Lokales

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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Zugeparkte Gehwege

Zum Artikel "Verrohung der Sitten beim Parkverhalten" im Teckboten vom 8. Dezember:Der Artikel schildert leider nur einen Teil der allgemeinen Verrohung im Straßenverkehr. Einfahren schon bei Rot in die Kreuzung oder Nichtbeachtung von Stoppschildern sind eher ständig, denn nur ausnahmsweise zu beobachten. Keine einmalige oder gar nachgestellte Szene ist der folgende Fall an einem städtischen Kindergarten: Auf dem in diesem Bereich verbreiterten Gehweg ist im absoluten Halteverbot (Be- und Entladen erlaubt) ein Pkw in Längsrichtung so geparkt, dass Passanten gezwungen sind, sich entweder an der Mauer entlangzudrängeln oder auf den Fahrbahnbereich auszuweichen. Für Rollstuhlfahrer, Personen mit Rollator oder Kinderwagen bleibt nur letztere Möglichkeit. Aber das reicht noch nicht. Hinter dem ersten Pkw ist ein weiterer so schräg auf dem Gehweg abgestellt, dass die rechte Frontpartie noch dichter an der Mauer steht, und das linke Hinterrad in den Fahrbahnbereich hineinragt. Ein Vorbeikommen entlang der Mauer ist in diesem Fall gänzlich ausgeschlossen. Vermutlich sind es dann aber Eltern von Kleinkindern und Schülern, die wirksamen Verkehrsunterricht durch geduldige und einfühlsame Polizeibeamte fordern.

Viele Verkehrsteilnehmer sind offensichtlich schlicht zu bequem, zu faul oder einfach zu gedankenlos oder auch gar nicht in der Lage, ihr Fahrzeug richtig und ordnungsgemäß einzuparken. Man nimmt sich erst gar nicht die Zeit und bemüht sich erst gar nicht, vielleicht auch einmal mit einer Hilfsperson das Einparken zu üben und zu trainieren. So kann es dann auch nie und nimmer auch nur zu einer gewissen Routine werden.

Der Nachwuchs, vom Säugling bis zum Fahrschüler, sitzen mit im Fahrzeug und müssen zuschauen, wie Gehwege verkehrswidrig zugeparkt oder als Parkfläche mitbenutzt werden. Schlimm, dies tagtäglich beobachten zu müssen. Herbert Woyna Breitensteinstraße, Bissingen

Wer hat nochZeit zum Lesen?

Zum Artikel "Schwachstelle Lesen" im Teckboten vom 5. Dezember:"Ja, das Schreiben und das Lesen ist nie mein Fach gewesen . . .". Wer kennt es nicht, das Lied aus der Operette der "Zigeunerbaron". Gründe gibt es Tausende: etwa das Internet, die PCs mit Rechtschreib-Korrektur und die vielen Spiele im Internet. Wer hat da noch Zeit zum Lesen?

Wie heißt es noch: Es gibt immer mehr Bücher für immer weniger Leser. Meine Freundin und ich, wir haben beide jede Woche vier Bücher ausgeliehen und gerne gelesen, ohne dass uns unsere Eltern zum Lesen aufgefordert haben. Also muss es nicht unbedingt nur an den Eltern liegen. Die Jugend ist überflutet mit viel zu viel Infos und flüchtet in Computer-Scheinwelten, so wie wir damals in unsere Bücherwelten.

Damaliger Vorteil: Wir lernten gleichzeitig Rechtschreiben und viele Fremdwörter, die jetzt sehr nützlich sind. Nachteil der virtuellen Scheinwelten: keine Sprache, dafür aber nur Gewalt, Vereinsamung und Verrohung.

Einen großen Nachteil haben jedoch die Einwanderer-Kinder. Sie werden in der Schule kaum gefördert, weil Lehrer keine Zeit und kein Geld bekommen, um sich zu bemühen und leider allzu oft zu Hause nur in der Muttersprache gesprochen wird, und die Mädchen immer noch viel im Haushalt arbeiten müssen. Edeltraud Griesinger Hans-Böckler-Straße, Kirchheim