Lokales

Die Redaktion nimmt eine sachliche ...

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

Anzeige

Nur Ötlinger Bürger als"Hallenbesitzer" denkbar

Zu den Leserbriefen zum Thema Eduard-Mörike-Halle Ötlingen:

Ich verstehe wirklich nicht die Aufregung der Ötlinger. Auch ich habe die Idee unterstützt, die Ötlinger Mörike-Halle zu verschenken oder für einen Euro zu verkaufen natürlich an die Ötlinger.

Da bei knappen Kassen die notwendige Sanierung der Halle nicht durchzuführen ist, ist dies ein Versuch, doch eine Möglichkeit zu finden. Die Details müssten geklärt werden. Das Grundgerüst wäre aber: Übertragung der Eduard-Mörike-Halle an die Ötlinger Bürger beispielweise Bürgerverein um mit Hilfe einer Anschubfinanzierung und Bürgerschaftlichem Engagement die Halle zeitnah auf Vordermann zu bringen und die Halle in Selbstverwaltung wirtschaftlicher zu betreiben. Darüber könnte man in Ötlingen doch beraten.

Die Kassen sind leer und die Halle muss trotzdem erhalten werden. So ein Modell gab es schon in Nabern mit der Zehntscheuer. Es war nie die Rede davon, die Halle an irgendwen wegzugeben, außer an die Ötlinger Bürgerschaft selbst.

Michael Holz

Stadtrat Grüne/Alternative

Kirchheim, Marktstraße

Heiße Kartoffel

Zu den Leserbriefen zum Thema Eduard-Mörike-Halle in Ötlingen:

Dass Gemeinderäte und Verwaltungen in Zeiten notorisch klammer kommunaler Kassen Konsolidierungsausschüsse bilden, ist notwendig und legitim. Jetzt ist die Ötlinger Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle ins Visier der Einsparkommissare geraten. Diese ist nachweislich die "ausgebuchteste" Halle im Stadtgebiet und von ihrem Platzangebot profitieren nicht nur Ötlinger Vereine und Institutionen. Seit 1962, dem Einweihungsjahr, sind an der Halle nur die allernötigsten Erhaltungsreparaturen vorgenommen worden.

Entsprechend lang ist auch die aufgelaufene Mängelliste, wie sie Ortsvorsteher Kik im Ortschaftsrat in "Wort und Bild" eindrucksvoll dokumentieren konnte. Als eines der Ergebnisse der Klausurtagung soll nun diese Halle wie die sprichwörtlich "heiße Kartoffel" fallengelassen werden und es ist von "Verkaufen, Verpachten, Verschenken" die Rede. Zudem unterließ man es, vor einem so kategorischen Einschnitt den Dialog mit den unmittelbar Betroffenen zu suchen, was eigentlich ein Gebot basisdemokratischer Fairness ist.

Der vollzogene Sinneswandel muss Beobachter schon in Erstaunen versetzen. So führte Alt-Oberbürgermeister Jakob im Rahmen einer Klausurtagung des Stadtverbands für Leibesübungen 2000 aus: "Im Mittelpunkt der geplanten Investitionen werden . . . innerhalb der nächsten Jahre verstärkte Aktivitäten in den Sportstätten Ötlingens stehen. (2002) stehe . . . die Sanierung der alten Eduard-Mörike-Halle auf dem Investitionsplan." (Teckbote vom 17. 10. 2000). Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine Renovierungsplanung für die Halle in der Schublade, für die rund 75 000 Euro ausgegeben wurden nach neuestem Stand der Dinge wohl "für die Katz".

Jeder weiß, dass das Verfallsdatum von Äußerungen von Politikern sehr kurz ist. Auch wenn sich die finanzpolitischen Parameter der Stadt seither verschoben haben und sich Gemeinderat und Oberbürgermeisterin den Schuh der damaligen Verwaltungsspitze nicht anziehen müssen, sollte der Wähler doch mehr nachhaltiges Denken und Handeln erwarten dürfen.

Dr. Ernst Kemmner

Ötlingen, Bergstraße

Wo bleibt hier einevernünftige Planung?

Zum Leserbrief "Erstaunlich, dieses Erstaunen" im Teckboten vom 14. März:

Die abgedroschene Aussage "Die fetten Jahre sind vorbei" hätte man eher von einem Kirchheimer Gemeinderat erwartet und nicht von einem Ötlinger Ortschaftsrat. Unter diesem Standpunkt werden nämlich mit Segnung des "Ratsgremiums" gerade die allerletzten Reserven des desolaten Kirchheimer Haushaltes in Millionenprojekten verpulvert.

Hätten wir hier in Ötlingen nur die Summen aus den verpfuschten "Machbarkeitsstudien" und voreiligen Planungsfehlern (zum Beispiel des Bahnhofplatzes) der letzten Jahre zur Renovierung der Mörikehalle zur Verfügung, könnten schon morgen die Handwerker anfangen. Ich bin 1961 mit meiner Klasse in die neue Mörikeschule eingezogen und musste als Anwohner mit ansehen, wie der ganze Komplex immer mehr vergammelte. Auch meine Kinder gingen hier zur Grundschule und während andere Kirchheimer Schulen Neu- und Anbauten bekamen, wurde in Ötlingen immer nur das Notwendigste gemacht und die letzten Jahre nicht einmal mehr das.

Mit den 75 000 Euro zur Planung der Renovierung hätte ein Privatmensch üblicherweise den satten Grundstock für ein Einfamilienhaus. Das "Hausmeisterklötzle" hat das fünffache dieser Summe gekostet ohne Grundstück.

Wo bleibt hier eine vernünftige Planung? Wer vergibt solche Aufträge? Vielleicht die, die jetzt jammern, sie hätten kein Geld mehr? Dann stoppt die Gigantomanie in der Kernstadt und beschränkt Euch auf dringende Reparaturen in allen Stadtteilen. Auf dieser Misere sein politisches Süppchen kochen zu wollen, ist kein feiner Zug für ein Mitglied des Ötlinger Ortschaftsrates.

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße

Verschwörungstheorien

Zur Pressemitteilung der CDU "Die Stärken der Stadt herausstellen" im Teckboten vom 8. März:

Die Artikel der vergangenen Woche zeigen, dass das Thema Nordwesttangente die Parteien und Bürger umtreibt. So haben die Proteste gegen die Änderungspläne zur Verkürzung des Tunnels auch die CDU-Fraktion veranlasst, ihre Position in einer eigenen Pressemitteilung darzustellen.

Die CDU vermittelt darin allerdings den Eindruck, dass es sich um einer Verschwörung der Anderen gegen die Fraktion handelt. Zu den Verschwörern gehört dann zum Beispiel die Bundesregierung, die immer mehr Sozialleistungen auf die Gemeinden abwälzt und somit den Raum für neue Infrastrukturmaßnahmen nimmt. Auch die Autofahrer stehen unter Verdacht, da sie so viele schwere Unfälle verursachen und somit die Baukosten von Tunneln in die Höhe getrieben haben. Letztlich wurde vor allem die Gemeinderatsfraktion der SPD als Teil der Verschwörung entlarvt, da sie sich böse aus der Verantwortung stiehlt, indem sie eine den Bürgern zur Abstimmung vorgelegte Lösung eines 600-Meter-Tunnels nicht an die klammen Kassen anzupassen versucht. Der entbrannte Konflikt wirkt etwas irritierend, da doch mit der bisherigen auch von der CDU gut geheißenen optimalen Lösung eine Basis für die weitere Planung gegeben war. Der Verschwörer könnte somit nur die CDU selbst sein, die diese Basis verlassen will und gegebene Bürgerversprechen jetzt ignoriert. Nun soll eine in der Qualität reduzierte und womöglich bei Bedarf immer weiter reduzierbare Maßnahme angestrebt werden. Will man jetzt nur aus Prinzip und aus parteipolitischen Gründen eine halbherzige Lösung verfolgen, deren Auswirkungen Kirchheim wieder Jahrzehnte nachhängen werden? Ist es nicht an der Zeit, nachhaltige Maßnahme zu realisieren und mit allen Bürgern die Dringlichkeiten dafür abzustimmen? Es liegt an uns allen, auf ein Mitspracherecht bei der Verwendung unserer Gelder zu bestehen und noch mehr den Parteien den Rücken zu stärken, die mit Weitsichtigkeit und Nachhaltigkeit die Politik Kirchheims bestimmen wollen.

Dimo Hanuschka

Kirchheim, Im Doschler

Alle sollten jetzt aneinem Strang ziehen

Zum Artikel "Bahnhofsvorplatz Schulterschluss der Zweifler und Fantasten", im Teckboten vom 12. März:

Es ist schade, dass zu einem Zeitpunkt, an dem nur einheitliches Vorgehen und Einigkeit weiterhilft, der Kirchheimer CDU-Stadtrat Pöschl die Realisierbarkeit der S-Bahn nach Kirchheim für Fantasterei hält. Wenn wir die S-Bahn wollen trotz aller berechtigter Zweifel am Gelingen des Projekts dann sollten alle an einem Strang ziehen.

Die Region will sie, die Stadt Kirchheim, die Umlandgemeinden und der Landkreis. Also sollte jeder seinen Beitrag zur Finanzierung vertraglich festschreiben, sodass das Land erkennt, dass der Wille vor Ort massiv da ist. Die CDU wäre dem Projekt hilfreicher, wenn sie ihrem Umwelt- und Verkehrsminister deutlich macht, dass "nur noch" sein Beitrag fehlt. So kann es gelingen.

Helmut Staiger

Ötlingen, Johannes-Kepler-Straße

Lange Nutzung nur durchkonsequentes Renovieren

Zum Leserbrief "Wegwerf-Architektur", im Teckboten vom 12. März:

Der Inhalt dieser Leserstimme entspricht voll und ganz auch meinen Feststellungen. Viele kommunale Gebäude werden nach deren Fertigstellung genutzt, genutzt und nochmals genutzt. Dass sie nach einigen Jahren auch mal einer Überholung bedürfen, das sieht keiner der Verantwortlichen.

Jeder private Häuslesbesitzer renoviert und modernisiert laufend das von ihm Erschaffene, denn nur so bleibt der erforderliche Aufwand überschaubar. Ist eine Kommune nicht verpflichtet, die mit Steuergeldern erstellten Objekte zu erhalten? Nur durch regelmäßige Renovierung und Modernisierung ist eine lange Nutzung möglich.

Um festzustellen, wann und mit welchem Aufwand eine solche erforderlich ist, dazu ist kein teures Gutachten notwendig. Eine solche Aussage kann sicher auch von einem in den Gemeinderat gewählten Architekten getroffen werden.

Ursula Niehelohman

Kirchheim, Galgenberg

Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.