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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Streusalz nur inAusnahmefällen?

Die negativen Nebenwirkungen von Streusalz unter anderem für die Umwelt und zum Beispiel die Kanalisationsrohre sind allgemein bekannt. Es ist deshalb konsequent, dass in der örtlichen Regelung der Gemeinde Ohmden für den Winterräumdienst den Bürgern empfohlen wird, nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel bei Glatteis) Streusalz einzusetzen. Und was macht der Bauhof der Gemeinde Ohmden? Als Streumaterial wird ausschließlich Streusalz eingesetzt und das in einem unerträglichen Ausmaß, das in den umliegenden Gemeinden seinesgleichen sucht. Alljährlich wiederkehrende Vorstöße von Bürgern beziehungsweise aus den Reihen des Gemeinderats verpuffen bisher im Nichts.

Auf eine Nachfrage aus den Reihen des Gemeinderats in der Sitzung am 12. Dezember 2005 gab Bürgermeister Merkle die Auskunft, dass auf Gemeindestraßen nur die Gefällstrecken und Kreuzungen mit Salz gestreut werden. Die Gehwege zum Beispiel in der Zeller Straße und im Neubaugebiet Grubäcker würden nur geräumt und nicht gestreut.

Nach dem letzten Wintereinbruch um Weihnachten wurde fast im ganzen Ortsstraßennetz (alles Tempo-30-Zonen) sowie auf den von der Gemeinde betreuten Gehwegen wieder reichlich Streusalz ausgebracht. Am 30. Dezember 2005 wurde "der Vogel abgeschossen": Auf schnee- und eisfreie, trockene Gehwege wurde Salz ausgestreut.

Vor dem Hintergrund der geübten Praxis frage ich mich: Hat Bürgermeister Merkle auch diesbezüglich eine unkorrekte Auskunft gegeben, gibt Herr Merkle die Anweisungen nicht entsprechend an die Bauhofmitarbeiter weiter oder machen die Bauhofmitarbeiter, was sie wollen? Ich bin gespannt, wie lange noch der Ohmdener Gemeinderat bei solchen Verhaltensweisen zuschaut. Ernst Frank Ohmden, Zeller Straße

Vertrauen in die Beamten

Zum Artikel "Einschnitte für Beamte" und dem Kommentar "Reform durch Wettbewerb", im Teckboten vom 10. Januar:

Bei den beiden Veröffentlichungen wird wieder auf den ach so teuren Beamten rumgehackt. Dies wurde schon mehrmals widerlegt. Zuletzt durch das renommierte ifo-Institut in München im Oktober 2004. Dieses hat insgesamt sieben Thesen zum Beamtentum in Deutschland aufgestellt.

Hier einige Beispiele: Der Anteil der öffentlich Bediensteten liegt in Deutschland im Vergleich zu den OECD-Ländern am Schluss der Liste mit einem geringen Anteil öffentlich Bediensteter zur Gesamtzahl der Arbeitnehmer. Nach dem ifo-Institut arbeiten die Beamten bis zu zwölf Prozent länger als die Beschäftigten in der privaten Wirtschaft. Die Bruttolöhne und -gehälter lagen Mitte 2003 trotz der längeren Arbeitszeit im Durchschnitt um 5,5 Prozent unter den entsprechenden Werten der privaten Wirtschaft. Die Beamtengehälter stiegen von 1970 bis 2000 um durchschnittlich 190 Prozent. Im Bereich der Privatwirtschaft stiegen während dieser Zeit die Gehälter für hoch qualifizierte Angestellte um 330 Prozent und für Arbeiter um 350 Prozent.

Schon heute hat der Beamte in Baden-Württemberg eine 41-Stunden-Woche zu leisten und hat in den letzten Jahren erhebliche Einkommensverluste durch eine Besoldungsgesetzänderung und durch Wegfall des Urlaubsgeldes und einen erheblichen Anteil des so genannten Weihnachtsgeldes hinnehmen müssen. Leistungszulagen und Leistungsprämien, die der Beamte durch Einkommensverzicht selbst erspart hat, werden in Baden-Württemberg nicht gewährt. All dies summiert sich in einen zweistelligen prozentuellen Einkommensverlust in den letzten Jahren. Das Problem im öffentlichen Dienst liegt somit an der Vielzahl der Aufgaben des öffentlichen Dienstes. Diese Aufgaben werden von Politikern, Presse und Bürgern gefordert.

Ich möchte hier nur an den Ruf nach mehr Kontrolle durch die öffentliche Hand beim Gammelfleischskandal oder beim Hallenunglück in Bad Reichenhall erinnern. Hinter den Kontrollen stehen Personen, die diese Kontrollen durchführen müssen und denen der Bürger vertraut.

Peter Lehmann

Lenningen, Gartenstraße

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