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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Die Achtung vor demLeben nicht versagen

Zum Artikel "Hubertusmesse Die Tiere können die Menschen lehren", im Teckboten vom 14. November:

Über Jahrtausende war die Jagd bitter notwendig für das Überleben der Menschheit. Mit zunehmender Sesshaftigkeit verlor sie ihre Bedeutung als Nahrungsquelle für die Bevölkerung und verkam schon früh zum Freizeitvergnügen des Adels und des Klerus, die das Wild in Hetzjagden sinnlos hinschlachteten. Matthias Claudius kritisierte dieses Treiben in seinem "Schreiben eines parforcegejagten Hirschen an den Fürsten, der ihn parforcegejagt hatte" so: "Ich hatte heute die Gnade gehabt, von Ew. Hochfürstlichen Durchlaucht parforcegejagt zu werden; bitte aber unterthänigst, dass Sie gnädig geruhen, mich künftig damit zu verschonen. Ew. Hochfürstliche Durchlaucht sollten nur einmal parforcegejagt sein, so werden Sie meine Bitte nicht unbillig finden. Ich liege hier und mag meinen Kopf nicht aufheben, und das Blut läuft mir aus Maul und Nüstern. Wie können Ihre Durchlaucht es doch übers Herz bringen, ein armes unschuldiges Tier, das sich von Gras und Kräutern nährt, zu Tode zu jagen? Lassen Sie mich lieber totschießen, so bin ich kurz und gut davon."

Aber auch heute liegt vieles im Argen: Freizeitjäger, die in den ehemaligen Ostblockländern das Totschießen von Tieren als Sport betreiben; Füchse, die in England von Hunden zu Tode gehetzt und zerfleischt werden; Treibjagden, bei denen die Tiere aus ihren Verstecken aufgestöbert und unter Furcht erregendem Lärm vor die Flinten der Jäger getrieben und niedergeschossen werden . . .

Hubertus soll nach seiner Begegnung mit dem Hirsch von der Jagd abgelassen haben. Es wundert mich, dass er nicht zum Schutzheiligen der Gejagten, sondern der Jäger erklärt wurde. Ich vermisse Gottesdienste, in denen man der Tiere gedenkt und sie segnet als Geschöpfe Gottes. Im Umgang mit Tieren habe ich gelernt, dass sie, ähnlich dem Menschen, Leid, Trauer, Schmerz und Angst, aber auch große Lebensfreude empfinden. Daher möchte ich "keinem dieser meiner geringsten Brüder die Achtung vor seinem Leben und mein Mitgefühl versagen".

Marie-Luise Strewe

Lenningen, Wielandsteinweg

Wann folgen endlich Taten?

Zum Artikel "Standort bringt mehr Chancen als Risiken", im Teckboten vom 6. Dezember:

Wirtschaftsförderung ist in Kirchheim leider kein erfreuliches Kapitel. Es begann mit Ikea. Firmen wie Prakesch oder die Spedition Nagel gingen nach Reichenbach oder Wernau, weil man sie nicht in Kirchheim halten konnte oder wollte. An Gewerbefläche kann es nicht gefehlt haben, denn der Kruichling dümpelt seit Jahren vor sich hin. Seit einigen Jahren haben wir einen externen Berater/Wirtschaftsförderer, der uns immer wieder mit Vorschlägen und Konzepten beglückt, denen aber leider wenig Taten folgen. Nun lese ich wiederum seine Forderungen: "Zugehen auf Unternehmen", "Gezielte Informationsveranstaltungen" und "gelegentliche Sprechtage". Bekommt der Wirtschaftsförderer für das Wiederholen dieser Konzepte sein Geld? Oder gar für das Beruhigen der Stadtverwaltung und des Gemeinderates?

Kann es wahr sein, dass man bei Arbeitsplatzverlusten von 36 Prozent im produzierenden Gewerbe vor Schwarzmalerei warnt? Angesichts solcher Zahlen und Abwanderungen von Unternehmen, die im Übrigen nicht alle konzerngebunden sind, müssten nun endlich sämtliche Alarmglocken läuten. Es wird Zeit zu handeln, statt zu diskutieren.

Die Stuttgarter Messe befindet sich im Bau, während wir in Kirchheim noch die Konzepte diskutieren. Nichts gegen touristische Angebote, "Kuscheln in der Fachwerkstadt" klingt romantisch, aber wenig schlüssig, um den Messegast nach Kirchheim zu locken. Andere Städte und Gemeinden um uns herum haben touristisch schon lange aufgerüstet, zum Beispiel mit ihren Wellnessangeboten. Wir in Kirchheim dagegen eiern immer noch um eine PPP-Lösung für ein neues Hallenbad herum und halten eine angegliederte Saunalandschaft für übertriebenen Luxus. Das passt nicht zu Ideen wie "entspanntes Abschalt-Wochenende".

Es wird Zeit zu handeln konsequent, schnell und mutig. Allein der Glaube daran fehlt nach diesem Artikel ein weiteres Mal. Leider.

Thomas Auerbach

Jesingen, Theodor-Körner-Straße

Mitarbeit dient demWohle der Kinder

Zum Leserbrief "Neues Betätigungsfeld für engagierte Eltern", im Teckboten vom 29. November, und dem Artikel "Durch die neue Bücherei soll an der Schule Lesefieber ausbrechen", im Teckboten vom 11. November:

Die neue Schulbücherei der Sibylle von der Teck-Schule Owen ist eine schulinterne Bücherei und keine öffentliche Bibliothek. Die Leser, die diese Bücherei erreichen will, sind die Owener Kinder der Grundschule im ersten und zweiten Lesealter. Der Beschluss der Stadt Owen, den Raum der bisherigen Stadtbücherei zur Verfügung zu stellen, gekoppelt mit einem sehr gut ausgestatteten jährlichen Etat, wurde im Kollegium der Owener Schule mit Freude aufgenommen. Es musste nicht lange nach lesebegeisterten Müttern gesucht werden, die sich gemeinsam mit Schulleiterin und Kollegium daran machten, den Bestand zu sichten, neu aufzunehmen und weitere Bücher anzuschaffen.

Von der staatlichen Fachstelle für öffentliches Bibliothekswesen Stuttgart wurde professionelle Hilfe angefordert, und eine Mutter vom Fach arbeitete eine Systematik aus, die auf die Schulbücherei passte, eng angelehnt an die Systematik öffentlicher Bibliotheken. Nach dieser Hauptarbeit, nämlich über 700 Bücher aufzunehmen, betreut nun ein Team von acht Müttern ehrenamtlich und freiwillig im Wechsel die wöchentliche Ausleihe. Ich bin nach wie vor Schulleiterin und nicht zur Bibliothekarin geworden, doch ich koordiniere die anfallenden Arbeiten in der Bücherei. Hätten wir uns eine solche Chance entgehen lassen sollen, wo es unser primäres Ziel ist, die Kinder an Bücher heranzuführen? Unsere Kinder können nun selbstständig am Nachmittag zur Bücherei gehen und müssen sich nicht nach Oberlenningen oder Kirchheim zur Bücherei fahren lassen. Die Alternative wäre gewesen verständlich in Zeiten leerer Kassen keine Bücherei zu haben. So ist es uns trotz erheblicher Mehrarbeit doch lieber. Elternmitarbeit in der Schule trägt in großem Maße zum Gelingen von Schule bei. Jeder kann sich freiwillig engagieren, allerdings ganz nach seiner Zeit und seinem Vermögen. Ich freue mich an meiner Schule über jede Elternmitarbeit dient sie doch dem Wohle der Kinder.

Christa Eckel

Rektorin der Sibylle von der Teck-

Schule Owen

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