Lokales

Die Redaktion nimmt eine sachliche ...

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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Erinnerungen an einenSchildbürgerstreich

Zum Artikel "Alles okay beim Gang aufs WC?", im Teckboten vom 12. August:

Es gibt da im Duden ein Fremdwort: impertinent; meint dumm, frech. Es ist bei den unterschiedlichen Aussagen in den Gremien den einzelnen Fraktionen nicht zuzuordnen, wer sich unter "dumm" beziehungsweise "frech" tummelt. Aber es ist so hanebüchen, zum Beispiel in der neuen Schweinemarkt-Tiefgarage keine Toiletten einzuplanen, dass es schon fast an einen Schildbürgerstreich erinnert. Da hält eine Frauenärztin, Dr. S. Oberhauser, eine dortige Toilette für problematisch angesichts ihrer abgeschiedenen Lage; dies grenzt ja schon an den totalen Hohn.

Die Schweinemarkt TG liegt genauso im Zentrum und wird auch tagtäglich von Frauen, Männern und Kindern, Einheimischen wie fremden Tagestouristen genutzt und sie alle erwarten eine Toilette. Ich möchte mal den Tagestouristen sehen, der diesem Bedürfnis dringend nachkommen muss und der vergeblich sucht. Ja wer glaubt denn, dass dieser sich so dreist sofort in einen benachbarten Laden aufmacht, zumal er sich ja sowieso mit den örtlichen Gepflogenheiten nicht auskennt.

Und zum Thema nächtliche Stunde, bei der man ob der möglichen Konsequenzen lieber gleich ganz darauf verzichten wollte, möchte ich das Verhältnis von Tag- zu Nachtstunden, in denen man die TG besucht, doch zu bedenken geben. Alles in allem ein Armutszeugnis für die Stadt Kirchheim und vor allem für die beteiligten Gremiumsmitglieder, die sich in so unglaublich ignoranter Weise dem Thema annehmen.

Mich würde sehr interessieren wie es für diese Personen ist, wenn sie vielleicht gerade jetzt in der Ferienzeit verreisen in eine andere Stadt oder in ein anderes Land, in dem sie mit dem Auto in einer fremden TG parken müssten und ein dringendes Bedürfnis haben und vielleicht auch die Sprache nicht sprechen und nach einer "netten Toilette" fragen sollen und die vor allem nicht die Zeit dazu haben, weil dann nämlich schon alles in der Hose ist.

Claudia Hack

Ohmden, Haldenweg

GenialeLösung

Zum Artikel "Wall und Wand zwischen Nägelestal, Milcherberg und A 8 Bürger zahlen für weniger Lärm", im Teckboten vom 25. Juli:

Der Artikel lässt den Leser ratlos zurück: Wenn sich schon der durch die neue ICE-Trasse verursachte Lärm durch den geplanten Erdwall gar nicht und durch die eventuell geplante Lärmschutzwand nur teilweise reduzieren lässt, warum sollen dann die betroffenen Grundstückseigentümer die unzureichenden Lärmschutzmaßnahmen auch noch selbst bezahlen?

Eine erstaunliche Argumentation: nicht der Verursacher soll für den Schaden aufkommen, sondern der Geschädigte. Oder soll damit die "Wertsteigerung" der betroffenen Grundstücke abgeschöpft werden? Ist es Zynismus oder Naivität, wenn Stadtrat Gerber darin "kein großes Problem" sieht?

Sollte es dagegen darum gehen, unabhängig von der ICE-Trasse den von der A 8 ausgehenden Lärm zu reduzieren, stellt sich eine ganz andere Frage: Warum hat man die Lärmschutzmaßnahmen nicht schon bei der Erweiterung der A 8 beziehungsweise bei der Erschließung der angrenzenden Baugebiete geplant und umgesetzt? Stattdessen wird jetzt mit gebührendem historischem Abstand ein offensichtliches Ver-säumnis der damaligen Verantwortlichen entdeckt und gleich behoben und das auch noch "Kosten sparend", nämlich zu Lasten der Betroffenen. Genial. Bärbel Boudgoust Kirchheim, Schimmingweg

Ist auf die Zusagendes Landes Verlass?

Zum Artikel "Steht das Land zur S-Bahn-Verlängerung?", im Teckboten vom 2. August:

Nachdem sich nach fast 30-jähriger Geschichte letzten Sommer die Stadt Kirchheim, die Umlandgemeinden, der Landkreis und die Region Stuttgart auf die Finanzierung verständigt hatten und das Land seine Förderung zugesagt hatte, lässt Letzteres jetzt Zweifel an der Umsetzung des Zeitplans aufkommen, dass wirklich Ende 2009 die erste S-Bahn bis Kirchheim rollt.

Staus auf und Lärm durch Autobahn und B 313 sowie die unerträgliche Abgas- und Lärmbelastung zwischen Kirchheim und Wendlingen lassen das Thema existentiell werden. Drei lange Jahre stehen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern eh noch bevor und auch den Bewohnern im Lenninger Tal wird eine umstiegslose Fahrt Kirchheim Stuttgart eine gewisse Entlastung durch mehr Nutzer der Teckbahn bringen, etwa durch mehr zugfahrende Daimler-Mitarbeiter, die auf ihrer Fahrt nach Mettingen oder Untertürkheim nur noch in Kirchheim umsteigen müssen. Ich bin selbst intensiver Nutzer der Bahnstrecke Kirchheim Stuttgart Hauptbahnhof.

Es liegt im Interesse vieler Menschen, dass die Anschlussprobleme in Wendlingen so bald als möglich der Vergangenheit angehören und ein durchgängiger 30-Minuten-Takt eingeführt wird. Dass es nicht mehr vorkommen kann, dass der Regionalexpress Tübingen Stuttgart in Wendlingen nicht auf die lediglich um zwei Minuten verspätete Teckbahn wartet, worauf Dutzenden von Fahrgästen eine Verspätung von einer halben Stunde erwächst vom berechtigten Ärger ganz zu schweigen. So erlebte ich es erst vor wenigen Wochen wieder. Der ödp-Kreisverband und ich hoffen deshalb, dass unsere beiden Landtagsabgeordneten alles ihnen Mögliche tun, darauf hinzuwirken, dass der Zeitplan doch noch eingehalten werden kann und in gut drei Jahren die S-Bahn in Kirchheim anfangen darf, zum Stadtbild zu gehören.

Helmut Staiger

ödp-Regionalrat, Kirchheim,

Johannes-Kepler-Straße

Die Allgemeinheit mussdie Kosten bezahlen

Zum Artikel "Es muss Spaß machen, in Kirchheim zu leben", im Teckboten vom 5. August:

Der Schwerpunkt des Interviews mit Herrn Ambacher sind die finanziellen Probleme der Stadt Kirchheim. Dabei müssen sich die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderates allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass sie dies zumindest zum Teil vorsätzlich verursacht haben.

An nur einem Beispiel wird deutlich, wie die Allgemeinheit zu Gunsten Weniger benachteiligt wird. Alle Sportvereine können die städtischen Sporthallen kostenlos nutzen. Das heißt, es werden den Sportvereinen die Kosten für Strom, Wasser, Heizung, Reinigung und durch die Nutzung entstehende Renovierungskosten nicht in Rechnung gestellt. Man kann davon ausgehen, dass die Kosten hierfür sicherlich über 100 000 Euro jährlich betragen und das seit Jahrzehnten.

Für diese Kosten hat letztendlich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aufzukommen, obwohl sie diese Sportstätten nicht nutzt. Eben diese Mehrheit wählt die Gemeinderatsmitglieder, damit man sie schröpft, was sicherlich keinen Spaß macht. Begründet wird dies wahrscheinlich mit der nicht nachprüfbaren Schutzbehauptung, die sportliche Betätigung der Bevölkerung muss gefördert werden.

Wie überall, achtet auch hier die Politik sorgfältig darauf, dass die Allgemeinheit die Kosten zu tragen hat, damit einer Minderheit Fun, Fun, Fun ermöglicht wird. Aber vielleicht irre ich mich in diesem Fall und die Gemeinderatsmitglieder bringen ihre Vermögenswerte zur Schadensbegrenzung ein.

Gerhard Stöffler

Kirchheim, Freiwaldaustraße

GrandioseLeistung

Zum Artikel über die Premiere des Musicals "Jesus Christ Superstar" der Schüler des Ludwig-Uhland-Gymnasiums im Teckboten vom 31. Juli:

An drei Stellen bin ich hängen geblieben:1. Die Überschrift:"Jesus und Co." klingt zwar cool, ist aber grob irreführend. "Webber, Schattel, Pech und Co." wäre zutreffender gewesen. Mit Jesus, der historischen Gestalt und der geglaubten religiösen Figur hingegen, hat das Musical herzlich wenig zu tun, wohl aber mit dem spätpubertären amerikanischen Fundamentalismus der Siebziger-Jahre. Schade um die Kinderseelen, die nun mit dem peinlichen Blödsinn dieses Plots im Hinterkopf durchs Leben gehen.

2. Die "Hure" Maria Magdalena: Überschriften sind Glücksache und die hervorragende Musik Andrew Lloyd Webbers kann nichts für den infantilen Text. Unverzeihlich ist aber, dass auch der Rezensent schludert. Ohne Anführungszeichen spricht er von der "Hure" Maria Magdalena und blamiert sich damit als hoffnungsloser Ignorant und das in einer Zeit, wo mit wenigen Klicks aus dem Internet zu erfahren wäre, welch kalter Kaffee da wieder einmal aufgerührt worden ist. Mit seinem Hinweis auf "Da Vinci Code" schießt der Rezensent sich unfreiwillig selbst ab, denn diese "Interpretation der Figur Jesu" ist nichts weniger als aktuell, sondern nur wirr und kindisch. Dagegen ist selbst das besprochene Musical noch das reinste Evangelium.

3. Nach der Lektüre von so viel hanebüchenem Unsinn glaube ich dem Verfasser auch nicht mehr so ganz seine hoppla-hopp-harsche Kritik an Johann Stortzens Dirigat. Die grandiose Leistung der Schüler hätte wahrlich eine kompetentere Berichterstattung verdient gehabt.

Ernst Leuze

Kirchenmusikdirektor

Bissingen, Bleicheweg