckt. Dank meines angeborenen Instinktes war mir sofort klar: Das ist kein normaler Jogger. Kann ich da der Zusicherung meines Herrchens blind vertrauen, dass Jogger normalerweise "nichts tun?" Längst scheinen sich Persönlichkeitsdefizite der Menschen auch gegenüber uns Tieren ausgewirkt zu haben und sie wissen einfach nicht mit uns normal und natürlich umzugehen.

Unsere Gesellschaft scheint bei der Erziehung der Menschen überfordert, da der gesunde Menschenverstand und das "Miteinander" der Lebewesen auf der Strecke bleibt. Längst versteckt sich der Mensch hinter einer ärmlichen bürgerlichen Fassade und Paragrafen.

Aber auch bei den Hunden bleibt die Aufgabe in der Familie nicht in der Hundeschule. Ich habe in der Welpen- und Hundeschule meine Lektionen gelernt aber unberechenbare Jogger haben mir an diesem Morgen mal wieder gezeigt, wo PISA nachhaken sollte oder schwäbisch: "Herr schmeiß Hirn ra."

Dexter von der Talmühle

nach vorheriger Absprache mit

Johannes Wolf und Birgit Keller

Kirchheim, Schlierbacher Straße

City Ring first?

Zum Artikel "Sehenden Auges in die Verschuldung", im Teckboten vom 9. Dezember:

Hier sieht man wieder einmal eindeutig, wessen Lobby das Kirchheimer Ratsgremium beherrscht. Anstatt allen Bürgern die knappen Mittel für dringend notwendige Reparaturen an öffentlichen Einrichtungen zukommen zu lassen, wird hier eine Riesensumme verpulvert, die im Endeffekt nur dazu dient, den Einzelhändlern mehr Kundschaft in die Geschäfte zu locken. Könnte nicht der City Ring eine werbewirksame Beleuchtung finanzieren, die von der Stadt nur montiert wird?

Schaut man sich die jetzigen Beleuchtungskörper an, kann man schon vor Installation der Neuen absehen, wie lange diese ohne die nötige Wartung halten. Die Stadt ist ja nicht einmal in der Lage, die Lampengläser zu putzen oder kaputte Laternen zügig zu ersetzen. Oder ist dieser Zustand gewollt als Argument für Neues?

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße