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Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Die Zeiten ändern sich . . .

Zum Artikel "Reform wird zur bitteren Pille", im Teckboten vom 12. Juni:"Tempora mutantur" wird übersetzt mit: Die Zeiten ändern sich. Mit großem Erstaunen habe ich ein an mich gerichtetes Antwortschreiben des Bundesministeriums für Gesundheit, datiert mit dem 30. Juni 2004, aus meinem Aktenordner entnommen und nochmals zum Thema, das jetzt andiskutiert wird, Folgendes nachgelesen: "Der Ausschluss von Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, die durch Sportunfälle oder als Folgen von Hochleistungssport verursacht werden, würde zwangsläufig auch die Forderung, weitere Leistungen auszuschließen, nach sich ziehen.

Eine Grenze zu der Leistungsinanspruchnahme bei anderen Unfällen (z.B. Fahrrad-, Fußgänger-Unfälle im Straßenverkehr, Unfälle jeglicher sonstiger Art einschließlich der Hauswirtschaftsunfälle) wäre kaum begründbar. Wollte man ernsthaft sämtliche durch ,individuell in Kauf genommene Unfallrisiken' (zitiert mein Anschreiben) entstandenen Kosten auf die Versicherten verlagern, würde sich die Reihe dieser den Versicherten individuell zuzuordnenden Gesundheitsrisiken unendlich verlängern (z. B. Gesundheitsrisiken die zumindest mitursächlich sind wie Alkoholkonsum, falsche Ernährung und Bewegungsmangel). Vor diesem Hintergrund hat es der Gesetzgeber daher bei der geltenden Rechtslage belassen."

Mir hatte vor zwei Jahren diese Argumentation und das Aufzeigen der Abgrenzungsproblematik eingeleuchtet. Was wird heute so anders gewichtet? Das Eingeständnis, dass es keine Gesundheitsvorsorgung dauerhaft mit dem bisherigen Anspruch geben kann. Bedauerlicherweise! Das lateinische Zitat geht nämlich noch weiter: ". . . et nos mutamur in illis". Es bedeutet: Und wir verändern uns mit den Zeiten, was meint, dass wir uns ändern und damit ändern wir die Zeiten. Dr. Claus-Peter Herzberg Kirchheim, Grünewaldweg