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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Schwieriger Wahlgang

Um etwa 17 Uhr betrat ich am Wahlsonntag gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin den Wahlraum der Freihof-Grundschule, wo wir unsere Bürgerpflicht erfüllen wollten. Da ich in Kirchheim gemeldet bin, konnte ich mit meiner Wahlbenachrichtigung relativ problemlos meine Stimme abgeben. Interessant gestaltete sich jedoch die Stimmabgabe meiner Lebensgefährtin. Da sie derzeit noch in Brucken gemeldet ist und auch dort ihre Wahlbenachrichtigung erhalten hat, haben wir einen Wahlschein zur persönlichen Abgabe angefordert also Briefwahl ohne Brief.

Dieses Vorgehen erschien mir nicht ungewöhnlich, denn es ist neben der Briefwahl so auch vorgesehen. Der Versuch, diesen Wahlschein mit dem zugehörigen Beibrief an den Mann oder vielmehr in die entsprechende Urne zu bringen, gestaltete sich dann allerdings doch etwas schwierig. Die erste übereinstimmende Reaktion aller fünf anwesenden Wahlhelfer war erschreckend wenig freundlich formuliert: Sie sei hier völlig falsch, eine Abgabe unmöglich, sie müsse nach Lenningen, danke, auf Wiedersehen.

Der Einwand, das würde genau so auf dem Beibrief stehen, wurde schlicht überhört und erneut auf das Rathaus Lenningen verwiesen. Auf der Seite der Wahlhelfer bestand zunächst nicht einmal Interesse, sich den Beibrief durchzulesen. Ein Telefonat sorgte dann für die langsam wachsende Erkenntnis, dass wir sehr wohl zur Stimmabgabe in einem beliebigen Wahlraum im Wahlkreis 263 befugt sind und die Wahlhelfer unseren Wahlschein daher auch annehmen müssten.

Ende der Geschichte? Nein. Jetzt gingen erst noch verschiedene Diskussionen los, was mit der überzähligen Stimme passieren soll. Immerhin, nach geschlagenen fünfzehn Minuten Kampf um das Wählen glätteten sich die Wogen, die Niederlage wurde eingestanden und meine Lebensgefährtin durfte ihren Stimmzettel tatsächlich in Kirchheim einwerfen. Wie viele vor uns sind wohl wahl- und ziellos wieder gegangen?

Arnim Anhut

Katrin Attinger

Kirchheim, Kanalstraße